Symbolbild: Eine Person schaut sich eine pornografische Seite im Internet an (Quelle: dpa/ Mok)
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Kriminalität im Internet - Pornografie-Ermittlungen in Brandenburg nehmen sprunghaft zu

Die Internetkriminalität in Brandenburg rückt zunehmend in den Fokus der Ermittler: Auffällig ist, wie stark die Zahl der Ermittlungen pornografischer Straftaten steigt - und dass die Verfahren der zuständigen Staatsanwaltschaft in Cottbus immer länger dauern.

Die Zahl der Ermittlungen wegen pornografischer Straftaten im Internet ist in Brandenburg im vergangenen Jahr stark gestiegen. Die zuständige Staatsanwaltschaft in Cottbus ermittelte 2018 in knapp 770 Fällen, wie das Justizministerium in Potsdam auf eine Anfrage der CDU-Landtagsfraktion mitteilte.

Damit ist die Zahl der Ermittlungen wegen Straftaten wie etwa der Verbreitung kinderpornografischen Materials, die höchste seit 2013.

Die Gesamtzahl aller Delikte im Internet stieg leicht um 78 auf rund 2.800 Fälle. Dabei geht es unter anderem um Datendelikte, Verletzung von Persönlichkeitsrechten oder Aufforderungen zu Straftaten und um Volksverhetzung.

Leichter Rückgang bei Datendelikten

An zweiter Stelle bei den Ermittlungen wegen Internetstraftaten rangierten bei der "Cybercrime"-Staatsanwaltschaft Cottbus im vergangenen Jahr Datendelikte. Ihre Zahl verringerte sich binnen Jahresfrist leicht um 74 auf 591. Betrug und Computerbetrug folgten auf Platz drei mit 406 Fällen. Gegenüber dem Stand ein Jahr zuvor war das ein Rückgang um 142 Verfahren.

Auch die Verfahren wegen Verletzung von Persönlichkeitsrechten und wegen politischer Straftaten, wie das Verbreiten von Propagandamitteln verfassungswidriger Organisationen, Aufforderung zu Straftaten und Volksverhetzung, nahmen im Jahresvergleich ab.

Staatsanwaltschaft ermittelt vermehrt wegen Ausspähung

Vermehrt ermittelten die Cottbuser Staatsanwälte 2018 dagegen in Fällen wie dem Ausspähen oder Löschen von Daten, bei Wirtschaftsstraftaten und Jugendschutzsachen.

Nach Angaben des Justizministeriums hat sich die Dauer der Verfahren bei der Schwerpunktstaatsanwaltschaft in den letzten Jahren deutlich erhöht. 2013 lag sie noch im Schnitt bei 3,8 Monaten, 2017 bereits bei 9,1 Monaten. 2018 wurden die Verfahren in zwei Kategorien aufgeteilt. Ihre durchschnittliche Dauer reichte von 1,4 bis 12,6 Monate.

Neben der 2014 in Cottbus gegründeten Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung von Computer- und Datennetzkriminalität gibt es seit 2016 beim Landeskriminalamt Brandenburg auch ein Cyber-Competence-Center.

Sendung: Inforadio, 04.03.2019, 8 Uhr

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