18.04.2019, Berlin: Reisende laufen die Treppen zum U-Bahnhof am Rosa-Luxemburg Platz hinunter. Aufgrund einer laut BVG "technischen Störung" wurde der Verkehr zwischen den Stationen Rosa-Luxemburg-Platz und Senefelder Platz eingestellt (Quelle: dpa/ Zinken)
Video: Abendschau | 18.04.2019 | Max Kell | Studiogast Jens Wieseke (IGEB) | Bild: dpa/ Zinken

Arbeiten an bröckelnder Tunneldecke - Sperrung der U2 wieder aufgehoben

Wegen eines Tunnelschadens musste die U2 am Karfreitagmorgen zwischen Senefelderplatz und Rosa-Luxemburg-Platz erneut unterbrochen werden. Die Schönhauser Allee über dem Tunnel bleibt aber teilweise gesperrt.

Die Berliner U-Bahnlinie 2 wurde am Karfreitagmorgen zwischen Rosa-Luxemburg-Platz und Senefelder Platz erneut für mehrere Stunden gesperrt. Grund dafür war der am Donnerstag entdeckte Schaden am mehr als 100 Jahre alten U-Bahn-Tunnel. Gegen 10 Uhr am Vormittag wurde die Sperrung dann aufgehoben, die Züge können laut BVG-Spercherin Petra Nelken mit normalem Tempo fahren. Die Tunneldecke wurde an der Schadstelle mit einem Schutzblech versehen.

Hohlraum in Tunneldecke entdeckt

In der Nacht zu Donnerstag war bei einer routinemäßigen "Bauwerksüberprüfung" ein Hohlraum in der Tunneldecke entdeckt worden; daher war der Verkehr zwischen den beiden Bahnhöfen gar nicht erst aufgenommen worden. Nach Worten von Schwentu war ein Statiker beauftragt worden, den Hohlraum zu untersuchen. Dieser habe inzwischen "grünes Licht" gegeben. "Es besteht keine Einsturzgefahr", sagte Schwentu.

Schönhauser Allee mehrere Wochen teilweise gesperrt

Außerdem wurde ein kleiner Teil der Schönhauser Allee, die über dem U-Bahntunnel verläuft, nördlich der Torstraße stadtauswärts gesperrt. Zunächst hatte die Verkehrsinformationszentrale Berlin (VIZ) von einer Vollsperrung gesprochen, dies aber später korrigiert. Die Sperrung werde voraussichtlich "mehrere Wochen" anhalten.

Wie BVG-Sprecher Schwentu rbb|24 sagte, habe der Statiker zu der Straßensperrung geraten. Grund dafür sei, dass von oben kommende Erschütterungen nach Möglichkeit vermieden werden sollen. Autofahrer und andere Verkehrsteilnehmer müssen an dieser Stelle mit Behinderungen rechnen.

U-Bahn-Fahrer bezeichnet Tunneldecke als unsicher

Meldungen, wonach Teile der Tunneldecke von selbst heruntergefallen seien, konnte BVG-Sprecher Schwentu nicht bestätigen. Vielmehr seien Deckenteile in der Nacht gezielt abgeschlagen worden, um den Hohlraum darunter zu erreichen. Die etwa 80 Zentimeter lange Stelle müsse nun repariert werden.

Äußerungen eines BVG-Mitarbeiters hatten am Morgen darauf hingedeutet, dass es nicht nur bröckelnden Putz, sondern möglicherweise ein Statikproblem gibt. Die Tunneldecke sei nicht sicher, sagte ein U-Bahn-Fahrer dem rbb am Morgen. Dagegen sagte BVG-Sprecher Schwentu, dass ein generelles Statikproblem nicht bekannt sei. "Alle U-Bahn-Strecken werden fortlaufend überprüft", sagte der Sprecher. So sei auch der jetzt entdeckte Hohlraum festgestellt worden.

Fahrgastverband lobt schnellen Ersatzverkehr mit Taxis

Jens Wieseke vom Berliner Fahrgastverband IGEB nannte es erfreulich, dass der Schaden in dem Tunnel entdeckt worden sei. Diese Bauwerke würden regelmäßig überprüft, erklärte er am Donnerstag in der rbb-Abendschau. Wieseke betonte auch, dass es sich um einen sehr alten U-Bahnabschnitt handele: "Der Abschnitt über den wir hier reden, ist ein Jahr vor dem Ersten Weltkrieg eröffnet worden, da regierte noch der Kaiser."

