In Berlin und Brandenburg kommt es auf mehreren S-Bahn- und Zug-Linien zu Behinderungen. (Quelle: rbb)
Video: rbb|24 | 04.03.2019 | 22 Uhr | Bild: rbb

Bäume auf Gleise gestürzt - Sturmtief "Bennet" hat vor allem den Bahnverkehr getroffen

Der Rosenmontag ist in Berlin und Brandenburg ungemütlich verlaufen. Tief "Bennet" hat sich ausgetobt und besonders den Zug- und S-Bahnverkehr durcheinandergebracht. Und am Checkpoint Charlie warnt kein Schild mehr vor dem Verlassen das amerikanischen Sektors.

Sturmböen mit Windgeschwindigkeiten bis zu 100 Kilometern pro Stunde sind am Montag über Berlin und Brandenburg hinweggefegt: Sturmtief "Bennet" hat die Region getroffen.

In zwei Schüben kamen die Sturmböen, besonders am Vormittag wurden dadurch Bäume umgerissen und einige Zug- und S-Bahnstrecken beeinträchtigt. Auch am Flughafen Schönefeld kam es zu Verspätungen. Auf den Straßen blieb das Chaos aus. Am Nachmittag fielen die Böen dann schon nicht mehr ganz so kräftig aus. 

Ganz vorüber ist das Sturmtief noch nicht. Der Deutsche Wetterdienst warnt auch für Dienstag vor Sturmböen in Berlin und Brandenburg, die sollen allerdings nicht mehr so stark ausfallen.  Die Meteorologen rechnen mit Böen bis zu 70 Kilometern pro Stunde, dort wo es auch Regenschauer gibt, könnten die Sturmböen auch Geschwindigkeiten von bis zu 80 km/h erreichen. 

Berühmtes Schild am Checkpoint Charlie zerbrochen

"Das ist ein ordentliches Sturmereignis für unsere Region", sagte der Meteorologe Christian Schubert von Meteogroup am Montag im rbb. In Berlin musste die Feuerwehr bis zum Schichtwechsel am Montagabend um 19 Uhr wegen "Bennet" rund 80 Mal ausrücken, wie die Behörde auf Twitter mitteilte.

Auch am Checkpoint Charlie war die Feuerwehr im Einsatz: Das berühmte Schild "You are leaving the American Sector", eine Nachbildung des Originals, wurde vom Sturm abgerissen und zerbrach. In der Stadt fielen teilweise die Ampeln aus. Ein großes Verkehrschaos gab es in Berlin laut einem Feuerwehrsprecher aber nicht.

Die Feuerwehr Potsdam musste nach Angaben eines Sprechers bis zum Nachmittag rund 40 Mal ausrücken, unter anderem wegen abgedeckter Dächer. Am S-Bahnhof Griebnitzsee musste sie einen S-Bahnzug freischneiden, der auf einen umgestürzten Baum aufgefahen war.

Dallgow-Döberitz: Einsatzkräfte der Feuerwehr arbeiten an einer Schallschutzwand, die durch einen umgestürzten Baum beschädigt wurde. (Quelle: dpa/Christian Pörschmann)
Die Feuerwehr ist an einer Bahnstrecke in Dallgow-Döberitz im Einsatz. | | Bild: dpa/Christian Pörschmann

Zugverkehr besonders in Nordbrandenburg betroffen

Die ICE-Strecke auf dem Abschnitt Bad Wilsnack und Glöwen (beide Prignitz) konnte wegen eines umgestürzten Baumes am Montagnachmittag nur eingleisig befahren werden, wie ein Bahnsprecher mitteilte. Das Gleiche galt für die Strecke von Willmersdorf (Uckermark) und Angermünde (Uckermark). Voll gesperrt waren die Abschnitte zwischen Neubrandenburg und Altentreptow. 

Ein Fernverkehrszug musste zudem laut Feuerwehr Potsdam im Bereich Dallgow-Döberitz (Havelland) wegen eines umgestürzten Baumes auf den Gleisen eine Notbremsung einleiten. In Folge konnte die Strecke Berlin-Hamburg kurzfristig nur eingleisig befahren werden - es kam zu Verspätungen.

Mehrere S-Bahn-Linien zeitweise unterbrochen

Unterbrochen waren die Linien S1 (Wannsee-Oranienburg), S5 (Strausberg Nord - Westkreuz), S7 (Ahrensfelde - Potsdam) sowie die S25 (Teltow-Hennigsdorf). Umgestürzte Bäume behinderten den Verkehr, einige Stationen waren kurzzeitig gesperrt. Am Montagnachmittag konnten die Linien S1 und S7 wieder fahren. Auf der S5 verkehrten die Züge am Abend wieder. 

