Kleines Mädchen mit Windpocken (Quelle: ImageBroker/ Jaubert)
Bild: ImageBroker/ Jaubert

Infektion in Kleinmachnow - Schüler ohne Windpocken-Impfung müssen zu Hause bleiben

Kinder an einer Waldorfschule in Kleinmachnow dürfen vorübergehend nicht zum Unterricht kommen, wenn sie nicht gegen Windpocken geimpft sind. Weil dort eine Schülerin erkrankt ist, will das Gesundheitsamt die Ausbreitung verhindern - und kontrolliert Ausweise.

Schüler der Freien Waldorfschule in Kleinmachnow (Potsdam-Mittelmark), die nicht gegen Windpocken geimpft sind, werden ab sofort vom Unterricht ausgeschlossen. Das bestätigte Andrea Metzler, Sprecherin des Landkreises gegenüber rbb|24. Zuvor war am 18. März bekannt geworden, dass eine Schülerin der 7. Klasse an Windpocken erkrankt ist. Zuerst hatte die B.Z. berichtet.

Das Gesundheitsamt war nach eigenen Angaben am Donnerstag mit sechs Mitarbeitern im Einsatz, um die Personen zu ermitteln, die mit der Erkrankten in Kontakt waren. "Die Ermittlung der Kontaktpersonen ist grundsätzlich bei ansteckenden Infektionskrankheiten üblich und notwendig", teilte das Gesundheitsamt mit.

Gesundheitsamt kontrolliert Ausweise

Nun müssen Schülerinnen und Schüler, die nach 2004 geboren und noch nicht geimpft sind, bis zum 30. März der Schule fernbleiben, sagte Metzler rbb|24. Dies sei der
Zeitraum der mittleren Inkubationszeit. Konkret müssten "zweimal Varizellen Impfungen" nachgewiesen werden. Das Gesundheitsamt kontrolliere die Impfausweise und die Maßnahmen seien mit der Schulleiterin abgesprochen. In der Schule soll es Aushänge geben, die darüber informieren.  

Kinder, die nachweislich schon einmal Windpocken hatten, dürften in die Schule gehen, so die Information des Gesundheitsamts.

Infektionsschutzgesetz

Das Gesundheitsamt beruft sich auf die Paragraphen 16, 28 und 34 des Infektionsschutzgesetzes. Um das Ausbreiten der hochansteckenden Krankheit zu verhindern, können demnach entsprechende Schutzmaßnahmen durchgeführt werden. Mit dem Schulverbot für nicht Geimpfte folge das Gesundheitsamt den Empfehlungen des Robert-Koch-Instituts.

Windpocken sind hoch ansteckend, sie können beim Atmen oder Husten über die Luft übertragen werden und zu eitrigen Wunden oder einer Lungenentzündung führen.

Kommentar

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21 Kommentare

  1. 21.

    Impfungen haben auch etwas mit Verantwortungsbewußtsein anderen gegenüber zu tun. Ist ein ausreichender Teil der Bevölkerung geimpft, gibt es den sogenannten „Herdenschutz“ für z.b. ungeimpfte Säuglinge. Ist die Bevölkerungsdichte sehr hoch, ist die Gefahr einer Ansteckung mit Krankheiten zudem viel größer. Wer in einem 200-Seelen-Dorf wohnt und nur Auto fährt ist natürlich nicht so gefährdet, wie jemand in einer Millionenstadt, der die Öffentlichen nutzt usw. Auch Windpocken können schwere Folgeerkrankungen auslösen. Aber auch Menschen mit Autoimmunerkrankungen können in große Gefahr geraten. Wer Anderen dieses Risiko zumutet, handelt unfair und verantwortungslos.

  2. 20.

    Wie recht Sie haben. Windpocken können in der Schwangerschaft für den Fötus gefährlich werden und können Jahre bis Jahrzehnte nach der Ansteckung "wieder erwachen", inform einer Gürtelrose. So geschehen bei meiner bis dato gesunden Mutter, die an den Folgen verstarb. Wer nicht impfen will, soll es halt lassen, handelt der Gemeinschaft gegenüber aber rücksichtlos und egoistisch und muss dann die Konsequenzen tragen. Deren Kinder müssen halt separiert werden. Richtig so.

  3. 18.

