In bunten Buchstaben prangt der Schriftzug "Freizeiteinrichtung für Kinder" am Eingang einer Arche-Einrichtung. Quelle: dpa/Robert Schlesinger
Audio: Antenne Brandenburg | 05.03.2019 | Leiter Christoph Olschewski | Bild: dpa/Robert Schlesinger

Hilfe für sozial benachteiligte Kinder - Aufnahmestopp in Potsdamer Kinderhilfsprojekt "Arche"

Das Potsdamer Kinderhilfsprojekt "Arche" stößt an seine Grenzen. Nachdem zuletzt immer mehr Kinder aus den Stadtteilen Drewitz und Am Stern in die Einrichtung kamen, sieht sich der Leiter der Einrichtung gezwungen, Kinder und Familien an andere Träger zu vermitteln. 

Das Kinderhilfsprojekt "Arche" in Potsdam hat einen Aufnahmestopp verhängt. Seit eineinhalb Jahren sei der Ansturm enorm, sagte der Leiter der Einrichtung, Christoph Olschewski, am Dienstag dem rbb. Derzeit besuchten etwa 90 Kinder täglich das Haus im Stadtteil Drewitz, die Kapazitätsgrenze sei erreicht. Mittlerweile vermittle Olschewski einige neue Familien an eine der beiden anderen Jugendhilfeeinrichtungen, die in der Nähe betrieben werden.  

Andere Familien müsse man auf eine Warteliste setzen, da man die Kinder nicht nur "abfertigen", sondern qualitativ gut betreuen wolle. "Wenn es zu voll wird und zu laut, dann herrscht hier ein Chaos, das wir den Kindern nicht zumuten wollen", sagte Olschewski. In der "Arche" werden unter anderem Mittagessen sowie Hausaufgabenbeteuung angeboten. 

Integration nach Umzug in eine Wohnung

Im gesamten Bundesgebiet betreibt die "Arche" 24 Einrichtungen, von ähnlichen Problemen in anderen Standorten sei ihm allerdings nichts bekannt, sagte Olschewski rbb|24. 

In Potsdam liegt die "Arche" in der Umgebung des Kirchsteigfelds, zwischen Drewitz und dem Stadtteil Am Stern, wo der Anteil bedürftiger Familien höher ist als im Durchschnitt. In den vergangenen Jahren sei der Andrang in der "Arche" zusätzlich gewachsen, weil viele der Familien, die nach ihrer Flucht nach Deutschland in Gemeinschaftsunterkünften untergekommen waren, in Mietswohnungen umziehen konnten. "In den neuen Wohnorten muss die Integration jetzt richtig beginnen, dazu leisten wir hier einen wichtigen Beitrag", so Olschewski.

Finanzierung bislang nur durch Spenden und Zuwendungen

"Was wir brauchen, sind weitere Ressourcen, um dem Bedarf gerecht zu werden. Vor allem mit mehr Personal", sagte Olschewski rbb|24. Die "Arche" wird Olschewski zufolge komplett durch Spenden und Zuwendungen finanziert. Um Zuschüsse von der Stadtverwaltung beantragen zu können, bemüht sich Olschewski bei der Stadtverwaltung nun um die offizielle Anerkennung der "Arche" als Träger der Jugendhilfe. 

Neben Hausaufgabenbetreuung und Lesehilfe bietet die Einrichtungen bedürftigen Kindern im Grundschulalter ein warmes Mittagessen, es gibt ein Freizeitangebot mit Spielen, Töpfern oder Backen. Die "Arche" organisiert für Kinder aus ärmeren Familien zudem Ausflüge und Freizeiten. Derzeit arbeiten für die Einrichtung neben Ehrenamtlern und Leiter Christoph Olschewski noch drei Pädagogen, ein FSJler und eine Teilzeitkraft. Mit zusätzlichen finanziellen Mitteln könne man das Personal aufstocken und das Betreuungsangebot weiter verbessern, sagte Olschewski.  

Sendung: Antenne Brandenburg, 05.03.2019, 12 Uhr

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