Archivbild: Karaoke-Session im Berliner Mauerpark im Frühjahr 2015 (Quelle: dpa)
Bild: dpa

Prenzlauer Berg - Bezirk stoppt legendäres Karaoke im Mauerpark

Der Mauerpark mutiert immer mehr zur Großbaustelle. Jetzt zieht sich eine Baustraße mitten über die Liegewiese und der Bezirk hat die berühmte Mauerpark-Karaoke erstmal auf Eis gelegt - wegen Sicherheitsbedenken.  

Der Mauerpark wird immer mehr zur Großbaustelle. Jetzt zieht sich eine mehrere hundert Meter lange Asphaltstraße mitten über die Liegewiese. Die gute Nachricht ist, dass die Straße so schnell wie möglich wieder abgebaut werden soll. Allerdings fällt nach Informationen der Berliner Morgenpost die international bekannte Mauerpark-Karaoke des Iren Joe Hatchiban monatelang aus.

Das Bezirksamt Pankow wird vorerst keine Ausnahmegenehmigung für die Veranstaltung erteilen, heißt es in dem Bericht. Frühestens im Juli, wenn die Bauarbeiten im Bereich des Amphitheaters beendet seien, könne es wieder losgehen. Grund seien Sicherheitsbedenken. Für eine Bestätigung des Berichts gegenüber rbb|24 stand das Bezirksamt bis jetzt noch nicht zur Verfügung.

In den letzten Jahren konnte die Karaoke aufgrund von Ausnahmegenehmigungen an 23 Sonntagen im Jahr stattfinden.

Asphaltpiste nur bis zum Ende der Bauarbeiten

Verantwortlich für die Straße quer durch den Park sind die Berliner Wasserbetriebe. Die bauen dort einen neuen unterirdischen Abwasserspeicher. Stephan Natz, Sprecher der Wasserbetriebe, beschreibt rbb|24 die enormen Dimensionen des Projektes: "654 Meter Länge, viereinhalb Meter Durchmesser und ein Fassungsvermögen von 7.600 Kubikmetern." Deshalb sei  eine Asphaltpiste nötig, damit Bagger nicht in der schlammigen Wiese einsinken, so Natz.

Die Behelfsstraße soll nach den Bauarbeiten aber schnell wieder abgebaut werden. Sicherheitsbedenken bezüglich der Baustelle habe er keine. Alles sei gut abgesichert. Die endgültige Sicherheitslage müsse aber der Bezirk beurteilen.

Wer wissen will, was beim Karaoke im Mauerpark so abgeht: Hier ein etwas älteres Highlight

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18 Kommentare

  1. 17.

    Der Mauerpark ist weitaus mehr als ein Park. Zur Erinnerung: er heisst so, weil früher DIE Mauer mit ihrem sogenannten Todesstreifen hier durchlief.

    Jetzt strömen aber jeden Sonntag Menschen aus Berlin und aller Welt hierher. Der Mauerpark ist zu einem Ort der Begegnung geworden, der weltweit seinesgleichen sucht. Denn es wird viel für mehr Miteinander im Alltag plädiert – insbesondere in der Politik. Aber gerade im Mauerpark findet gelebtes Miteinander statt: Nicht vorgegeben und in keiner Weise gestaltet, sondern spontan und ausgesprochen friedlich.

    Zum Miteinander gehört selbstverständlich Rücksicht auf Anwohner und das Einhalten von Sicherheitsvorschriften. Aber mit allem Respekt dafür, dürfen wir nicht vergessen, dass Berlin Weltstadt geworden ist und dass der Mauerpark und Karaoke einen einzigartigen Beitrag dazu leisten.

    Das Karaoke ist das Herz des Mauerparks – wir setzen uns dafür ein, dass Karaoke erhalten bleibt.

    #SaveMauerparkKaraoke

  2. 16.

    Was wollen Sie jetzt wieder mit solch einer Aussage bezwecken? Ich denke mal, nichts verstanden, worauf ich eigentlich hinausmöchte mit meinen Beiträgen. Noch immer warte ich eher auf eine Antwort von Ihnen zu Ihrem Vergleich mit der Hafenbar. Aber darum geht es Ihnen ja nicht, Hauptsache kontern und jedes Wort auf die Goldwaage legen, ach gottchen. Mit selber singen haben Sie es vermutlich nicht so. Deshalb auch meine Anmerkung zum „Badewannentango“ unter der Brause, allein zuhause. Mein Vorschlag zur Güte, begeben Sie sich doch mal in eine Karaoke Bar und schauen/hören sich mal an welch Spaß an der Freud Menschen dabei haben können.

  3. 15.

    Lothar aus Charlottenburg ist dann aber doch nicht bereit, das Mauerparkkaraoke nach Charlottenburg in den Schlossgarten zu holen. Warum nicht? weil es da auch nicht erlaubt würde.

    Die Anwohner laden Sie aber übrigens gerne ein, jeden Sonntag im Amphitheater unverstärkt zu pfeifen. Das ist überhaupt gar kein Problem.

