Kriminaltechniker vor dem Haus von Rebeccas Schwester, wo die verschwundene 15-Jährige vor zwei Wochen übernachtet hatte. (Quelle: dpa/Bernd von Jutrczenka)
Video: rbb|24 | 04.03.2019 | 22 Uhr | Bild: dpa/Bernd von Jutrczenka

Haftbefehl erlassen - Schwager der vermissten Rebecca erneut festgenommen

Der Schwager der vermissten Rebecca ist am Montag erneut festgenommen worden. Gegen den 27-Jährigen wurde Haftbefehl erlassen. Der Mann ist bereits seit Tagen im Fokus der Berliner Ermittler. Von der 15-Jährigen fehlt indes weiterhin jede Spur.

Im Fall der vermissten Rebecca hat die Berliner Polizei den verdächtigen Schwager der 15-Jährigen erneut festgenommen. Es gebe einen gültigen Haftbefehl wegen des dringenden Tatverdachts des Totschlags gegen den Beschuldigten, teilte ein Polizeisprecher am Montagabend mit. Auf Grundlage des Haftbefehls nahmen Ermittler der Mordkommission den 27-Jährigen in den frühen Abendstunden in Berlin fest. Er kam zunächst in Polizeigewahrsam. Ein Richter soll den Haftbefehl am Dienstagvormittag verkünden. Die Ermittlungen dauern weiter an.

Die Ermittler werden nun darauf dringen, den Verdächtigen dazu zu bewegen, Angaben zum Verbleib von Rebecca zu machen, wie ein Polizeisprecher am Montagabend sagte. Welche Hinweise genau den Mann verdächtig machten, sagten die Ermittler aus taktischen Gründen nicht. Ob es eine neue Suchaktion gebe, war nicht bekannt.

Der Mann war bereits am vergangenen Donnerstag vorübergehend festgenommen worden, weil es Widersprüche zwischen seinen Aussagen und den Ermittlungsergebnisse gegeben habe, so die Ermittler. Am darauffolgenden Tag war der 27-Jährige aber wieder auf freien Fuß gesetzt worden, weil der Ermittlungsrichter zu diesem Zeitpunkt keinen dringenden Tatverdacht sah. Die Staatsanwaltschaft hatte gegen diese Freilassung Beschwerde eingelegt.  "Wir waren mit der ersten Entscheidung nicht zufrieden", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft am Montagabend. Ob dem neuen Richter weitere Beweise vorgelegt wurden, blieb unklar.   

Rebecca vor genau zwei Wochen verschwunden

Vor genau zwei Wochen verschwand die 15-jährige Rebecca in Berlin - und bis heute fehlt von dem Mädchen jede Spur. Trotz intensiver Suche wurde Rebecca bisher weder lebend gefunden noch wurde ihre Leiche entdeckt. Die Polizei setzte bei ihrer Suche auch Spürhunde und einen Hubschrauber ein. Die Kriminalpolizei geht davon aus, dass sie getötet wurde. 

Die Spurensicherung des Landeskriminalamtes hatte das Haus der Schwester und des Schwagers im südlichen Teil Neuköllns am Freitag durchsucht. Die Auswertung könne Tage dauern, hieß es. Rebecca hatte in der Nacht zum 18. Februar, einem Montag, dort im Wohnzimmer übernachtet. Am Morgen war sie nicht mehr da und tauchte auch nicht in der Schule auf.

Familienangehörige suchten mit Flugblättern und in den sozialen Netzwerken unter dem Hashtag #findbecci nach dem Mädchen. Bei der Polizei gingen bis Montagvormittag 180 Hinweise ein, wie eine Sprecherin sagte.

Sendung: Abendschau, 04.03.2019, 19:30 Uhr

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17 Kommentare

  1. 17.

    Zumindest berichten einige Medien übereinstimmend das es ausreichend Anhaltspunkte geben soll. Aber hin wie her das sind alles wilde Spekulationen. Solange man dem Schwager keine Tat nachweisen kann und ihn dafür verurteilt gilt die Unschuldsvermutung. Jeder kann sich ja eine eigene Meinung bilden aber wilde Spekulationen machen den Ermittlern die Arbeit nicht leichter.

  2. 16.