    Und, gehen Sie jetzt nur noch im Ganzkörperkondom und Atemschutzmaske aus der Wohnung? Meine Güte, was ne Panik, dazu noch Nocken Kommentar, gespickt mit gefährlichem Un- bzw. Halbwissen.

  4. 17.

    Ich denke Doktor Huuuh hat die Windpocken mit den Pocken verwechselt. Weder die Masern noch die Windpocken gelten oder galten als ausgerottet.

  5. 16.

    Wenn Sie sich vor der 24. Schwangerschaftswoche mit Varizellen infizieren, kann dies zu einer Fehlgeburt oder bei Ihrem Baby (in ca. 1 bis 2 Prozent der Fälle) zum so genannten angeborenen Varizellensyndrom (CVS) mit Fehlbildungen insbesondere der Gliedmassen, der Augen (Linsentrübung), des Gehirns und der Haut führen. Das größte Risiko besteht bei einer Infektion in der 13. bis 20. Schwangerschaftswoche. Nach der 24. SSW ist das Varizellensyndrom kaum mehr zu befürchten, aber die werdende Mutter ist durch eine besonders schwer verlaufende Lungenentzündung gefährdet.

    https://www.schwangerundkind.de/schwanger-windpocken.html

  6. 15.

    Die Windpocken sind überhaupt nicht so harmlos, wie hier einige finden. Klar, für ein Kind sind sie normalerweise nur nervig und nicht gefährlich. Erstmal. Das Problem ist aber, dass man den Erreger nie wieder loswird und dass dieser Erreger, wenn man ihn einmal im Körper hat, Jahrzehnte später noch eine Gürtelrose auslösen kann. Ich hatte das zweifelhafte Vergnügen vorigen Sommer und fand das wirklich nicht schön, obwohl die Sache bei mir noch harmloser verlief als sie hätte sein können. Kann, wenn man Pech hat, ernsthafte Komplikationen haben und furchtbar wehtun. Zu meiner Zeit konnte man noch nicht gegen Windpocken impfen, aber ich wollte, man hätte gekonnt. (Und für Schwangere sind die Windpocken übrigens auch so gar nicht harmlos.)

  7. 14.

    Hey,einen Text richtig lesen, und nicht gleich besserwisserisch losbellen!

  8. 13.

    Oh Mann, alle werden sterben!
    Im Ernst, das Gesundheitsamt macht sich mit dieser Aktion mehr als lächerlich!
    Passiert das ab jetzt auch bei Scharlach, der Hand-Mund-Fuß-Krankheit, Noroviren, Ringelröteln, Erkältungen ... ?
    Ach nein, ich vergaß, dagegen kann ja (noch) nicht impfen, also muss man auch nicht zu Hause bleiben, wenn man Kontakt gehabt haben könnte.
    Das Ganze wird erst dann auf einmal zu einem unüberwindbaren Problem, sobald es eine Impfung dagegen gibt...
    Demnächst bleibt die Schule ganzjährig zu, da immer irgendjemand mit jemandem Kontakt hatte, der gerade was hat...
    Willkommen in der Welt der Behördenwillkür!!!

  9. 11.

    Das brocken uns die Impfgegner ein. Es ist einfach nur noch lächerlich. Klar, das sind jetzt nur Windpocken. Aber bald kann es dabei auch um längst ausgerottete Krankheiten gehen die die Kinder "einfach mal durchmachen" sollen. So ein Quatsch. Das schlimmste daran ist, dass die Impfgegner die Folgen nicht einmal selbst tragen müssen, sondern ihre Kinder die eigene Ideologie aushalten lassen. Unverantwortlich!

  10. 10.

    Das ist alles Panikmache!
    Wie ist es denn um den Impfstatus der Lehrer und der anderen Schulbediensteten bestellt?

    Was ist mit Impfversagern, d.h. Impfschutz wird nicht vom Körper aufgebaut?- wie testet man das in der Situation?, Eintrag im Impfpass liegt vor!

    Und wo ist überhaupt das Recht auf informelle Selbstbestimmung?

    Bitte mal nachdenken!!

  11. 9.

    Ich bin wahrlich kein Impfgegner...aber es sind WINDPOCKEN! 6 (!) Angestellte im Einsatz zur Kontrolle... kann man Geld noch mehr verbrennen? Als Kind der 90er, hatten wir sie doch alle...war nervig aber das war es auch... Ah, mein kleiner Cousin hatte übrigens auch die Windpocken, trotz Impfung..man kann sich wirklich überall anstecken. Meist noch bevor die Schule hätte eine Warnung aussprechen können...

