Passanten laufen in Berlin im Mauerpark durch einen Birkenwald. (Quelle: dpa/Gambarini)
Audio: Inforadio | 09.03.2019 | 07.05 Uhr | Bild: dpa/Gambarini

Intensives Frühjahr für Allergiker - Birkenpollen in Lauerstellung

Der Pollenflug hat in diesem Jahr überaus früh begonnen. Vor allem Erlen- und Haselpollen sind in ungewöhnlich starker Konzentration unterwegs. Der Schrecken vieler gebeutelter Allergiker steht allerdings noch bevor: die Birke. Auch ihr Pollenflug könnte extrem werden.

Die ersten Erlen-, Haselnuss- und Pappelpollen brachten bereits Mitte Februar Allergiker zum Niesen. Nicht nur der Zeitpunkt war ungewöhnlich früh, auch die Konzentration erreichte Rekordwerte. Abhilfe bringt der März bisher nicht. "Das ist ein ungewöhnlich hoher Pollenflug in diesem Jahr", sagt Jörg Kleine-Tebbe im rbb. Er ist Allergologe und arbeitet am Allergie- und Asthma-Zentrum Westend.

Birkenpolle wird bald fliegen

Eine besonders gefürchtete Pollenart ist die Birkenpolle, unter der, laut Kleine-Tebbe, besonders viele Allergiker leiden. Üblicherweise fangen im April die meisten Birken an zu blühen. In diesem Jahr könnten aber schon etwas früher Birkenpollen durch die Luft wirbeln. "Vielleicht wird es ein oder zwei Wochen früher losgehen, also schon Ende März", so Kleine-Tebbe.

Wann genau sie fliegen werden, hängt stark vom Wetter ab. Regen spült sie von den Bäumen. Wird das Wetter im Frühjahr jedoch schlagartig heiter und sonnig, können ebenso schlagartig auch sehr viele Pollen in der Luft sein.
 

Bis zu einem Viertel der Deutschen verspührt Beschwerden

Ob es in der Region langfristig überdurchschnittlich viele Pollen in der Luft geben wird, könne man nicht an einem Ausreißer-Jahr beurteilen, so der Experte. Betrachte man allerdings die vergangenen Jahrzehnte, zeige sich ein Trend. "Die Zahl der Menschen mit Heuschnupfen hat sich nach und nach deutlich erhöht. Jetzt sind zwischen 20 und 25 Prozent in Deutschland von allergischen Beschwerden dieser Art betroffen", so Kleine-Tebbe. "Das liegt wahrscheinlich an vielschichtigen Umwelteinflüssen und, salopp gesagt, an unserem westlichen Lebensstil."

Eine Haselpolle (Quelle: imago/Marius Schwarz)
Haselpollen | Bild: imago/Marius Schwarz

Über einen Blut- oder Hauttest lassen sich Allergien bestätigen. Gegen Symptomen wie tränende Augen, Husten, juckende Nasen oder Ohren könnten Allergiker mittlerweile gut mit Medikamenten vorgehen. Ärzte und Apotheker könnten zu einer Reihe von Augentropfen, Nasensprays oder Anti-Histamin-Tabletten beraten, so Kleine-Tebbe. Wer auf Dauer starke Symptome habe, dem könne eine Immuntherapie helfen, welche die Beschwerden auf lange Sicht lindern kann.

Sendung: Inforadio, 09.03.2019, 07.05 Uhr

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