Verbesserungen mahnte Wieseke aber noch bei dem Ersatzverkehr an. Zwar lobte er den schnellen Einsatz von Taxis, die die BVG für den Ersatzverkehr organisiert hatte, als "ausgezeichnete Idee". Allerdings hielten diese auf einem Fahrradstreifen, so dass Radfahrer sich auf der stark befahrenen Schönhauser Allee in den fließenden Verkehr einordnen mussten. Hier hätte die Polizei den Verkehr regeln können, schlug Wieseke vor. Die BVG hatte den Einsatz von Taxen auch damit begründet, dass Busse in der Umgebung der beiden U-Bahnhöfe schlecht wenden könnten und größere Umwege machen müssten. 

Unterbrechung der U-Bahnlinie 2 zwischen Senefelderplatz und Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin (Quelle: rbb| 24)
Sperrung der U-Bahn zwischen Senefelderplatz und Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin | Bild: rbb|24

Die U-Bahn-Linie U2 ist eine der wichtigsten Innenstadtlinien und verbindet die Endbahnhöfe Ruhleben im Westen und Pankow im Nordosten der Stadt. Tausende Fahrgäste waren von der Unterbrechung betroffen.

Sendung: rbb 88.8, 18.04.2019

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21 Kommentare

  1. 21.

    Soviel Gemecker! ja, dann haben Busse eben mal Leerfahrten oder die Fahrer die gesetzlich vorgeschriebene Pause. Wen juckt es. Gut, dass Alternativen angeboten werden. In den letzten 10 Jahren ist mal ebendie Bevölkerungszahl Bremens zugezogen. Und all der Sanierungsrückstau seit Kriegsende auch nicht bewältigt. Die von Radfahrer vorgeschlagene Gelassenheit stünde uns allen gut zu Gesicht. Das Gequarke hilft nicht weiter, versaut nur die Stimmung

  2. 20.

    ja, sicher sind zugeparkte Radsteifen ein Ärgernis. In Ausnahmesituationen wie diesen sollten Radfahrer (bin selbst Viel-Radfahrer) aber auch mal eine gewisse Gelassenheit walten lassen: Was sind denn die Alternativen:

    Gar keinen Ersatzverkehr oder die Ersatz-Taxis in einer Nebenstraße parken --> da gibt es auch Schelte

    Die "richtige" Lösung wäre einen provisorischen Halteplatz und eine provisorische Radspur zu markieren. Dazu braucht es zig Genehmigungen von zig Behörden. Wie soll das denn innerhalb kurzer Zeit gehen?

    Seid doch froh, dass es die BVG mal schnell und unkompliziert ein gut funktionierendes Provisium geschaffen hat.

  3. 19.

    Zitat:
    "BerlKönig ist der Service für Berlin von der BVG und ViaVan"
    Quelle: https://www.berlkoenig.de

  4. 18.

    Der Berlkönig ist eine 100 prozentige Tochter der BVG. Diese wird von der BVG finanziert bzw. die Gewinne fließen in den Topf der BVG. Deshalb sollte die BVG im Namen aller Steuerzahler in Berlin auch ihre eignene Flotte (Berlkönig) einsetzen und nicht über steuertricks Taxis fremdanbieten.

  5. 17.

    Die Busse kommen von ausserhalb, weil der Betreiber der S-Bahn ein anderer ist als der der U-Bahn und hier in Berlin keine Busse im
    ständigem Einsatz hat.

  6. 16.

    Alt-Berliner erinnern sich an die Medienschelte, dass die DB abfangs zu wenig SEV-Busse eingesetzt hatte. Die bringen hier aber aus zwei Gründen nichts:
    1) Die können hier nicht wenden und müssten lange Umwege fahren.
    2) Die U-Bahn wird in Berlin von einer anderen Firma betrieben. Die hätte zwar einen Haufen weniger Busse als die DB, aber immer noch eine erklägliche Zahl, hat die aber an anderer Stelle verplant.

  7. 15.

    Zwischen Greifswalder Strasse und Schönhauser Allee gibt es NUR zur Zeit SEV!!! Nix anderes!! Jetzt bist Du aufgeklärt!!!

    Und warum stehen über 10 Busse in der Warteschleife und müssen extra aus Osnabrück, Hildesheim usw. herkommen?

  8. 14.

