21.03.2019, Berlin: Menschengruppen, Polizeifahrzeuge und Krankenwagen stehen auf dem Alexanderplatz (Quelle: dpa/Monika Wendel).
Audio: rbb 88.8 | 22.03.2019 | David Donschen | Bild: dpa

Neun Festnahmen - Massenschlägerei auf Alexanderplatz nach Youtube-Aufruf

Nach einer Massenschlägerei von Fans zweier Youtuber am Alexanderplatz sind neun Personen festgenommen worden. Einer der Festgenommenen gehört laut Polizei einem arabischstämmigen Berliner Clan an. Die beiden Youtuber hatten zuvor im Netz einen Streit ausgetragen.

Auf dem Berliner Alexanderplatz haben sich am Donnerstagabend etwa 50 Menschen geprügelt - offenbar Anhänger zweier verfeindeter Youtuber aus Stuttgart und Berlin. Die Jugendlichen und jungen Erwachsenen traktierten sich mit Faustschlägen, Fußtritten und Pfefferspray, sagte ein Polizeisprecher am Freitag. Neun Menschen wurden vorläufig festgenommen.

Unter den Festgenommenen ist ein Mann, der einer arabischstämmigen Berliner Großfamilie angehört, die in Zusammenhang mit kriminellen Machenschaften bekannt ist. Einen entsprechenden Bericht des "Tagesspiegel" bestätigte ein Polizeisprecher am Freitagnachmittag rbb|24. Gegen ihn wird ermittelt, weil er versucht haben soll, einen Polizeibeamten in die Menge zu ziehen, so der Polizeisprecher. Dem "Tagesspiegel"-Bericht zufolge gehört auch der Berliner Influencer zu einem arabischstämmigen Berliner Clan. Das wollte die Polizei gegenüber rbb|24 allerdings weder bestätigen noch dementieren.

Mit Schottersteinen im Gleisbett beworfen

Vorausgegangen war der Massenschlägerei offenbar ein Aufruf in sozialen Medien: Ein Youtuber aus Stuttgart hatte seine Follower am Donnerstag um 17 Uhr zu einem Treffen am Alexanderplatz bestellt, um einen Streit mit einem rivalisierenden Berliner Youtuber auszutragen. Die Polizei nimmt an, dass auch dieser dann seine Fans mobilisiert hat. Insgesamt versammelten sich laut Polizei 400 Leute auf dem Platz, in unmittelbarer Nähe der Wache.

Als kurz darauf die Schlägerei ausbrach, versuchten Polizisten, die Jugendlichen zu trennen. "Dabei setzten die Beamten auch Reizgas ein", sagte der Sprecher. Eine Polizistin wurde verletzt. Etwas später zerstreuten sich die Menschen. "Etwa 20 von ihnen rannten in den U-Bahnhof und sprangen ins Gleisbett, wo sie sich mit Schottersteinen bewarfen", sagte der Polizeisprecher. Etwa 100 Beamte waren im Einsatz.

Beleidigungen über Instagram

Der Stuttgarter Youtuber und Instagramer hat 260.000 Abonnenten, sein Berliner Kontrahent 13.600. Vor dem Streit hatten sich beide nach Medienberichten mehrfach auf Instagram beleidigt. Um ihnen keine Plattform zu bieten, hat sich rbb|24 entschieden, ihre Videos nicht in diesen Beitrag einzubinden.

13 Strafverfahren eingeleitet

Seinen Einfluss geltend zu machen, um die eigenen Follower derart anzustacheln, bezeichnete der Vorsitzende der Berliner Gewerkschaft der Polizei, Norbert Cioma, am Freitag als sehr fahrlässig. "Es wird scheinbar Mode, ganz bewusst Pulverfässer aufzumachen, um mehr Follower, Abonnenten und Klicks zu generieren. Es gibt Sinnvolleres als seinen Bekanntheitsgrad dafür zu nutzen, jungen Gewaltbereiten eine geeignete Plattform in der Öffentlichkeit zu bieten und mit voller Absicht das Risiko einzugehen, dass die Lage eskaliert."

Nach der Massenschlägerei wurden 13 Strafverfahren eingeleitet, der Vorwurf: schwerer Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung. Die Polizei stellte außerdem zwei Messer sicher. Um 21:30 Uhr war der Einsatz beendet. Ob die beiden Youtuber sich strafrechtlich verantworten müssen, ist noch nicht geklärt.

Sendung: rbb 88,8, 22.03.2019, 16:00 Uhr

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Antwort auf [Lothar/Berlin-Charlottenburg] vom 23.03.2019 um 19:24
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109 Kommentare

  1. 109.

    Lieber Paule, es ging in meinem Kommentar #83 um "Nazi-Dörfer", also Orte mit einer hohen Dichte an bio-deutschen kriminellen Einwohnern als Hinweis darauf, dass es Konzentrationen von Straftaten und straffälligen Menschen leider nicht nur in Berlin und nicht nur unter Bewohnern mit Migrationshintergrund gibt. Jamel ist - leider - so ein Ort hoher Konzentration von Straftaten (politisch motivierte Brandstiftungen etc.) und Straftätern mit biodeutschem Hintergrund. (s. www.deutschlandfunkkultur.de/voelkische-siedler-im-laendlichen-raum-der-bio-nazi-von.976.de.html?dram:article_id=379541)

  2. 108.