Nach S-Bahn-Angaben musste die Höchstgeschwindigkeit im gesamten Netz wegen des Sturms zwischenzeitlich auf 60 Kilometer pro Stunde herabgesetzt werden. Deshalb fuhren die Züge nicht im gewohnten Takt, einige Linien waren auch am Abend noch beeinträchtigt.

Sturmtief "Bennet" führt zu zahlreichen Verkehrsbehinderungen

Verspätungen am Flughafen Schönefeld

Am Flughafen Schönefeld waren die Böen so stark, dass die Abfertigung am frühen Nachmittag aus Sicherheitsgründen kurzzeitig eingestellt werden musste. Infolgedessen sei es zu Verspätungen gekommen, sagte ein Flughafensprecher. Starts und Landungen seien aber nicht betroffen. 

Baum stürzt auf fahrendes Auto, Fahrer stirbt

Im Münsterland gab es ein Todesopfer. An einer Landstraße nahe der Ortschaft Ochtrup (Nordrhein-Westfalen) stürzte ein Baum auf ein fahrendes Auto. Der 37 Jahre alte Fahrer wurde dabei getötet. "Der Verdacht liegt nahe, dass das mit dem Sturm zusammenhängt", sagte ein Sprecher der zuständigen Kreispolizei. [mehr Infos auf WDR.de]

Die Rosenmontagszüge fanden in den Karnevalshochburgen am Rhein nur mit Einschränkungen statt. Am Flughafen Frankfurt am Main waren zeitweise keine Starts oder Landungen möglich.

Sendung: Abendschau, 04.03.2019, 19:30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

13 Kommentare

  1. 13.

    Wollte die Bahn nicht schon nach dem letzten größeren Sturm die Bäume an den Gleisen entfernen?

  2. 12.

    Ok :-D Ich habe null Ahnung. Die Unterschiede habe ich da nicht so drauf. Meinte halt nur, wer feiern will findet auch in der Nähe etwas

  3. 11.

    Die Einschränkung auf der Bahnstrecke Berlin -Stralsund war zwischen Wilmersdorf (Uckermark) und Angermünde (Uckermark).Von Willmersdorf (Barmin) führt noch kein Gleis nach Angermünde!

  4. 9.

    Nein, nicht "Cottbus feiert". Wer den pseudo-rheinischen Karneval mag und es endlich mal westdeutsch haben will, geht auf den Karneval. Eingesessene feiern die wendische Fastnacht.

  5. 8.

    Ach rbb... Das heißt "Checkpoint Charlie". Ist das die neue Form journalistischer Qualität?

  6. 6.

    Karneval geht total an mir vorbei und ich finde es toll, dass Berlin ihn nicht hat. Aber wenn Sie wollen... Cottbus ist nah und feiert.

  7. 5.

    @Frank: Was Sie meinen, ist der sogenannte „Tulpensonntag“.
    Habe ich gestern im Fernsehen gelernt.

  8. 4.

    Kalendarische Ausgelassenheit ist nicht so meins.
    Und eigentlich fände ich es ungewöhnlicher (und feiernswerter) mal NICHT von Narren regiert zu werden.
    Aber viel Spaß.

  9. 3.

    Karneval ist das, was hier wirklich niemand braucht. Lasst die Kinder Fasching feiern, alles andere ist hier völlig fehl am Platze.

  10. 2.

    Na was ein Glück, daß in dieser Stadt der Karneval ohnehin nicht (mehr) stattfindet. Die drögen Bedenkenträger in der Verwaltung hätten den Rosenmontagszug bei dem "Unwetter" glatt absagen müssen.
    Obwohl: Eigentlich fand der Berliner Rosenmontagszug, solange er mal rollen durfte, lächerlicherweise sowieso am "Rosen"Sonntag und das auch noch vor der Karnevalswoche statt.
    Möge er in Frieden ruhen... Auf nach Köln.

  11. 1.

    Ich find's ansich toll, dass jetzt nicht mehr der Winter die einzige Jahreszeit ist, die zweimal pro Jahr vorkommt, sondern der Herbst.
    Aber mein Beileid den Angehörigen des Todesopfers.

Das könnte Sie auch interessieren