13.03.2019, Brandenburg, Storkow: Mitglieder einer Spezialgruppe des Technischen Hilfswerks (THW) stehen mit einem Bodenradargerät in einem Wald bei Storkow (Quelle: dpa/ Zinken)
Video: Brandenburg Aktuell | 13.03.2019 | Baumgärtel/ Lietz | Bild: dpa/ Zinken

Pressebericht: Anwältin legt Haftbeschwerde ein - Polizei und THW stellen Suche nach Rebecca am Mittwoch ein

Auch der fünfte Tag der Suche nach Rebecca blieb erfolglos. Die Einsatzkräfte durchkämmten ein Waldstück bei Rieplos (Oder-Spree). Am Abend dann legte laut "Bild"-Zeitung die Anwältin des tatverdächtigen Schwagers Haftbeschwerde ein.  

Die Polizei hat ihre Suche in Ostbrandenburg nach der vermissten 15-jährigen Rebecca aus Berlin für Mittwoch eingestellt. Bislang fehlt von der 15-jährigen Schülerin weiter jede Spur. Wie es in den nächsten Tagen weitergehe, sei noch nicht entschieden, sagte eine Polizeisprecherin.

Am Abend dann meldete die "Bild"-Zeitung, dass die Anwältin des tatverdächtigen Schwagers laut einem Medienbericht Haftbeschwerde eingelegt hat. Das Blatt (Mittwoch/online) beruft sich in ihrer Meldung auf Kreise in der Staatsanwaltschaft. 

Der Sprecher der Anklagebehörde, Martin Steltner, sagte auf Nachfrage, er äußere sich dazu nicht.

Eine Autoreifen-Spur in einem Waldstück bei Rieplos (Foto: rbb)
Spur eines Autoreifens | Bild: rbb

Bodenradargerät im Einsatz

Rund sechs Stunden hatten zuvor 20 Ermittler der Berliner Mordkommission und des Technischen Hilfswerks in einem Waldstück bei Rieplos unweit der Autobahn A12 und rund 50 Kilometer südöstlich von Berlin, die Suche fortgesetzt. Ein Polizeisprecher erklärte, diese Suche laufe nun "auf unbestimmte Zeit." Die Suche fand an der Stelle statt, an der bereits am Dienstag Spuren gesichert worden waren.

Vereinzelt wurden die Einsatzkräfte bei ihrer Suche und Spurensicherung auch wieder von Spürhunden unterstützt. Das Technische Hilfswerk aus Berlin, das dort im Einsatz war, suchte mit einer sogenannte messtechnischen Ortungsgruppe, die mit spezieller Technik vor allem bei der Suche nach Vermissten eingesetzt wird.  

Die Messtechnische Ortungsgruppe suche nicht nur mit technisch-elektronischen Geräten nach verschütteten Menschen, sondern auch nach vermissten Personen, wie das THW auf seiner Internetseite schreibt. Dazu verfüge sie über Geräte wie ein "Bio Radar", ein "elektronisch-akustisches Ortungssystem" und "Video-Thermographie".

Am Dienstag hatten Kriminaltechniker in weißen Schutzanzügen dort Spuren auf dem Boden am Waldrand untersucht. Dabei hielten sie auch eine Abbildung, vermutlich von Reifenspuren, zum Vergleich in der Hand.

Polizei wertet etwa 1.300 Hinweise aus

Seit mehr als drei Wochen wird die 15-Jährige aus Berlin-Neukölln vermisst. Rebecca hielt sich am 18. Februar zuletzt im Haus ihrer Schwester und ihres Schwagers auf. Die Polizei geht davon aus, dass das Mädchen das Haus nicht lebend verließ, sondern getötet wurde. Der Schwager sitzt als Verdächtiger in Untersuchungshaft.

Etwa zwei Kilometer nördlich des derzeitigen Suchortes Rieplos verläuft die Autobahn von Berlin nach Frankfurt (Oder). Dort war das Auto des verdächtigen Schwagers am Tag von Rebeccas Verschwinden und auch am nächsten Tag erfasst worden. Die Ermittler baten die Bevölkerung danach um Hinweise zum Standort des Autos und zum Aufenthaltsort des 27-Jährigen an den fraglichen Tagen. Die Mordkommission wertet derzeit gleichzeitig weiter die etwa 1.300 Hinweise aus.

Seit dem vergangenen Donnerstag war dies nun bereits der fünfte Tag, an dem die Ermittler die Gegend um Storkow absuchten. Bisher kamen Spürhunde, Kriminaltechniker und Hubschrauber zum Einsatz.

Chronologie des Vermisstenfalls Rebecca

Sendung: Inforadio, 12.03.2019, 13:15 Uhr

Kommentar

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18 Kommentare

  1. 18.

    Wenn es sie nicht interessiert wie die Ermittler wie die Ermittler arbeiten und die Familie uns alle an der nase herumführt, dann brauchen sie bloss nicht lesen!

  2. 17.

    Aber sie wissen doch gar welche Beweise die Polizei hat! Die Öffentlichkeit weiss so viel nicht, die werden ihre Arbeit schon richtig machen! Wenn er nichts zu verbergen hat, hätte er schon längst geredet! Der Steuerzahler hat mal wieder das Nachsehen!

  3. 16.

    Eine Verurteilung der Indizlage ist absolut unangebracht. Die Polizei hat einen Großteil der vorliegenden Beweise und Indizien nicht veröffentlicht. Wäre die Indizienlage so schwammig, hätte der Verteidiger deutlich früher Widerspruch eingelegt. Der Beschuldigte belastet sich willentlich mit seinem Schweigen selber. Solche Aussagen sind also absoluter Käse!

