Justin, links, aus Tempelhof und Daniel aus dem Raum Nürnberg werden von Journalisten befragt. (Quelle: rbb/Stefanie Brockhausen)
Video: Brandenburg Aktuell | 24.03.2019 | L. Müller, A. Meyer | Bild: rbb/Stefanie Brockhausen

Geringe Resonanz auf privaten Suchaufruf - Suche nach Rebecca: Zu zweit unterwegs in Hennigsdorf

Die Polizei plant vorerst keine weitere Suche nach Rebecca. Allerdings: Ein Bekannter des Mädchens will neue Hinweise auf ihren Verbleib erhalten haben und initiiert eine private Suche in Hennigsdorf. Dem Aufruf folgten vor allem Reporter.

Seit dem Verschwinden der 15-jährigen Rebecca am 18. Februar sollen über 1.900 Hinweise bei der Polizei eingegangen sein, doch noch immer gibt es von der Britzer Schülerin keine Spur. Die Polizei hat ihre Suche im östlichen Brandenburg - zumindest vorerst - eingestellt. Am Montag berät die Mordkommission über das weitere Vorgehen.

Dennoch fand am Sonntag eine private Suchaktion statt - allerdings mit sehr geringer Resonanz.

Online-Aufruf zur privaten Suche

Dem Instagram-Aufruf des 18-Jährigen Initiators Justin G. aus Tempelhof war dann anfangs allerdings nur der 31-Jährige Daniel aus Nürnberg gefolgt. Die beiden sahen sich am Sonntagnachmittag zum ersten Mal. "Ich schätze die Chancen, Rebecca zu finden, heute nicht sehr hoch ein", sagte Justin G. dem rbb. Justin ist ein ehemaliger Mitschüler der Vermissten.

Solche privaten Suchaktionen nach der 15-Jährigen hatte Justin bereits drei Mal mitorganisiert. An den vorherigen Aktionen in Neukölln hatten sich bis zu 70 Personen beteiligt. Doch rund fünf Wochen nach dem Verschwinden von Rebecca ist die Hoffnung vieler Freunde und vieler Bekannter, dass solche Aktionen etwas bringen, offenbar rapide gesunken.

Der Hinweis, der die Freunde zu der Suche am Sonntag bewogen haben soll, erscheint in jedem Fall reichlich vage: "Hier sollen sich im Wald in der Nähe von Hütten Leute aufhalten, die hier nicht hingehören", sagt Justin. Rebeccas Schwester Vivian habe einen entsprechenden Hinweis über Instagramm erhalten. Was genau das heißt, bleibt unklar.

Suche bleibt ergebnislos

Die Suche führt die beiden jungen Männer dann in ein Waldstück in der Nähe eines Friedhofes - begleitet von einem Pulk von Kamerateams und Reportern. Schließlich ist das öffentliche Interesse an dem Fall Rebecca weiterhin riesig.

Hier wollen sie Hütten durchsuchen - doch mangels Ortskenntnis finden sie diese nicht. Wohl auch aufgrund der Kamerateams schließen sich dann doch einige Passanten der Suche an, als sie davon hören, was der Grund für das große Medieninteresse ist. Ja, von der Suche hätten sie auch in den sozialen Medien gehört, sagen einige.

Nach anderthalb Stunden wird die Suche ergebnislos abgebrochen. Immerhin, eine Plastiktüte mit einem Kabelbinder findet Justin. Wieder ein wenig Hoffnung, Rebecca näher gekommen zu sein.

Schwager von Rebecca ist wieder frei

Die Polizei wollte die private Suchaktion im Vorfeld nicht kommentieren. Sie hatte ihre Suche nach Rebecca am Samstag nicht wieder aufgenommen und wird sie vorausschtlich auch am Sonntag nicht fortsetzen. Das teilte eine Polizeisprecherin am Samstag mit.

Die Schülerin war vor über einem Monat verschwunden. Die Polizei geht von einem Verbrechen aus. Der Haftbefehl gegen den Schwager von Rebecca wurde allerdings am Freitag mangels Beweisen aufgehoben. Grund für diese Entscheidung seien Zweifel eines Ermittlungsrichters am dringenden Tatverdacht, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Der 27-Jährige kam daraufhin aus der Untersuchungshaft frei, steht aber aus Sicht der Ermittler weiterhin unter Verdacht.

Anwältin macht Ermittlern schwere Vorwürfe

Unmittelbar nach der Entscheidung erhob die Anwältin des Mannes, Petra Klein, schwere Vorwürfe gegen Ermittlungsbehörden und Medien. Die Veröffentlichung zahlreicher Ermittlungsdetails sowie von Fotos des Verdächtigen habe zu einer Vorverurteilung geführt, sagte Klein dem rbb am Freitag: "Der Umgang mit meinem Mandanten hat dazu geführt, dass vielerorts spekuliert wurde und praktisch zur Jagd auf meinen Mandanten aufgerufen wurde." 