    Ich relativiere rein gar nichts, wenn ich fordere, dass alle Täter hart bestraft werden, auch habe ich diese Schlägerei mit keinem Wort verniedlicht, also hören Sie auf, mir solch einen Schwachsinn in den Mund zu legen. Sie werfen Ausländer, Flüchtlinge und Deutsche mit Migrationshintergrund alle in einen Topf, garnieren dann noch diese Massenschlägerei hier mit den Übergriffen in Köln etc., ohne irgendeine Differenzierung. Genau die sieht ein Rechtsstaat aber vor und verhängt keine Kollektivstrafen. Darüber bin ich froh. Nochmal: Dass sich diese Vollidioten da als Machogebaren auf dem Alex prügeln ist kein bisschen akzeptabel. Aber Lösungen außer "Einfach alle abschieben, wenn die aus dem arabischsprachigen Raum kommen, weil die halt kulturell bedingt einfach alle viel krimineller sind als wir" kommt von Leuten wie Ihnen eh nicht. Ist angekommen. Damit können wir es, denke ich, auch bewenden lassen.

  3. 107.

    Nee, also nicht in diesem Rahmen. Kloppe gab's nie in diesem Ausmaß und wenn dann dort, wo man sich ungestört hauen konnte, ohne dass auch irgendwer das mitbekam, denn es ging nicht um eine Ehre, die heute so gerne vorgeschoben wird.
    Solltest Du an Rostock Lichtenhagen und solche unsäglichen Dinge anspielen, mag es richtig sein, aber das waren die, die heute immer noch genauso bescheuert sind, nur älter und mit Rollator schimpfend umherschieben. Wenn die könnten wie sie wollten.... Und auch die Vollpfosten von heute altern......

  4. 105.

    Wenn Gothics (die ja früher noch Gruftis oder Waver hießen) in eine Prügelei verwickelt wurden, war das keine Prügelei in dem Sinne, dass beide Seiten das wollten und ein blaues Auge und Schlimmeres gelassen gesehen wurde. Gruftis wurden einfach nur aus Intoleranz verprügelt und wehrten sich selten, weil sie grundsätzlich friedlicher Natur sind und ihre Ruhe haben woll(t)en, im Ggeensatz zu Punks, die oft eine Menge Wut in sich hatten und das auch nach außen trugen.

  5. 104.

    Na da kennt sich ja jemand in der Jugend-Szene aus. Damals wie heute. Zum Glück kannst du uns das alles erklären^^

  6. 103.

    nein, Fussel, waver haben sich nicht geprügelt und Popper selten. Schon wegen der Haare ;-)
    Aber es gab halt Jugend-Gruppierungen, jenseits (!) der Dorfprügeleien, die gerad im Dorf Berlin oder Frankfurt wieder üblich werden. Einige scheinen über diesen Dorf-Habitus nicht hinweggekommen zu sein, obwohl sie jetzt hier in der Großstadt wohnen... hm...

  7. 102.

    Wann haben sich Waver jemals geprügelt? Die werden höchstens verprügelt, wenn sie auf den spitzen Schuhen nicht rechtzeitig abhauen können. Kommt aber heute zum Glück nur noch selten vor. Eine "macht euren Scheiss unter euch aus, ich hab kein Bock mehr auf den Blödsinn" Einstellung steht nicht im Einklang damit anderen Leuten einen auf die Mütze zu geben. Prügeleien sind außerdem doof für die Haare, genau wie Regen, der ist auch doof.

  8. 101.

    Heute in der BLÖD: großer Fashmob nebst Hauen in Frankfurt Main.
    Aufgerufen von einem Influencer - die gehen mir jetzt langsam aufn Sa.. Erst warens ja nur Schmink-Tussen, nu sinds offenbar deren hohlköpfige Kerle, die ja auch was erleben wollen und Zustimmung (daumen hoch, kotz) brauchen fürs Ego.

    Und nein, mit Lebensstil, Überzeugung, Musikrichtung, Gesinnung hat das nix zu tun. Das ist Dorfschlägerei 4.0!

  9. 100.

    Ich fasse mal zusammen was andere User schon im Einzelnen erwähnt haben.
    1. Prügeln lassen
    2.Darauf achten, daß keine Unbeteiligten zu schaden kommen und kein Sachschaden angerichtet wird
    3.Ärztliche Versorgung erst nach Vorkasse (EC - Kreditkarte oder Bar )
    4.Festnahme der Anstifter und anschließender Verurteilung durch die Gerichte

    Damit wird der Spuk dieser Idioten schnell ein Ende haben und es wird auch keine Verletzten unter den eingesetzten
    Beamten geben. Die dadurch Eingesparten Gelder können dann anderswo sinnvoller eingesetzt werden.
    Trotzdem einen schönen Sonntag noch.

  10. 99.

    Ein bisschen Routine für Polizei ist nicht verkert.