    Die PM der Polizei ist genau so absurd. Das macht die Verbreitung durch den rbb aber keinen Deut besser. Rumhacken tun Leute hier nur auf jmdm, f den dzt die Unschuldsvermutg gelten muss. Und nicht zuletzt auf dessen Angehoerigen. - Aber vllt koennen Sie ja endl mal meine Frage beantworten wem es nutzt zu wissen, wer verdaechtigt wird??

  3. 15.

    Ich verstehe nicht, was hier auf dem RBB "rumgehackt" wird...

    Sie informieren darüber, was die Berliner Polizei öffentlich in einer Pressemitteilung veröffentlicht hat:
    https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/pressemitteilung.786693.php


  4. 14.

    Von der Oeffentlichkeit erwarte ich gar nichts. Ich erwarte nur von Journalisten (und zwar insbesondere oeffentlich-rechtlichen), dass sie Details, die zur Identifizierung eines Verdaechtigen durch sein Umfeld fuehren, zurueckhalten. Und zwar so lange, bis entweder die Ermittlungen eine Veroeffentlichung der Identitaet zwingend erforderlich machen oder die Schuld eines Verdaechtigen zweifelsfrei geklaert ist. Ist das in einer modernen Gesellschaft schon zu viel verlangt? Gibt es echt keine anderen Informationen, mit denen man sich unterhalten kann?

  5. 13.

    Dann erwarten Sie aber von der Öffentlichkeit einen Wahnsinns-Balanceakt - auf der einen Seite soll sie sich von der "guten und richtigen" Suche der Familie angesprochen fühlen - auf der anderen Seite soll sie sich aber für den Fortgang der Ermittlungen nicht interessieren. Ich glaube, das geht nicht.

  6. 12.

    Bullshit, Dein Kommentar. Er wurde wieder nur festgenommen und heute soll er erneut dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Ob es neue Beweise gibt ist unklar. Die Staatsanwaltschaft hatte Beschwerde gegen die Freilassung eingelegt.
    Schonmal daran gedacht, dass er vielleicht schweigt weil er keinen Angehörigen belasten will und dies auch nicht muss o.ä.
    Schweigen heißt nicht schuldig

  7. 11.

    Die Familie sucht die Oeffentlichkeit insofern, als dass sie hofft, von ihr Hinweise ueber den Verbleib der vermissten Angehoerigen zu erhalten. Das ist gut und richtig. Die Familie sucht jedoch keine Oeffentlichkeit, die sich am Fortgang der Ermittlungen ueber ein verschwundenes Kind einfach nur unterhalten will. Fuer Entertainment hat der rbb grosse, eigene Abteilungen. Das ist nicht Aufgabe der Nachrichtenredaktion - ganz besonders dann nicht, wenn es auf Kosten von jemandem geht, fuer den zum aktuellen Zeitpunkt die Unschuldsvermutung gelten muss. Das hier ist das echte Leben und kein Krimi.

  8. 9.

    Also, lieber Frank, nun beruhigen Sie sich mal. Die Familie sucht doch selbst die Öffentlichkeit, wie mir scheint. Und die Öffentlichkeit ist nun entsprechend interessiert. Und diesem Interesse trägt der RBB Rechnung. Das ist sein Auftrag. Schuldig gesprochen wurde hier niemand.

  9. 8.

    @rbb|24: Die uebliche Rechtfertigungsschiene, so abgedroschen, dass es staubt. Natuerlich erfuellen Sie nur Ihre Pflicht - wie es sich fuer brave Deutsche gehoert. Klar, denn wenn Sie es nicht machen... Wissen Sie allen Ernstes nicht, wie der Ruf eines Menschen durch eine moeglicherweise falsche Beschuldigung definitiv zerstoert wird? Haben Sie das nicht in der Schule, spaetens der Ausbildung gelernt? Und auch nicht, wie oft Verdaechtige sich als unschuldig herausstellen? Sie sehen doch anhand #5, wie Hobby-Ermittler ihre Schluesse quasi aus dem Nichts ziehen. Und im weiteren Umfeld der Vermissten wird es wohl viele Andere geben, die den Verdaechtigen aufgrund der genannten Beziehung nun persoenlich identifizieren koennen. Wenn sich eine Taeterschaft definitiv herausgestellt hat, DANN ist der richtige Zeitpunkt, eine Person partiell oeffentlich zu machen. Aber doch nicht vorher! Ich frage Sie nochmals: WEM nutzt es zu wissen, dass der Schwager verdaechtigt wird? WEM?

