20.04.2019, Berlin: Ein zerstörter Pkw steht auf einer Kreuzung der Karl-Marx-Allee (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Bild: dpa

Unfall in Berlin-Friedrichshain - Rettungswagen kollidiert im Einsatz mit Auto

Ein Rettungswagen der Berliner Feuerwehr ist am Samstagmorgen bei einer Einsatzfahrt in Berlin-Friedrichshain mit einem Auto kollidiert. Nach bisherigen Erkenntnissen sei die dreiköpfige Besatzung des Wagens auf der Karl-Marx-Allee zu einem Einsatz gefahren, teilte die Polizei am Samstagnachmittag mit. Demnach sei der Rettungswagen mit Blaulicht und Martinshorn unterwegs gewesen.

Der Zusammenstoß mit dem Pkw habe sich gegen 5 Uhr morgens an der Einmündung Andreasstraße ereignet, wo der 31-jährige Fahrer des Rettungswagens mit dem Renault eines 59 Jahre alten Fahrers kollidiert sei, der auf der Andreasstraße in Richtung Friedrichsberger Straße fuhr.

Durch die Wucht des Aufpralls wurden beide Fahrer verletzt. Der 59-Jährige sei zur Beobachtung in ein Krankenhaus gebracht worden, der Fahrer des Rettungswagens habe einen Schock erlitten; seine Kollegen seien unverletzt geblieben.

Sendung: Abendschau, 20.04.2019, 19.30 Uhr

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10 Kommentare

  1. 10.

    Die Hörner abstoßen? Sie wissen ja gar nicht, wovon Sie schreiben. Juristisch stehen die Retter in einer Unfallsituation nicht anders da, als Privatpersonen. Die werden sich hüten einen Unfall zu riskieren. Bitte keine wilden Spekulationen hier schreiben. Mit Sonderrechten zu fahren setzt für die Rettungskräfte nicht automatisch die StVO außer Kraft.

  2. 9.

    Das Problem sind ja nicht die Fälle, in denen Einsatzfahrzeuge gleich der anderen in einer Grünphase fahren, nur eben mit höherer Geschwindigkeit, sondern die Fälle, in denen die Einsatzfahrzeuge bei Rot über die Kreuzung müssen. Da habe ich schon etliche Grenzfälle erlebt, wo jederzeit anderes hätte passieren können. Sowohl in Potsdam als auch in den Teilen Berlins, in denen ich unterwegs bin. Aus der Tatsache, nicht Augenzeuge eines Zusammenstoßes geworden zu sein, folgt ja nicht, dass es nicht woanders zu solchen Zusammenstößen kommt. So hoch ist die Wahrscheinlichkeit ja wiederum nicht, vielmehr ginge es ja "nur" darum, dass diese wohlweislich eben nicht zunimmt. Da habe ich ggf. eine andere Einschätzung als Sie.

  3. 8.

    Dann haben wir wohl wirklich gravierend voneinander abweichende Wahrnehmungen oder aber in Potsdam fahren Einsatzkräfte anders als in Berlin. Bei einem Einsatzwagen, der an einer Kreuzung nahezu bis zum Stillstand herunterbremst, spreche ich von deutlicher Reduzierung der Geschwindigkeit. Wenn Einsatzwagen grün haben oder auf der Hauptstraße sind, bremsen sie natürlich nicht herunter. Ist ja dann auch nicht nötig. Mir ist aber noch nie ein Fahrzeug mit Sondersignal aufgefallen, dass mit überhöhter Geschwindigkeit eine freie Fahrt erzwingen will.

  4. 7.

    Wenn Sie deutliche Verringerung der Geschwindigkeit meinen und nicht nur eine bloß minimale, so entspricht hier, pardon, offenbar der Wunsch schon der Wirklichkeit. Weder Sie noch ich sind bei jeder Einsatzfahrt dabei und offenbar fallen da unsere Einschätzungen "etwas" auseinander. Was Sie Fehleinschätzungen nennen, führe ich auf die besagte Allmachtsphantasie zurück, wobei sich gerade jüngere Einsatzkräfte offenbar noch die Hörner abstoßen müssen.

  5. 6.