  11. 98.

    Größere Schlägereien und Prügeleien gab es schon immer. Metall Fans sind auf Gothics losgegangen, Rocker auf Popper, Beim Fußball Union vs. Dynamo, Angels gegen Bandid0s, Skins gegen Redskins, Hooligans auf Gäste aller möglichen Events, Konzerten oder Fußballspiele, Gruppen von Suffköpfen in Kneipen und zuletzt auch Alliierte bis spät in die 80er die MP für Ordnung sorgte. Nur gab damals recht faire Kämpfe mit Fäusten, man ging maximal mit einem blauen Auge wieder zur Arbeit ohne Anzeige wegen schwerer Körperverletzung und wenn man Pech hatte war man zur falschen Zeit am falschen Ort und hat hat auch noch etwas abbekommen. Nur ging es damals nicht um Prestige im Internet sondern um eine gewisse Ehre. Diese Schlägerei hat sicherlich auch damit zu tun, ist hier aber medial überbewertet, denn die Polizei kann mit so etwas ganz gut umgehen und diese wie schon immer beenden...

  12. 97.

    Massenschlägereien gab es früher auch, nur ist Berlin das seit 20-30 Jahren nicht mehr gewohnt.

  13. 96.

    Vielleicht würden sich Jugendliche für Stil- oder Musikrichtungen nicht mehr "hauen". Das wäre ja auch auch wünschenswert^^ Aber sie haben definitiv verschiedene Lebensstile, Meinungen, Musikgeschmäcker und stehen auch dazu. Warum zweifeln Sie das an?

  14. 94.

    So etwas passiert (leider) ständig, Stichwort Hooligans. Gerade als Berliner sollte man da schon mal was von mitbekommen haben...

    Ja, die Aktion am Alex war spektakulär. Aber nein, von der "Qualität" her wurden durch diese Vorgänge keine neuen Maßstäbe gesetzt.

  15. 93.

    der Unterschied zu "damals", Lothar, ist, dass es da nicht um sowas wie Gesinnungen geht, um Jugendkultur, um Überzeugungen. Stil-Fragen. Sogar Musikrichtungen waren lebens-entscheidend. Wir standen beide offenbar mittendrin.

    Eine "Prügelei" um der Prügelei willen, unter verfeindeten Familienclans, oder weil dein Cousin weiss, wo mein Haus wohnt, das hat nichts mit der Lebenseinstellung zu tun. Das ist das Übertragen von Lebensweisen, die wir mit dem Ende des WK2 halbwegs erfolgreich mit dem Kopftuch und der Kittelschürze abgelegt haben, auf unsere jetzige Lebenswelt. Hier prügeln sich nicht mehr ganze Dörfer auf dem Schützenfest.

    Danke für den gedanklichen Ausflug in die Achtziger, den Spindelbrunnen nebst Titanic, das PC69, Karottenhosen und Seitenscheitel, Spandau Ballet und Haircut100, Vogelnester und New Wave, Punk und Sid Vicious, GAL, Menschenketten und Petra Kelly. Haben Jugendliche heute noch sowas wie eine Überzeugung, für die sie sich tatsächlich "hauen" würden???

  16. 92.

    Die Polizei hätte nicht eingreifen sollen,wenn sich Chaoten prügeln wollen ,sollen sie,dann wären auch nicht zwei Polizisten verletzt worden,die Idioten hätten man später zum Selbstkostenpreis ärzlich behandeln lassen,die Rechnung hätte ihnen den Appetit auf ein nächstes mal verdorben.

  17. 91.

    Sie nannten einen Ortsteil von Gägelow mit 35 Einwohnern. Wo sind denn nun die von Ihnen vollmundig angeführten deutschen Nazi- Dörfer? Ich warte weiter auf eine Antwort. Sie wollen sich doch nicht als Fake-News -Verbreiter entlarven?

  18. 90.

    Super witzig also. Hmm. Bedauerlich dass Sie nur ein Teil dessen kennen, wovon ich geschrieben habe. Zur damaligen Zeit haben sich die Punks zusammengetan um es den versnobten Poppers zu zeigen. Soweit richtig. Das geschah i.d.Hasenheide bei einem Konzert. Kann man nachlesen. Auch verwundert mich Ihre Aussage über den Leniner Platz von damals. Wenn Sie da so oft waren, dann dürfte Ihnen ja auch das ehem. „Treibhaus“ ein Begriff sein. Als das Live Lokal dicht machte, eröffnete dort ein Restaurant mit dem Namen“ Mendelsons Burgershop“ u. die Inneneinrichtung ähnelte wie im Kultfilm „American Graffiti“. Gleich neben der neuen Schaubühne. Die Bedienung lief auf Rollschuhen u.ich arbeitete an der Bar. Unter anderem kamen auch Poppers gerne zu uns, da es i.ihrem Kiez lag. Den Rest habe ich ja schon ausführlich beschrieben.
    Natürlich ist das nicht zu vergleichen mit dem was da am Alexanderplatz passiert ist. Da stimme ich Ihnen auch voll zu. Besonders was unbeteiligte Personen betrifft.

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