Mädchen tippen in Berlin auf ihren Handys. (imago)
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Deutschland-Index Digitalisierung 2019 - Berlin beim Digitalen ganz weit vorn - Brandenburg abgeschlagen

Die Berliner jammern oft über Lücken im öffentlichen WLAN oder Probleme bei der Online-Buchung von Amtsterminen. Jammern auf hohem Niveau, wie eine Studie jetzt zeigt: Demnach steht es mit der digitalen Versorgung deutschlandweit am besten.

Berlin hat bei der Digitalisierung im Ländervergleich die Nase vorn. Das geht aus dem aktuellen Deutschland-Index zur Digitalisierung vom Kompetenzzentrum Öffentliche IT am
Fraunhofer-Institut hervor. Hamburg und Bremen belegen im Index die Plätze zwei und drei - doch ihr Abstand zu Berlin ist groß.

Im Gesamtranking erzielte die Hauptstadt 102,5 Punkte und kam auf den ersten Platz - gefolgt von den anderen Stadtstaaten Hamburg mit 88,5 Punkten und Bremen mit 79,8 Punkten. Brandenburg landete hier mit 60,2 Punkten im unteren Mittelfeld. Das bundesweite Schlusslicht bildet derzeit Thüringen (50,2).

Die Studie wurde erstmals 2017 und nun zum zweiten Mal erhoben. 2017 hatte Berlin bereits den zweiten Platz belegt. In diesem Jahr löste der Stadtstaat den letztmaligen Spitzenreiter Hamburg ab.

WLAN, Wirtschaft, Bürgerservices

Für ihren Index untersuchten die Forscher die digitale Infrastruktur (25 Prozent), Faktoren des digitalen Lebens (20 Prozent), Wirtschaft und Forschung (20 Prozent), Bürgerservices (zehn Prozent) und die Digitalisierung der Kommune (25 Prozent).

Die digitale Verwaltung funktioniert demnach in Hamburg besser als in jedem anderen Bundesland. Die Forscher, die sich unter anderem auch die Zusammenarbeit der verschiedenen Verwaltungsebenen untereinander und die Übersichtlichkeit des online verfügbaren Informationsangebots angeschaut haben, sehen Berlin hier knapp hinter Hamburg auf dem zweiten Platz. Danach folgen - mit einigem Abstand - Nordrhein-Westfalen und Bremen. Den letzten Platz belegt Sachsen-Anhalt.

Gewerbeanmeldungen sind laut Index inzwischen in 37 Prozent der Kommunen möglich. Die Möglichkeit, online einen Bauantrag zu stellen, bietet allerdings nur jedes zehnte kommunale Webportal an.

Wenig öffentliches WLAN in Brandenburg, viel in Berlin

Ohne schnelles Internet und leistungsfähige Mobil-Netze geht es nicht - aber auch ein Arbeits- und Lebensumfeld, in dem sich IT-Fachkräfte wohlfühlen, zählt. Eine Erhebung der Bundesagentur für Arbeit vom Juni 2018 zeigt, dass Unternehmen in Hessen am wenigsten Probleme bei der Besetzung von Stellen in der IT- und Kommunikationsbranche haben. Auf 1.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte kamen dort knapp neun unbesetzte Stellen. In Hamburg waren es zehn, in Berlin zählte die Bundesagentur knapp 14 offene Stellen. In Thüringen kamen in der Branche auf 1.000 Beschäftigte immerhin fast 30 unbesetzte Stellen. In Mecklenburg-Vorpommern fehlten 26 Fachkräfte.

Die Mitarbeiter des Kompetenzzentrums Öffentliche IT hatten im vergangenen Jahr außerdem in jedem Bundesland einige repräsentativ ausgewählte Kommunen gefragt, ob es bei ihnen öffentliche WLAN-Hotspots gibt. Auch hier liegen die Stadtstaaten wieder ganz vorne. Relativ niedrig ist die Zahl der öffentlichen Hotspots demnach im Saarland, in Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz, Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern. Ein überdurchschnittliches Angebot für kostenloses Surfen im öffentlichen Raum haben Nordrhein-Westfalen, Hessen und Bayern. Die angefragten Kommunen in Schleswig-Holstein meldeten dagegen alle zurück: Freies WLAN gibt es bei uns nicht.

Brandenburger selten in sozialen Netzwerken unterwegs

Und noch etwas stellten die Forscher fest: Die Begeisterung für soziale Medien ist in Deutschland nicht mehr ungebrochen. Ihren Angaben zufolge stieg der Anteil der Menschen, die Twitter, Facebook, Instagram und Co. nutzen, zwischen 2015 und 2017 nur im Saarland, in Rheinland-Pfalz und in Hamburg noch geringfügig an. In allen anderen Bundesländern sank der Anteil der User im gleichen Zeitraum - teilweise um bis zu 18 Prozent.

Im Jahr 2017 gaben nur 38 Prozent der Einwohner Brandenburgs an, in sozialen Medien unterwegs zu sein. Das war bundesweit der niedrigste Wert. Spitzenreiter in Sachen Social Media war Rheinland-Pfalz mit 60 Prozent Nutzern. Dass die Ost-Bundesländer mit Ausnahme von Berlin alle Werte von unter 50 Prozent erreichten, dürfte auch der Tatsache geschuldet sein, dass aus diesen Regionen in den vergangenen Jahrzehnten besonders viele junge Menschen abgewandert waren.

Für die Jahre 2017 bis 2019 lässt sich laut Index vor allem hinsichtlich Infrastruktur und private Internetnutzung eine bundesweite Annäherung der digitalen Lebensverhältnisse beobachten. Blickt man dagegen auf die Wirtschaft und die Online-Angebote der Kommunalverwaltungen, seien die Unterschiede aber immer noch sehr groß, heißt es.

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1 Kommentar

  1. 1.

    Der Vergleich von Stadt und Land ist doch wenig aussagekräftig. Wo steht denn Berlin im Vergleich zu Frankfurt, Köln, München oder Stuttgart?

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