Ein blaues Auto fährt an einem Messgerät zur Geschwindigkeitskontrolle von Fahrzeugen (Quelle: dpa/Uwe Anspach)
dpa/Uwe Anspach
Video rbb|24 | Material: NonstopNews | 03.04.2019 | Bild: dpa/Uwe Anspach

Blitzermarathon Brandenburg - 162 statt 80 km/h: Da war der Führerschein weg

Die Brandenburger Polizei beteiligt sich am Mittwoch am fünften sogenannten "Speedmarathon" mit Geschwindigkeitskontrollen im gesamten Bundesland. Kontrolliert werde an vielen Stellen - zum Beispiel an Autobahnen, Landstraßen, vor Schulen und Seniorenheimen, sagte ein Polizei-Sprecher. Der Marathon begann um Mitternacht und soll 24 Stunden dauern.

Bis zum Mittag mehr als 800 Temposünder gestoppt

Bis zum Mittag stoppte die die Polizei insgesamt 843 Temposünder, wie ein Sprecher des Polizeipräsidiums in Potsdam dem rbb am Mittwoch sagte.

Auf der B1 nahe Hoppegarten hatte ein Autofahrer 162 Stundenkilometer auf dem Tacho, nur 80 waren an dieser Stelle erlaubt. Auf einer Ortsverbindungsstraße im Kreis Oberspreewald-Lausitz wurde ein Auto mit 103 Stundenkilometern geblitzt, nur 50 hätten es hier sein dürfen. Beide Fahrer verloren ihren Führerschein, so der Polizeisprecher.

In Südbrandenburg ist sind Straßen in der Umgebung von Schulen und Kitas ein Schwerpunkt - an einer Grundschule in Cottbus wurde ein Wagen mit 56 km/h erwischt, bei erlaubten 30 Stundenkilometern - Strafe: 35 Euro.

Mehr Unfälle wegen überhöhter Geschwindigkeit

Landesweit sind 180 Kontrollstellen aufgebaut. Ziel sei es, die Sensibilität der Autofahrer für die Einhaltung der Geschwindigkeitsbegrenzungen zu erhöhen, hieß es von der Polizei.

Nach Angaben der Behörde war die Zahl der Verkehrsunfälle in Brandenburg wegen überhöhter Geschwindigkeit im vergangenen Jahr im Vergleich zu 2017 um mehr als zwei Prozent auf etwa 3.600 gestiegen. Polizeipräsident Hans-Jürgen Mörke sagte im Vorfeld der Aktion: "Dieser Entwicklung müssen wir entgegenwirken, um die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer zu erhöhen." Die Zahl der Todesopfer stieg bei diesen Unfällen von 42 im Jahr 2017 auf 54 im vergangenen Jahr.

Berlin lehnt die Teilnahme am "Blitzermarathon" ab

Zu den diesjährigen Teilnehmern der Aktion gehören auch die Bundesländer Bayern, Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

Um dem häufig aufkommenden Vorwurf der "Abzocke" entgegenzuwirken, sollen die Beamten vor Ort direkt das Gespräch mit den Fahrern suchen, hieß es vor dem Aktionstag.

Berlin gehört zu den Bundesländern, die diesen Aktionstag nicht mitmachen. Die meisten Bundesländer begründen dies damit, dass sie bei den früheren Blitzaktionen kaum einen nachhaltigen Effekt messen konnten.

Sendung: Antenne Brandenburg, 03.04.2019, 13:00 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

10 Kommentare

  1. 10.

    Ach , DAS war das kurze Ruckeln immer wenn ich mit meiner fetten S-Klasse mit 180 auf der Transitstrecke durch die SBZ gebrettert bin... :-DDD

  2. 9.

    Es ist schon ein merkwürdiges Argument.
    Wenn das Abzocke sein soll, dann ist die Ausraubung einer Person bei anschließender Festnahme ein polizeilicher Willkürakt.

    Niemand ist gezwungen, schneller zu fahren als angegeben, denn die Tempobegrenzung geschieht ja nicht willkürlich, sondern unter Hinzuziehen von Verkehrssicherheitsfachleuten, die umfangreiche Berechnungen über Fahrbahnbeschaffenheit, über Schubkraft und Bremsvorgänge anstellen. Ein Verstoß gegen Temporegeln kommt daher einer billigenden Inkaufnahme der Gefährdung von anderen gleich. Steht das Recht auf körperliche Unversehrtheit voran, das materielle Eigentum dagegen vglw. hintendrein, dann ist der Raub, so verwerflich und verfolgungswürdig er auch immer ist, sogar vglw. "harmlos".