    Landsberger Allee ist wohl auch nicht das prägende Beispiel. zwischen Landsberger und Greifswalder gibt es Beides, S-Bahn (ausgedünnt) und SEV. Also steigen Viele auch schon / erst dort um, deshalb u. U. halbleere Busse.
    Jetzt bist Du aufgeklärt!

  9. 13.

    Mein Gott, es sind nur 500m zwischen den Stationen, kann man ja wohl laufen. Taxis für Leute, die nicht laufen können reicht dicke.

  10. 12.

    Berlin und Bauen, eine "never ending story".

  11. 11.

    Leere Ersatzverkehrsbusse stehen gelangweilt am S-Bahnhof Landsberger Allee (auch in der Fritz.-Riedel-Strasse, gleich nebenan!) herum, weil sie nicht gebraucht werden! Der rbb hätte die Chance für einen Bericht über soviel Fehleinschätzung!

  12. 10.

    Woher kennen Sie die Konditionen mit dem Berlkönig-Vertragspartner und den Taxen?

  13. 9.

    Welche Sparmassnahme ist dafür verantwortlich, dass der Hohlraum heute morgen entdeckt wurde?

  14. 8.

    Schön zu sehen, dass die Taxen auf der Fahrradspur stehen - das ist mal wieder der Klassiker wenn es um die Sicherheit der Radler geht.

  15. 7.

    Warum werden denn nicht die BVG eigenen vans eingesetzt, davon existieren doch schon 100 in Berlin, stattdessen werden teure Taxis angemietet, solch eine schande

  16. 6.

    Jetzt rächt sich die Sparerei der letzten Jahre. Der Fisch stinkt vom Kopf....

  17. 5.

    Der andere Bauabschnitt hat nichts mit der BVG zu tun. Seit 1994 betreibt die DB die S-Bahn. Dort gab es übrigens anfangs Beschwerden über zu wenige Ersatzbusse im Einsatz der S-Bahn.
    Die DB hat verschiedene Rahmenvertragspartner bzw. setzt auch eigene Busse ein. Die warten aber nicht in Berlin, sondern sind bundesweit verteilt.

    Grundsätzlich halte ich den Einsatz von Taxis bei einer so kurzfristig aufgetretenen Störung für angemessen. Inwieweit die hier in dem Umfang sinnvoll ist, sei einmal dahingestellt.

  18. 4.

    Auf die Busse hat die BVG keinen Zugriff.

    Für den "anderen Bauabschnitt zwischen S- Gesundbrunnen und S-Landsberger Allee" ist die nämlich nicht verantwortlich, da die S-Bahn seit 1994 von der DB betrieben wird. Die hat bundesweit verschiedene Busunternehmen unter Vertrag.

    Dort gab es übrigens anfangs Beschwerden, dass zu wenig Busse im Einsatz seien.

    Ich halte die Taxi-Lösung bei so kurzfristig aufgetretenen Unterbrechungen grundsätzlich für geeignet. Eine Dauerlösung ist das aber nicht.

  19. 3.

    Kein Wunder bei dem Schwerlastverkehr, der über dem Tunnel stattfindet. Wird ja immer mehr dank der boomenden Wirtschaft. Dann sollte die Schönhauser und Kreuzung Torstr. auf diesem Teilstück dringend auch gesperrt werden, damit die Statik richtig geprüft werden kann; man darf das Alter des Tunnels und den möglichen Instandhaltungsstau nicht verkennen. Vielleicht steht das Problem auch in Zusammenhang mit dem schicken neuen Baugrundstück (Ausschachtungsarbeiten) an der Ecke gegenüber dem Schönhauser Tor? Würde mich nicht wundern.

  20. 2.

    Wie den Laufbändern in anderen U -Bahnen zu entnehmen ist, wurde Ersatzverkehr mit TAXEN (!!) eingerichtet! Alle Ersatzbusse sind wohl ausgelastet. Kein Wunder, denn für den anderebn Bauabschnitt zwischen S- Gesundbruinnen und S-Landsberger Allee sind zu viele Busse unterwegs, die gar nicht benötigt werden! Ich komme da täglich mehrfach vorbei und sehe immer, wie nur ca. 3-5 Personen aus den Bussen am S-Landsberger Allee aussteigen und , wie gerade eben, über 10 (!) Busse Pause machen vor langer Weile. Dafür mussten extra Busse sogar aus Hildesheim, Osnabrück und dem Kreis Vorpommern-Greifswald Hunderte km anreisen. Das muss nun wirklich nicht sein!!!

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