  10. 7.

    Wir berichten hier nicht über Vermutungen, sondern über Fakten (Festnahme, Haftbefehl bzw. der generellen Suche nach dem vermissten Mädchen), die so auch von der Polizei und Staatsanwaltschaft mitgeteilt werden. Worin sehen Sie da eine Vorverurteilung? Inwiefern ist das journalistisch unsauber? Der Fall interessiert und bewegt in Berlin (und auch darüber hinaus) seit zwei Wochen sehr viele Menschen, womit wir auch unserer Informationspflicht nachkommen.

  11. 6.

    Und auch oeffentlich-rechtliche Journalisten erfreuen sich auch in diesem Fall wieder daran, ohne jede echte Arbeit die Klickzahlen zu erhoehen . Wie schon Marlis in #4 schreibt: vor der Verurteilung gilt die Unschuldsvermutung. Und nicht die Vor-Verurteilung. Wem, ausser den Journalisten, nutzen diese Veroeffentlichungen von Verdaechtigen? Dem verschwundenen Menschen? Nein. Den Ermittlern? Nein. Den Angehoerigen der Verschwundenen? Nein. Anderen potenziellen Opfern? Nein.
    Also zeigen sie doch mal ein bisschen Ehrgefuehl und betreiben Sie serioesen Jounalismus. Es gab doch nun wahrlich schon genug Faelle, wo sich eine Vorverurteilung als falsch herausstellte, das Leben des betreffenden aber dennoch ruiniert war. Warum riskieren Sie das auch in diesem Fall?

  12. 5.

    Nun, er hat anzunehmenderweise kein Alibi und zu seiner Entlastung trug er mit dem Schweigen auch nicht bei. Er täte aber allen einen Gefallen dieses zu brechen, selbst wenn er es dann nicht gewesen sein sollte. Aber die Sache scheit schon extrem eindeutig.

    Die Annahme "Totschlag" lässt immerhin den Schluß zu, dass keine Sexualstraftat vorliegt, denn jemanden zur Vertuschung dieser zu töten wäre Mord.

  13. 4.

    So kange der Mann nicht verurteilt ist, gilt die Unschuldsvermutung. Und so lange es keine schlüssigen Beweise gibt, muss er freigelassen werden. So einfach ist das.

  14. 3.

    Naja, grundsätzlich wurde er in diesem Fall verhaftet und nicht festgenommen. Das ist ein großer Unterschied. Nun aber zu Ihrer Irritationen. Anfangs wurde der Schwager festgenommen, aufgrund der bis dahin vorgelegten Beweislage aber wieder auf freien Fuß gesetzt, ein Haftbefehl also nicht erlassen. Ich denke, dass die Staatsanwaltschaft jetzt genügend Verdachtsmomente vorbringen konnte, um einen Haftbefehl zu erwirken. Dieser wurde vollstreckt - der Schwager verhaftet.
    Das ist nicht ungewöhnlich und zeigt einmal mehr, dass bei uns nicht willkürlich sondern nach Recht und Gesetz gehandelt wird. Gut so!

  15. 2.

    Mein Mitgefühl gilt der Familie und ich drücke noch immer die Daumen, dass Rebecca möglichst unversehrt gefunden wird.
    Wie schlimm muss diese Ungewissheit für die Angehörigen sein und dann noch der Verdacht gegen den Schwager. Sollte er wirklich mit dem Verschwinden von Rebecca zu tun haben, ist es überfällig endlich die Wahrheit zu sagen. Schlimm genug, wenn Fremde einem nahestehenden Menschen etwas antun. Wie viel schrecklicher ist es, wenn der Täter aus der eigenen Familie kommt. Ich hoffe, die Piolizei/Staatsanwaltschaft kann den Fall bald aufklären und wünsche der Familie viel Kraft.

  16. 1.

    " vorübergehend festgenommen, ......aber wieder auf freien Fuß gesetzt ...erneut festgenommen "
    irritierend , die Aktionen der Justiz

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