  3. 8.

    Und genau dieses Verhalten im Britzer Tunnel verursacht Unfälle, weil plötzlich ohne Grund auf 60 gebremst wird, obwohl 80 erlaubt sind und erst bei ca. 90 geblitzt wird. Manche werfen vor Schreck sogar komplett den Anker raus, weil sie vorher wiedermal auf der linken oder mittelspur rumgträumt haben....

  4. 7.

    162 hätte mein Trabbi noch nicht mal bei Rückenwind bergab geschafft.
    Schön war die Zeit!

  5. 6.

    Wer sich nicht an die Regeln hält, der spricht halt von Abzocke.

    Dann werden Schulen etc. als Messort akzeptiert, aber an anderen Stellen darf man rasen?
    Na das haben die Raser sicher auch schnell verinnerlicht: Vor Schulen, Kitas etc. bremse ich, ansonsten rase ich.

    Dann doch besser überall kontrollieren, ob sich Autofahrer an die Geschwindigkeitsbegrenzung halten. Und nur darum geht es. Nicht um den Ort und nicht um die eigene Einschätzung, hier ist es Abzocke, dort nicht.

  6. 5.

    Und doch, es ist Abzocke (zumindest in vielen Fällen)! Ich stimme dir vollkommen zu, dass Kontrollen sein müssen, doch sollten diese eben nicht besonders an einem bestimmten Tag begrenzt sein. Das bringt rein gar nichts! Denn viele Fahren HEUTE extra Regelkonform...aber morgen oder übermorgen an gleicher Stelle wieder, wie gewohnt, schneller.

    Mich stören vor allem auch die Stellen, an denen geblitzt wird. An Kita´s, Schulen, Krankenhäusern und dort wo NACHWEISLICH auch wirklich Unfallschwerpunkte sind, bin ich vollkommen dafür. Nur bezweifel ich das das heute und zukünftig immer so ist. LEIDER

  7. 4.

    Sinnvoller ist es wie Berlin es macht. Eine größere Anzahl Dauerblitzer anschaffen und arbeiten lassen. 365 Tage im Jahr! Es ist schön anzusehen wie Autofahrer mit der Geschwindigkeit runtergehen bevor sie in den Tunnel Britz einfahren!

  8. 3.

    Wie hat der Postillon sinngemäß zu schön geschrieben.

    "Autofahrer hat magische Zeichen gefunden mit denen sich Blitzer austricksen lassen. Wer seine Geschwindigkeit an die komischen Zahlen in den roten Kreisen anpasst, wird quasi für Blitzer unsichtbar. Der Autofahrer war völlig erstaunt, dass dies funktioniert"

  9. 2.

    Es ist nicht fair, bei der notwendigen Ahndung von Regelverstößen von Abzocke zu sprechen, da es nur die überfällige Durchsetzung von geltendem Recht ist. Auch wenn keine deutliche Wirkung von vergangenen Aktionen erkennbar gewesen sei, sollte Berlin nicht auf seine Teilnahme verzichten, da die Aktion über öffentliche Diskussion doch zu einer Sensibilisierung führen könnte. Eigentlich sollte jeden Tag Blitzmarathon sein, denn Rasen ist tödlich.

  10. 1.

    Grundsätzlich halte ich solche Aktionen für sinnvoll! ABER Berlin macht es hier besser als die die daran teilnehmen. Warum? Ganz einfach, es ist EIN Tag lang EINE Aktion! NICHT mehr! Um effektiv etwas gegen Rasen zu Unternehmen, sollte die jedoch an der Tagesordnung sein! Und ja, gerne an BRENNPUNKTEN, wie Schulen Kitas usw. nur eben nicht da, wo es Abzocke ist und nur dem Landessäckel nützt. Dann und nur dann macht Blitzen Sinn! Spreche da aus Erfahrung! Bin vor Jahren vor einer Schule geblitzt worden, was ziemlich teuer war. Strafe habe ich jedoch gerne bezahlt und den, meinen Fehler eingesehen. Das Bild auf der Autobahn hingegen und ein weiteres auf einer Bundesstraße, die weitaus "günstiger" waren trafen bei mir auf Unverständnis. Man merkt also, die Einsicht ist bei BERECHTIGTEM Verstoß okay...aber eben nicht weil irgendwo eine Gemeinde Geld braucht.

    Dennoch Daumen hoch, denn Kontrollen dürfen gern sein.

Das könnte Sie auch interessieren