Ein Radfahrer fährt an der Synagoge am Fraenkelufer in Berlin-Kreuzberg vorbei. (Quelle: imago/
Bild: imago/Tagesspiegel

85 Jahre nach Novemberpogromen - Wiederaufbau von Kreuzberger Synagoge soll 2023 starten

Der Wiederaufbau der Synagoge am Fraenkelufer in Berlin-Kreuzberg soll am 9. November 2023 beginnen. Das teilte das Kuratorium des Projekts am Freitag mit.

Damit würden die Bauarbeiten genau 85 Jahre nach der Zerstörung des jüdischen Gotteshauses während der Novemberpogrome der Nazis starten. Mit dem Neubau, der architektonisch an die alte Synagoge erinnern soll, wolle man ein starkes Zeichen gegen das Vergessen setzen, hieß es. Die neue Synagoge solle ein Ort des gesellschaftlichen Miteinanders, des Austauschs und der Toleranz sein.

Nur ein Teil der Synagoge ist noch erhalten

Die 1916 errichtete Synagoge bot damals Platz für 2.000 Personen. Das Innere des Hauptgebäudes wurde in der Pogromnacht 1938 derart verwüstet, dass es als Synagoge nicht mehr genutzt werden konnte. Das beschädigte Hauptgebäude wurde 1958 abgerissen. Erhalten blieb die frühere Jugend- und Wochentagssynagoge, die heute unter Denkmalschutz steht.

Initiator des Projekts ist der SPD-Fraktionschef im Abgeordnetenhaus, Raed Saleh. Zur Begründung eines Wiederaufbaus führte Saleh an, dass die jüdische Gemeinde unter anderem durch den Zuzug junger Familien schnell wachse. Zudem könne und wolle sie in dem weithin muslimisch geprägten Umfeld von Kreuzberg und Neukölln einen wichtigen Beitrag zum interreligiösen Dialog leisten. Dem Kuratorium gehört auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) und Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) an.

Sendung: Abendschau, 15.03.2019, 19:30 Uhr

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