Besucher schauen beim Karaoke im Mauerpark zu. (Quelle: imago/snapshot)
Video: rbb|24 | 13.03.2019 | Bild: imago/snapshot

Bezirk will neu entscheiden - Karaoke-Verbot im Mauerpark könnte doch noch kippen

Wegen Sicherheitsbedenken hatte der Bezirk Pankow dem legendären Karaoke-Singen im Mauerpark keine Genehmigung erteilt, weil die Wasserbetriebe dort unter der Erde bohren. Doch jetzt könnte dieses Verbot doch noch rückgängig gemacht werden.

Das derzeitige Verbot der Karaoke-Veranstaltung im Berliner Mauerpark wegen Kanalarbeiten könnte doch noch zurückgenommen werden. Am Donnerstagmorgen soll es dazu eine Treffen an der Baustelle geben. Berliner Wasserbetriebe (BWB), das Grünflächenamt Pankow sowie Vollrad Kuhn, zuständiger Stadtrat, wollen sich vor Ort umsehen und anschließend neu beraten. Das bestätigte Kuhns Büro auf Anfrage von rbb|24. "Wir haben keinerlei Interesse daran, eine Entscheidung unnötig zu verzögern", hieß es.

Die Bezirksverwaltung Pankow hatte das legendäre Karaoke im Mauerpark zunächst abgesagt, und dafür Sicherheitsbedenken aufgrund einer nahegelegenen Baustelle angegeben. Normalerweise startet die Saison ab Ostern, in diesem Jahr sollte es erst im Sommer losgehen.

Die Wasserbetriebe graben in der Nähe des Veranstaltungsorts, dem Amphitheater im Mauerpark, Schächte für einen unterirdischen Stauraum für Regenwasser. Die BWB sehen die Bauarbeiten allerdings nicht als Hinderungsgrund für den gewohnten Start des Karaokes an. "Unsere Baustellen sind so abgesichert, dass da nach menschlichem Ermessen nichts passieren dürfte", erklärte Stefan Natz, Pressesprecher der Wasserbetriebe, bei Radioeins.

"Karaoke ist wichtiger als Bezirksamt"

Die Karaoke-Veranstaltung in einen anderen Bezirk zu verlegen, fände Kuhn schade. "Von daher ist es unser Anliegen als Bezirksamt insgesamt, das weiter zu ermöglichen", sagte er bereits am Dienstag dem rbb.

Das zunächst ausgesprochene Verbot hatte zahlreiche Proteste ausgelöst. Der am Mauerpark lebende Schriftsteller Wladimir Kaminer sowie der Bundestagsabgeordnete Klaus Mindrup (SPD) sprachen sich für die Fortführung aus. "In einer Zeit, in der Berlin immer teurer wird, ist es wichtig, dass ein öffentlicher Ort wie der Mauerpark erhalten bleibt und dass das, was hier am Sonntag mit Karaoke stattfindet, auch bleiben kann", so Mindrup in einem Statement bei Youtube. "Karaoke ist wichtiger als Bezirksamt", sagte Kaminer.

Sendung: radioeins, 12.03.2019, 15 Uhr

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5 Kommentare

  1. 5.

    Weltweit bekannt, so auch in Berlin: "Nein, du wirst nicht singen!"

  2. 4.

    Dann bitte aber auch das wilde Grillen was neuerdings üblich ist.
    Das macht noch mehr Dreck und schadet der Natur.

  3. 2.

    Das ganze erinnert stark an die ganzen Zugereisten, welche Berlin so toll und was weiß ich alles finde. Um dann sich aufzuregen, dass es so laut, schmutzig usw ist und als Konsequenz klagt man gegen das, was vorher so toll war.
    Was ist nur aus Berlin geworden .

  4. 1.

    Jeep - ich wünsche es den vielen (auch "Einheimischen")-Fans, dem Mauerpark, Joe Hatschiban......und vor allem allen renitenden Anwohnern, die auch hier wieder mal meinen, persönliche Bedürfnisse sind wichtiger, als die Freiheit von vielen. Nicht, dass ich prinzipiell kein Verständnis für Lärmgeplagte hätte, aber wir können uns unsere Stadt nicht Stück für Stück tod-befrieden lassen. Hier gilt es abzuwägen und sich für eine lebendige Stadt zu entscheiden.

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