  4. 14.

    Was denkt sich die Familie nur. Jetzt erzählt sie wieder was von einer Internetbekanntschaft! Wieso nicht gleich nach dem verschwinden von Rebecca? Wen schützt die familie oder was bezweckt sie mit den scheibchenweise gegebenen Informationen!? Die Technik lässt Menschen auf den Mond fliegen, aber anscheinend ist sie noch nicht so weit verschwundene Menschen zu finden.

  5. 13.

    Bitte erst wieder über den Fall berichten, wenn das Mädel gefunden wurde, wie auch immer.
    Denn das Thema langweilt mittlerweile, zumal ja die Familie selbst immer wieder suspekte Informationen raus geben.
    Den Schwager einfach auf freien Fuss setzen, ind abwarten was passiert.
    Andere Kinder oder Jugentliche werden auch vermisst, widmet man sich denen auch so?
    Nein!
    Also Schluss mit dem Medienspektakel!!

  6. 12.

    Sie kann auch in ein anderes Land oder anderes Bundesland gekidnappt sein

  7. 11.

    Die Polizei ist unfähig? Worauf beruht ihre Erkenntnis. Immerhin haben die bisherigen Ermittlungen einen Richter dazu gebracht, den Tatverdächtigen in U-Haft zu nehmen. Die Ermittlungen können ja nicht so ganz fehlerhaft sein. Auch mit Indizien und ohne Waffe oder Leiche kann man einen Menschen wegen eines Tötungsdeliktes verurteilen.

  8. 10.

    Ich finde es vollkommen daneben von der Polizei, den Schwager nur rein aus Indizien als den Schuldigen hinzustellen. In Deutschland gilt immer noch unschuldig bis zum Beweis der Schuld. Und Beweise gibt es keine, nur Indizien. Wo kommen wir hin wenn die Polizei aufgrund von Unfähigkeit entscheidet wer Täter ist? Das hat mit Rechtstaatlichkeit nichts mehr zu tun. Das ist reine Willkür. Die Kritik an den Ermittlungen von allen Seiten ist mehr als gerechtfertigt. Mir ist klar dass der öffentliche Druck hoch ist. Aber der Ablauf der Ermittlungen hätte von vornherein aus der Öffentlichkeit heraus gehalten werden müssen.

  9. 9.

    Da haben Sie vollkommen Recht. Die Suchaktion ist ein Witz und wahrscheinlich reine PR. Es ist, wie sie schon sagten nahezu unmöglich nach Wochen Wetter und Witterung noch Reifenspuren zu erfassen. Wenn da welche waren, müssen sie erst ein paar Tage alt sein. Die ganze Ermittlung ist von Fehlern und Fehlentscheidungen geprägt. Fast so als wollte die Polizei Rebecca gar nicht finden. Sehr eigenartig das ganze. Gibt nicht viel Vertrauen in den "Freund und Helfer".

  10. 8.

    Haben Sie Täterwissen, wenn sie den jetzigen Wald grundsätzlich ausschließen können? Dann suchen Sie bitte in Begleitung eines Anwalts eine nahegelegene Polizeidienststelle oder ein Gericht auf. Dort kann Ihnen umstandslos geholfen werden, ihr Tatwissen in die Aufklärung des Sachverhaltes einzubinden.

  11. 7.

    @Michael W. 14:45
    Vielleicht sollten Sie Ihre Erkenntnisse mit den Suchenden teilen, die warten bestimmt händeringend auf solch neunmalkluge Vorschläge. Die machen das alle wahrscheinlich zum ersten Mal.

  12. 6.

    Ich glaube die Mordkommission sucht im falschen Wald. Im grenznahen deutsch polnischen Wald an der A12/E30 ist die Aussicht auf Erfolg eher gegeben als im Brandenburger Umland.

  13. 5.

    Im Ernst jetzt? Die Polizei macht mit Foto einen Abgleich eines wahrscheinlich Allerweltsreifen im märkischen Waldboden nach Wochen und Regen????

    @Panke: Die Kosten trägt der Rechtsstaat, so funktioniert das nun mal. Schadenersatzansprüche bleiben nicht ausgeschlossen, haben jedoch zunächst nichts mit der Strafgerichtsbarkeit zu tun.
    Und einem nackten Mann (wem auch immer) kann man nicht in die Tasche greifen. Soll heißen, bei dem/den Täter*n ist eh nix zu holen.

  14. 4.

    Dann warten Sie doch auch ab. Anstatt einen weiteren spekulativen, pietätlosen Spruch abzusondern...

  15. 3.

    Danke, dass das Thema trotz Ausbleiben von Neuigkeiten nicht verschwindet. Der Fall nimmt mich sehr mit und ich schaue stündlich nach Updates. Ich hoffe, es geht gut aus.

  16. 2.

    Wer kommt denn für die enormen Kosten für die Suchen auf, wenn es sich herausstellen sollte, dass der Schwager durch sein Schweigen die Polizei auf eine falsche Fährte führte? Wenn er die Fahrten wegen eines anderen Deliktes gemacht hat, dann hat er die verdammte Pflicht es auch zu sagen und nicht die die Ermittler tagelang suchen zu lassen, obwohl er weiß, dass es dort zu keinem Ergebnis kommt.Er sollte dann in Regress genommen werden.

  17. 1.

    Danke für die Info. Ich hoffe so sehr das man das Mädchen findet. Allerdings gehe ich langsam davon aus das sie nicht mehr am Leben ist.
    Ich glaube hier liegt eine furchtbare Familientragödie vor. Warten wir es ab.

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