Innenaufnahme in einem Schlachthof in Brandenburg (Quelle: Animal Rights Watch)
Bild: Animal Rights Watch

rbb-Recherche zu Tierquälerei - Schlachthof stellt nach Verstößen gegen Tierschutz Betrieb ein

Rinder erlitten unnötig qualvolle Schmerzen: Jetzt ziehen rbb-Berichte über geheime Filmaufnahmen in einem Brandenburger Schlachthof Konsequenzen nach sich. Wie das Unternehmen am Dienstagabend mitteilte, wird der Schlachtbetrieb nun eingestellt.

Die Hakenberger Fleisch GmbH im Kreis Ostprignitz-Ruppin hat ihren Schlachtbetrieb eingestellt. Das bestätigte das Unternehmen dem rbb. Der Bio-Hof zieht damit Konsequenzen aus einem Skandal um Tierrechtsverstöße.

Falsche Betäubung, Schläge mit dem Stock

Im vergangenen November hatten Tierschützer mit versteckter Kamera Filmaufnahmen auf dem Gelände des Betriebs gemacht und dem rbb zugespielt. Auf den Aufnahmen war zu sehen, wie Beschäftigte mehrfach erfolglos versuchten, Rinder mit einem Bolzenschussgerät zu betäuben. Außerdem bluteten die Tiere nicht schnell genug aus, weil die Mitarbeiter falsche Schnitte setzten.

Darüber hinaus zeigten die Bilder, wie die Rinder vor der Schlachtung von einem Arbeiter getreten und mit einem Stock geschlagen werden. Auch Elektroschocker zum Treiben seien vorschriftswidrig gegen den Kopf eingesetzt worden.

Daraufhin hatte die Veterinärbehörde dem Betrieb die Schlachtlizenz entzogen; seitdem ruhte die Produktion.

Schlachtung nach Mecklenburg-Vorpommern ausgelagert

Ein Grund für die endgültige Schließung sei dem Unternehmen zufolge, dass der Betrieb keine Mitarbeiter mehr habe, die die Erlaubnis haben, Tiere zu töten. Schlachttiere aus der Region würden jetzt nach Teterow in Mecklenburg-Vorpommern transportiert. Das Fleisch komme dann aber zurück nach Hakenberg und werde hier zerlegt, weiterverarbeitet und verkauft, heißt es.

Der Schlacht- und Zerlegebetrieb war im Jahr 1993 gegründet worden, um über die Direktvermarktung von Rindern eine höhere Wertschöpfung in der Region zu erreichen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 20.03.2019, 8.00 Uhr

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13 Kommentare

  1. 13.

    ... und gerade die Hakenberger Fleisch GmbH ist eine kleine Metzgerei mit allerhöchsten Qualitätsansprüchen. Mit dem Rindfleisch wurden auf internationalen Wettbewerben höchste Preise (Goldmedaillen) gewonnen.
    Es ist sehr unwahrscheinlich, daß dieses mit ständigen Tierquälereien, beginnend bei Aufzucht bis zur Schlachtung, möglich gewesen wäre.
    Die Aktionen der Tierrechtler gehen aber gerade gg. diese kleinen regionalen Betriebe, um den Fleischverzehr insgesamt an den Pranger zu stellen. Antonietta aus Duisburg (8.), es hat Keiner etwas gg. Ihre vegane Lebensweise, aber hört auf, dieselbe Dritten überhelfen zu wollen. Die Qualitätsrinder, die in Hakenberg geschlachtet wurden pflegen seit Jahrzehnten die Kulturlandschaft, die Wiesen und Weiden, das Naturschutzgebiet um Hakenberg und Linum. Sie sind damit nicht Nahrungskonkurrent des Menschen und ermöglichen hier erst z.Bsp. das Leben der Störche und Kraniche für die Linum bekannt ist.

  2. 11.

    Hallo Lothar, das stimmt leider. In Deutschland wird Fleisch auf Masse produziert, auf Kosten der Qualität. Dass es auch anders geht, beweisen unzählige andere Länder, wo Fleisch und Fleischprodukte richtig teuer sind, dafür aber von ungleich besserer Qualität. Hier in Deutschland ist sogar das Fleisch vom Metzger nicht selten minderwertiger als in einem skandinavischen Supermarkt. Das ist erschreckend. Wir müssen ganz dringend weg von diesem Preiskampf und der Annahme, es müsse jeden Tag Braten sein. Dann verbessert sich auch die Situation der Bauern und der Tiere wieder.

  3. 10.

    Hi Steffen, sehe ich genauso. Habe dies auch schon mehrfach geschrieben. Das Verhalten sollte sich ändern. Lieber mal etwas mehr Geld ausgeben für gute Fleischqualität. Was mich an der gewöhnlichen Massentierhaltung am allermeisten stört ist, ein Großteil davon wird nicht für den heimischen Markt produziert, sondern geht ins Ausland, bis nach China.

  4. 9.

    Vielen Dank für den Ratschlag, den ich aber auch weiterhin nicht befolgen werde, weil mich die Natur als Allesfresser geschaffen hat. Lieber gehe ich mit dem Genuss tierischer Produkte bewusst um und zahle dafür auch gern mehr, wenn es denn dann den Bauern zugute kommt und damit die Haltungsmethoden verbessert. Nicht tierische Produkte sind das Problem sondern der massenhafte und billige Genuss derselben.

  5. 8.

    Die Tierhaltung, und damit der Konsum tierischer Produkte, ist einer der Hauptverursacher für die größten Probleme unserer Zeit: vom Klimawandel über die Rodung der Wälder, bis hin zur Ressourcenverschwendung und Trinkwasserproblematik. Wenn Ihnen etwas an unserem Planeten liegt, leben Sie vegan.

  6. 6.

    Da zeigt es sich wieder wie wichtig Tier/Umweltschützer sind. Vielen Dank an alle die diese Sauerei aufgedeckt haben.
    CDU/FDP/AfD wollen die Rechte der Tierschützer beschneiden, denkt daran bei den Wahlen.

  7. 5.

    Der "sogenannte Rechtsstaat" hat doch was getan. Die VeterinärBEHÖRDE hat die Lizenz entzogen. Das ist doch Rechtsstaatlichkeit. Und ein Verfahren bekommt der Betreiber hoffentlich noch obendrauf. Moralisch gebe ich Ihnen aber völlig Recht. Von einem BIO-Hof erwartet man automatisch, dass die Tiere bis zuletzt korrekt behandelt werden ...

  8. 4.

    Um welchen Schlachthof handelt es sich hier?
    Es ist zum Weinen, was den Tieren angetan wird. Wegen UNS

  9. 3.

    Ich bin auch fassungslos. Und da wird einem ständig gepredigt, dass man regional einkaufen soll (was ich auch mache)....

  10. 2.

    BIO - Hof-ich fass es nicht.
    Und der sogenannte Rechtsstaat tut nichts.
    Gut das bald Wahlen sind.

  11. 1.

    Für die Schändung und Ermordung unzähliger Tiere gibt es offenbar kein strafrechtliches Verfahren, das hier angesagt wäre.

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