Polizei und Staatsanwaltschaft nehmen an, dass Rebecca getötet wurde. In den vergangenen Wochen hatte die Polizei aufwändig Wälder, Straßen und einen See in Brandenburg mit zahlreichen Einsatzkräften, Booten und Spürhunden abgesucht. Klein kritisierte, dass die Ermittler schon "sehr früh eine Arbeitshypothese gefasst haben, nämlich das Rebecca tot ist" und daher "einseitig Ermittlungen geführt haben".

Chronologie des Vermisstenfalls Rebecca

Sendung: Inforadio, 22.03.2019, 11 Uhr

Kommentar

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32 Kommentare

  1. 32.

    Natürlich schaut man hin, wenn ein Mensch vermisst wird. Das hat wenig mit Neugier zu tun. Das ist lediglich die Aufnahme der Information. Wenn es aber sensationslüsterndes Gegeiere um die Person der Vermissten und die mögliche Vorverurteilung von Beteiligten geht, sollte man sich daran nicht beteiligen und Pietät bewahren. Genauso wie den Profiler zu spielen. Es dringen nur begrenzte Informationen an die Öffentlichkeit. Sich anzumaßen daraus eine Tat aufklären zu wollen, ist absurd. Zumal man immer noch nicht weiß, ob es überhaupt eine Tat gibt. Leider schaffen es viele hier nicht, diese Grenzen einzuhalten und diesbezüglich zu differenzieren.

  2. 31.

    Sie können es wohl einfach nicht verknustern, wenn andere hier Ihre unsachlichen Behauptungen/Forderungen wiederlegen. Und bitte unterlassen Sie es zukünftig, mir vorzuschreiben, welche Seiten ich mir hier anschaue. Denn dazu werden diese hier zu recht veröffentlicht u.das ist auch gut so. Und nochmal für Sie zum Mitschreiben: auch mir geht das Verschwinden von Rebecca sehr zu Herzen. Einfach unverschämt solch ein Verhalten Ihrerseits nicht mal kleinbeigeben zu wollen.
    Auch hier ein Danke an @Mx für die Kommentare.

  3. 29.

    Ich schließe mich Kommentar Nr. 24 an.

    Im übrigen verweise ich auf die hervorrage Link-Sammlung namens Google.

  4. 28.

    Noch eine Ergänzung:

    Sie haben zumindest insofern Recht, dass ich mit der Internetbenutzung vertraut bin und mir entsprechende Informationen selbst beschaffen kann.
    Doch ist es nicht etwas naiv, anzunehmen, dass das für JEDEN gilt, der sich ab und zu mal irgendeine Nachrichtenseite anschaut?

  5. 27.

    Die Nachricht von Lothar, auf die ich reagiert habe, war bereits absolut unsachlich.
    Das aber scheint Ihnen nicht aufgefallen zu sein.
    Ferner habe ich nichts gefordert, sondern vorgeschlagen.
    Und ich finde es absurd, die Möglichkeit, jederzeit sehen zu können, wer gerade in Berlin und Umland vermisst wird als "sensationslüstern" zu bezeichnen, während man sich (was hingegen keinem praktischen Zweck dienen dürfte) auf einer Seite herumtreibt, auf der es um eben einen solchen Vermisstenfall geht.
    Ich übersetze mal:
    Man darf nicht öffentlich bekanntgeben und einsehen, wer gerade so alles vermisst wird.
    Wer sich aber eine Meldung über ein vermisstes Mädchen ansieht, darf eine entsprechende Bekanntgabe ohne stichhaltige Argumente abkanzeln?
    Ich wiederhole bzw. variiere meine Frage:
    Wem entstünde irgendein Schaden, wenn man auf den Internetseiten des rbb mithlfe eines entsprechenden Links jederzeit Vermisstenmeldungen einsehen könnte?
    Was sollte daran falsch sein?

  6. 26.

    @Tremor, gehen Ihnen die sachlichen Argumente für Ihre Forderung nach einem Link aus oder warum werden Ihre Erwiderungen immer flacher und weichen immer mehr vom Thema ab?

    Klar, wir alle lesen und kommentieren hier auch mit einem gewissen Grad Neugier. So wie bei JEDER Meldung in den Medien. Mich interessiert z.B. sehr der Fortgang beim Brexit. Fordere ich deshalb einen Link auf Der Seite, die mir diese Infos vermittelt? Nein!

    Nicht jeder versteigt sich zu so einer Forderung wie Sie. Da Sie offensichtlich mit der Internetnutzung bestens vertraut sind, nutzen Sie es auch und verschaffen sich das von Ihnen so dringend benötigte Wissen auf den davor vorgesehenen Seiten. Z.B. denen der Polizei.

  7. 23.

    Tja, und ich äußere mich immer, wenn ich das für richtig halte oder mich ein Posting betrifft.
    Sie haben diesen Bericht also NICHT angeklickt, um Ihre Neugierde zu befriedigen?
    Fein.
    Nebenbei sind Fahndungsaufrufe und Suchmeldungen sicher keine "Detektivspiele" (wie kommen Sie nur auf so einen Unsinn?), sondern schlichtweg eine Möglichkeit, die Öffentlichkeit in die entsprechenden Fahndungen einzubeziehen.
    Würden solche Suchmeldungen hier permanent verlinkt, könnte jeder Leser schnell und einfach darauf zurückgreifen.
    Worin da ein Nachteil bestehen sollte (oder warum das für Sie und Max inakzeptabel wäre), habe ich bislang irgendwie noch nicht herauslesen können.
    Gehen Sie auch in Polizeireviere und reißen dort die Fahndungsplakate ab?
    Oder entfernen Sie Zettel von Bäumen, sobald jemand ein entlaufenes Tier sucht, damit niemand an solchen "Detektivspielen" teilnehmen kann?

