Prozess um Tot der jungen Frau am Bahndamm in Pankow - Angeklagter verdeckt sein Gesicht (Bild: dpa/Annette Riedl)
Bild: dpa/Annette Riedl

Plädoyer der Berliner Staatsanwaltschaft - Tote Frau am Bahndamm: Anklage fordert lebenslange Haft

Der Fall der getöteten jungen Frau an einem Bahndamm in Pankow löste im vergangenen Frühsommer über die Berliner Stadtgrenzen hinaus Trauer und Entsetzen aus. Für den mutmaßlichen Täter fordert nun die Staatsanwaltschaft lebenslange Haft.

Im Prozess um den gewaltsamen Tod einer 30 Jahre alten Social-Media-Beraterin an einem Bahndamm in Berlin-Pankow hat die Staatsanwaltschaft eine lebenslange Freiheitsstrafe gefordert. Der 39-jährige Angeklagte habe die Frau getötet, um einen versuchten Raub ihres Handys zu verdecken, begründete die Staatsanwältin am Montag in ihrem Plädoyer vor dem Landgericht.

Frau starb nach Gewalteinwirkung gegen den Hals

Der Verteidiger verlangte dagegen einen Schuldspruch wegen Körperverletzung mit Todesfolge und eine Strafe von unter zehn Jahren Haft. Das Urteil soll am 7. März verkündet werden.

Die Social-Media-Beraterin soll sich am 25. Mai 2018 von ihrer Wohnung aus zu einer nahegelegenen Grünanlage begeben haben, um sich zu sonnen. Gegen 16.10 Uhr habe der Angeklagte die Frau gesehen und und versucht, ihr das Handy zu entreißen, so die Staatsanwältin. Als es zu einem Gerangel kam, habe er beschlossen, die Frau zu töten, um einer Strafverfolgung zu entgehen. Durch Gewalteinwirkung gegen den Hals sei die Frau gestorben.

Angeklagter schilderte anderes Szenario

Der gebürtige Bulgare hatte erklärt, er habe der Frau "nur das Handy entreißen" wollen. Im Gerangel an einem Abhang sei sie gestürzt und gegen eine Schallschutzwand geprallt. Der Verteidiger sagte, die Todesursache sei im Prozess nicht eindeutig geklärt worden. Ein vom Angeklagten geschilderter Unfall sei "nicht abwegig".

Zwei Tage nach dem Tod der Frau fand ein Spaziergänger die Leiche. Sichergestellte Spuren konnten dem Angeklagten zugeordnet werden. Die Staatsanwaltschaft ging zunächst davon aus, dass der Mann die 30-Jährige zur Verdeckung einer versuchten Vergewaltigung umbrachte.

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