  12. 7.

    Es wird immer lächerlicher,
    Windpocken ist eine harmlose kinderkrankheit... erst beim Erwachsenen steigt das Risiko von Komplikationen...
    Der Aufwand... diese kosten und erst die Panik die Auftritt wenn die ganzen Frauen die Windpocken nicht hatten Schwanger werden...

  13. 6.

    Also prinzipiell bin ich auch für eine Impfpflicht aber da solche Dinge heute nicht mehr durchsetzbar scheinen, sollten sich alle Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen weil sie "Selbststudium" betrieben haben, damit abfinden, dass ihre Kinder im Falle eines Vorkommens zu Hause bleiben müssen.
    Dass man nicht gleich ganz Kleinmachnow abriegeln und testen kann sollte dabei auch jedem klar sein. Andernfalls müsste man die Kontaktpersonen derer, die in der Nähe waren auch testen und dann würde Berlin als nächstes lahmgelegt werden und dann die restlichen deutsche Städte und über die deutschen Grenzen hinaus dank dem Reiseverkehr.... Also immer schön die Kirche im Dorf lassen!
    Und vergessen wir mal eins nicht: Impfungen schützten immer noch mehr als keine!

  14. 5.

    Ich geb Ihnen Recht in Hinblick auf einige wirklich schwere Krankheiten. Impfpflicht gegen Polio, Masern, Keuchhusten, Pocken u.a.m. halte ich auch für richtig und sollten auch Pflichtimpfungen sein.
    Tetanusimpfung gebietet der in letzter Zeit so oft zitierte "Gesunde Menschenverstand", gerade bei Kindern, die draußen toben. Allerdings kann und soll man sich m.E. nicht gegen jede auch nur mögliche Krankheit impfen lassen. Windpocken sind eine sog. Kinderkrankheit, gab Zeiten, da hatte die mal jede*r.

  15. 4.

    ... der Sportunterricht der Waldorfschule Kleinmachnow findet im übrigen zum Großteil an der benachbarten Maxim Gorki Schule statt. Turnhalle, Toiletten, Duschen und Räume werden von den Schülern der beiden Schulen benutzt. Steht das Gesundheitsamt nicht auch in der Pflicht die Schüler der Maxim Gorki Schule „zu schützen“ um eine Ausbreitung der Krankheit zu verhindern?

  16. 3.

    Ist das Themenbild nur schlecht gewählt oder soll das Panikmache sein? Ich bin garantiert kein (schon gar kein militanter) Impfgegner und ich halte etliche Impfungen sogar für unerläßlich.
    Was allerdings Windpocken angeht: als ich jung war wurde niemand gg. Windpocken geimpft. Das war eine typische Kinderkrankheit, die fast jede*r durchgemacht hat. Später gab es dann sogar diese "Windpockenparties".
    Der Krankheitsverlauf ist im Allgemeinen nicht allzu gravierend und - siehe Berlinerin:07:00h - unsere Umwelt ist nun mal nicht keimfrei, gilt auch für Grippe usw. Übrigens gehen die Meisten zum Aldi und auch nicht mehr in Buchhandlungen, da sie nicht mehr in der Lage sind, Sätze mit Haupt- und Nebensätzen zu begreifen.
    PS - unabhängig von der Schutzimpfung - ein Impfschutz zw. 70-90% ist schon ganz schön gut.

  17. 2.

    Na ja, "trügerische Sicherheit". Schon einmal darüber nachgedacht, dass die Krankheit als ausgestorben galt und sich erst wieder etablierte, weil es Impfgegner gibt, bez. die Krankheit wieder eingeschleppt wurden? Zwei Komponente, die die Verbreitung fördern. IDarum bin ich dafür, dass Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen, eine Geldstrafe von 500 EUR zu zahlen haben und das eine Impfpflicht eingeführt werden muss.
    Zu Ihren Einwand, dass andere Schulen, EDIKA nicht geschlossen werden, nur soviel, dass das jederzeit geschehen kann, sollte das Gesundheitsamt den Ansteckungsherd nicht in Griff bekommt und es sich zu einer Epedemie entwickeln könnte. Das hoffen wir doch alle nicht, dass das passiert.

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