  8. 22.

    Gerne gebe ich Ihnen eine Antwort darauf. Ich lese nicht bloß Artikel im rbb24 Forum die mich interessieren, sondern klicke auch andere Beiträge an und lese sie. Wie Sie sicherlich schon festgestellt haben, äußere ich mich nicht allzuoft auf Kommentare. Im Gegensatz zu Ihnen. Zudem sollte Ihnen zudem aufgefallen sein, dass ich kurz und bündig meine Ansicht zum Thema „ Rebecca“ geäußert habe und mich auch weiterhin nicht an solch einen Unsinn von Dedektivspiel beteilige. Zudem möchte ich gerne anbei hier @ Paula absolut recht geben. Danke auch an @ Max für seine treffliche Antwort.

  9. 20.

    Jup, ist klar:
    Wenn jemand vorschlägt, dass man hier ständig sehen kann, welche Personen vermisst werden, wie sie aussehen und woran man sie erkennen kann, ist das für Sie "befremdlich" und "eigenartig", kann aber keineswegs die zum Ziel haben, diese Menschen schnellstmöglich zu finden.
    Wenn Sie sich allerdings auf eine Seite verirren, auf der über das Verschwinden einer Person berichtet wird, entspringt das dem hehren Motiv, irgendwie helfen zu können und hat mit Sensationsgier nichts zu tun.
    Wäre das Thema nicht so ernst, könnte ich mir ein gequältes Lächeln über Ihre "Logik" und Ihre Neigung zu unmotivierten Spekulationen nicht verkneifen.

  10. 19.

    Diese Forderung nach einem Link ist wirklich äußerst befremdlich und dient offenbar nur der eigenen Sensationsgier. Und die Begründung, Menschenleben sollten allen wichtig sein, ist ebenso eigenartig. Und das habe ich noch sehr zurückhaltend formuliert.

    Wie Paula schon schreibt, für einige ist das hier wohl der Lebensinhalt, der nach Links verlangt und für die jedes Schmierentheater recht ist.

    Wenn man sieht, wie dieser Initiator der erneuten Suche (ein Klassenkamerad, mit dem Rebecca wahrscheinlich gar nichts zu tun hat) vor den Mikrofonen steht, kann man sich den Grund für seine Suche denken.

  11. 18.

    Interessante Perspektive.
    Jemand schaut auf Fahndungsplakate... betrachtet Handzettel an Bäumen und Laternen...
    Klar: Alles nur, um die eigene Neugier zu befriedigen. Also im Grunde aus einem niederen Beweggrund.
    Nur mal nebenbei: Warum sind Sie auf dieser Seite gelandet?
    Warum haben Sie sie angeklickt?

  12. 17.

    Als Dokusoap würde das hier für einige Leute sicher durchgehen ABER
    hier geht es leider immer noch um eine real vermisste Jugendliche. Rebecca wird noch immer gesucht und da ist dieses Schmierentheater aus dem engsten Umfeld nur peinlich, ärgerlich und völlig daneben. Die neueste Aktion erinnert mich nur an pressegeile Trittbrettfahrer und nicht wirklich besorgte Freunde/ Bekannte.
    Wee wirklich aus Sorge privat suchen will, braucht dazu keine Presse. Arme Rebecca , in jeder Hinsicht und ich hoffe immer noch, dass sie bald mögluchst unversehrt gefunden wird.

  13. 16.

    Hallo Peter.
    Sicherlich nur darum, um seine Neugierde zu befriedigen. So langsam beginnt diese leidvolle Geschichte um Rebecca immer seltsamere Formen anzunehmen.

  14. 15.

    Wann und wo erfolgte der angebliche Jagdaufruf gegen den Mandanten?

  15. 14.

    Dass es (sogar ziemlich unmittelbar) um Menschenleben geht, sollte ALLEN Menschen wichtig sein!
    In EINEM Link sehen Sie eine Überfrachtung?
    Und wenn es darum geht, dass Menschen vor Schaden bewahrt wurden, sollte auch interunerfahrenen Benutzern lieber ein wenig Recherche/Eigeninitiative (einschließlich des damit verbundenen Zeitverlusts) aufgeladen werden, weil Sie sich an einem kleinen Link stören würden?
    DAS wiederum halte ICH nicht für nachvollziehbar!
    PS: Ja, gegen deutliche Hinweise auf dringende Verkehrsmeldungen habe ich auch nichts.

  16. 13.

    doch, es kam ja von der Familie. Die Information kam ja angeblich von der Schwester durch eine Nachricht bei Instagram. Wie oder was das auch immer bedeuten soll.

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