    Als enge Angehörige eines Feuerwehrmannes, der so einen "Kreuzungsunfall" hatte, kann ich nur darum bitten, mit Mutmaßungen und Spekulationen sehr vorsichtig zu sein. Die Kreuzung war klar, Rettungsgassen gebildet. Er fuhr einen sterbenden Mann zum Krankenhaus. Auf der Kreuzung prallte mit ca. 50km/h ein Pkw seitlich in seinen RTW. Die Fahrerin erkannte die Situation nicht, hatte extrem laute Musik an, sah die Möglichkeit Gas zu geben und wollte vor dem Rettungswagen über die Kreuzung. Dass es keine Schwerverletzten oder Tote gab war ein Wunder. Das sagten dutzende Zeugen aus. Der Fahrtenschreiber bewies aber, dass er vorschriftsmäßig fuhr. Aber erst nach Monaten. Die Zeit bis dahin war der Horror für ihn. Der Druck, der auf den Rettungskräften lastet ist enorm. Und das in diesem Wahnsinnsverkehr. Also bitte keine voreiligen Schlüsse ziehen.

  6. 5.

    Die Beobachtung des Verhaltens der Einsatzkräfte an jeder beliebigen Kreuzung widerlegt Ihre Unterstellung sofort. Sofern Einsatzkräfte nicht vorfahrsberechtigt sind, verringern sie immer die Geschwindigkeit. Das ergibt sich schon aus der StVO. Diese Leute sind schließlich nicht lebensmüde. Allerdings unterliegen sie dem Zwang, schnellstmöglich beim Hilfebrauchenden ankommen zu müssen und gleichzeitig keine Gefahr für Dritte darzustellen. In diesem Stress kann es leider auch zu Fehleinschätzungen über das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer kommen, was sich in einer dreimal höheren Unfallwahrscheinlichkeit während einer Blaulichtfahrt zeigt. Ursache ist hier nicht Selbstüberschätzung oder Allmachtsdenken sondern schlicht und einfach Momentversagen, so wie bei fast jedem anderen Unfall im Straßenverkehr auch.

  7. 4.

    Auffällig scheint mir zu sein, dass Zusammenstöße nicht innerhalb von Straßenverläufen passieren, sondern auf Kreuzungen. Da hilft das Einschalten des Martinshorns innerhalb von Straßenverläufen recht wenig. Gegebenenfalls könnte natürlich zwei, drei Sekunden vor Erreichen der Kreuzung das Horn eingeschaltet werden anstatt direkt bei Erreichen der Kreuzung. - Mir scheinen die Zusammenstöße allerdings weit mehr mit einem Übermut zusammenzuhängen, auf Kreuzungen nicht zwingend langsamer zu werden oder gar anzuhalten. Das könnte auf ein Defizit während der Ausbildung zurückzuführen sein bzw. darauf zurückzuführen sein, die Werbung für den Beruf der Rettungskräfte mit Allmachtsphantasien zu verbinden. Vor allem junge Menschen sind vglw. stärker dafür anfällig.

  8. 3.

    "Martinshorn kommt meist erst an der Einmündung einer Kreuzung."
    Das ist möglicherweise die Ursache dieses Unfalles.
    In den Niederlanden fahren RTW im Einsatz durchgehend mit Blaulicht und Martinshorn. Kein Vergnügen für die Anwohner, aber es gibt anderen Verkehrsteilnehmern die Möglichkeit früher zu reagieren.

  9. 2.

    Martinhorn kommt meist erst an der Einmündung einer Kreuzung.
    Vielleicht sollten die NEFs trotzallem aber auch die Vorfahrt beachten, falls eine Schlaftablette unterwegs ist.
    Wenn Ampeln für andere grün haben, sollten NEFs grundsätzlich mit den "Fehlern" der anderen rechnen und nicht drüber brettern.

  10. 1.

    Passiert in letzter Zeit irgendwie öfter, vielleicht sollen viele Autofahrer auch mal die Musik was leiser drehen. Martinhorn ist ja nun nicht gerade leise und wenn man sowas hört schaut man doch erst mal. Manchmal ist es natürlich schon arg gefährlich vor allem wenn die Rettungswagen auf der Gegenfahrbahn fahren (Was staubedingt ja nicht anders geht)

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