    Vor 20 Jahren war übrigens das Jahr 1999. Da haben Leute auch auf der Straße ihre Lieder mitgesungen. Ob Sie es glauben oder nicht.

  4. 14.

    Lothar aus Charlottenburg würde sich sogar sehr darüber freuen, wenn es im Schloßpark einen Ort gibt, wo man frei Singen kann vor Publikum. Ich tat dies schon bei der Arbeit ( auch laut) und es hilft enorm bei Streßbewältigung. Viele Männer Pfeifen bei der Arbeit. Auch das ist gut. Heute sehe ich junge Leute mit Kopfhörern die Straße lang gehen und manchmal zu ihren Liedern mitsingen. Wäre vor 20 Jahren kaum denkbar gewesen. Ich denke da spontan an einen Mann, der in den Siebziger Jahren immer am Kurfürstendamm stand und Arien sang. Toska wurde er genannt. Heute regen sich schon Anwohner über viel besuchte Kinderspielplätze auf. Berlin wie haste Dir verändert.

  5. 13.

    Lothar aus Charlottenburg erklärt den Anwohnern, wann wer da war. Vielleicht sollte Lothar aus Charlottenburg nochmal den Herrn Karaoke fragen, wann er nach Berlin gekommen ist, wenn neuerdings das Zuzugsdatum über Bürgerrechte entscheidet. Wusste ich gar nicht. Lieber Lothar aus Charlottenburg: starten Sie dich eine Petition, um Herrn Karaoke in den Charlottenburger Schlosspark zu bekommen. Ihre Nachbarn werden Ihnen was husten.

  6. 11.

    Gottseidank! Reine (als Kultur verklärte) Touristifizierung. Hier geht's nur um Kommerz; auf Kosten von Flora, Fauna und nicht zuletzt der Anwohner*innen. Dass der Park dadurch total runiniert wurde, stört weder Joe Hatchiban, noch seine Airbnb-Freund*innen...

  7. 10.

    Schon wieder volle Zustimmung. Nicht bloß mal so ( im falschen Ton? ) den“ Badewannentango“ unter der Dusche trällern. Karaoke ist ein wunderbares Mittel sich auch mal in der Öffentlichkeit zu präsentieren. Lachen und Singen gehören zusammen und haben positive Eigenschaften.

  8. 9.

    ...wie traurig, hoffen wir mal im Interesse der Stadt Berlin, dass es bei einer Pause bleibt.
    Für die frustrierten Anwohner: Singen ist befreiend und macht glücklicher, das würde ich Ihnen Sonntags sehr empfehlen!!! Reisen Sie hin und wieder? Sind Sie auch mal Tourist? Augenscheinlich eher nicht. Reisen tut auch gut und öffnet neue Horizonte!

  9. 8.

    Die Hafenbar mit dem Mauerpark zu vergleichen, soso, das müssen Sie mir mal näher erklären. Und wo bitte soll der ganze Mauerpark eine Touristenfalle sein? In dieser Stadt gibt es zuhauf eine Vielzahl an Besuchern von auswärts und was spricht gegen einen Besuch im Mauerpark? Kopfschüttel. Im übrigen, wer immer in diese Gegend sich bevorzugt eine Wohnung ergattert hat, sollte sich auch der Konsequenz bewußt sein, das es eben nicht der Grunewald oder teile von Charlottenburg ist. Jetzt haben die ihren Salat.

  10. 6.

    Endlich gibt es mal eine Pause für dieses Touristenkaraoke. Da war ja die Hafenbar kulturell anspruchsvoller. Der ganze Mauerpark ist nur noch eine einzige Touristenfalle und Lachnummer. Mauerparkflohmarkt -> gentrifiziert. Mauerparkkaraoke -> Gentrifizierung pur.

  11. 5.

    Neeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeiiiin... ey, Berlin, komm mal klar. Wir wollen singen!

  12. 4.

    Sie haben doch in Kreuzberg genug Spaß und Lebensfreude....zum Beispiel im wunderschönen bunten Görlitzer Park .
    Auf solche "Lebensfreude " verzichten wir in Prenzlauer Berg gerne.

  13. 2.

    Die umliegenden Bewohner wird's freuen. Eine Attraktion weniger im Drogen- und Taschendieb-Hotspot am Mauerpark.
    Ich glaube, die Mehrzahl der Mauerpark Anreiner sind froh, dass ein AfD-Mann ihre Interessen wahrt.

  14. 1.

    So ein Zufall aber auch...... Da gibt es seit letztem Jahr organisierte Anwohnerbeschwerden gegen den Mauerpark, da gibt es einen AfD-Mann im Bezirksamt, der zuständig ist und schupps, schon werden die Bauarbeiten als Vorwand genommen, wieder mal "den Spaß zu verderben". Berlin wird immer mehr zu normalen Stadt, und das ist KEINESFALLS als Kompliment gedacht. Ich kann nur hoffen, dass es Verantwortliche gibt, die diese Einschränkung (od. das Attentat auf die Lebensfreude) auf ein Mindestmass/Mindestzeitraum beschränken und ganz schnell diese wirklich lebensfrohe Veranstaltung wieder ermöglichen. Joe - keep on rocking!

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