Das Licht der Sonne bricht sich zwischen den Bäumen eines Waldes (Quelle: Colourbox)
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Ökologe von der Eberswalder Hochschule - "Der Wald der Zukunft ist hoffentlich ein Laubmischwald"

Wie soll der Wald der Zukunft aussehen? Weniger Kiefern und dafür viele Laubbaumarten, sagt ein Eberswalder Waldexperte. In Brandenburg sind allerdings knapp 75 Prozent der Bäume Kiefern - und die brennen schneller ab als Laubwälder.

Die zunehmende Zahl von Waldbränden bietet aus Sicht eines Waldexperten eine Chance für den Umbau der von Kiefern geprägten Wälder Brandenburgs. "Der Wald der Zukunft ist hoffentlich ein Laubmischwald", sagte der Naturwissenschaftler Pierre Ibisch von der Eberswalder Hochschule für nachhaltige Entwicklung der Deutschen Presse-Agentur, wie diese am Mittwoch berichtete. Der Klimawandel mache aber konkrete Vorhersagen unmöglich, welche Baumarten künftig eine führende Rolle spielen würden.

Strukturreiche Laubwälder brennen Ibisch zufolge auf jeden Fall nicht so schnell und trocknen nicht so stark aus wie reine Nadelwälder. "Es ist schon klar, dass die Kiefer als Brotbaum der Waldwirtschaft für Industrie und Waldbesitzer attraktiv bleibt, aber die großflächigen Monokulturen werden mittelfristig scheitern", sagte er.

Freilandlabor in Treuenbrietzen

Derzeit wird Ibisch zufolge in Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) auf einem 28 Hektar großen Areal eine neue Art des Umgangs mit Waldbrandflächen untersucht. Im Stadtwald und auf angrenzenden Flächen hatte es vergangenen Sommer einen verheerenden Waldbrand gegeben. Einen Teil des Stadtwalds hat die Stadt nun der Hochschule zur Verfügung gestellt.

Quasi in einem Freilandlabor beobachten Wissenschaftler nun, wie sich das Waldstück nach einem Feuer entwickelt. "Verkohlte Bäume brechen um, bleiben liegen und vergehen. Sie verbessern dann den Zustand des Bodens", sagte er. Der Natur müsse aber für diese Prozesse Zeit gelassen werden, sich selbst zu heilen und zu erneuern. Es soll auch untersucht werden, mit welchen Maßnahmen der Walderneuerung schonend auf die Sprünge geholfen werden könne. In jedem Falle werde es Jahrzehnte dauern.

Fast drei von vier Bäumen in Brandenburg sind Kiefern

Wenn nach Waldbränden großflächig sämtliche Bäume beräumt würden und auf dem kahlen Boden ungeduldig Neuanpflanzungen wieder mit Kiefern geschehe - wie nun auch bei Treuenbrietzen zu beobachten - sei dies ziemlich problematisch, sagte Ibisch. Er warnte davor, übereilt erneut strukturarme und waldbrandgefährdete Plantagen anzulegen.

Die abgestorbene Biomasse sei eine Investition in die Zukunft. Sie unterstütze die Bildung von Böden sowie die Wasserspeicherung und kühle. Und nichts sei jetzt wichtiger als Wasser und Kühlung. Das reduziere die Brandanfälligkeit und ermögliche neues Baumwachstum, erklärte Ibisch.

In Brandenburg gibt es 1,1 Millionen Hektar Wald. Fast drei von vier Bäumen - 72 Prozent - sind laut dem neuesten Waldzustandsbericht Kiefern, dann folgen mit zwölf Prozent Eichen, den Rest teilen sich Buchen und andere. Kiefern finden auf den sehr sandigen Böden, "märkische Streusandbüchse" genannt, ausreichende Wachstumsbedingungen. 84.000 Hektar Wald sind bereits zu Mischwäldern umgebaut worden.

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4 Kommentare

  1. 4.

    Die Natur findet immer einen Weg. Sie braucht uns nicht und schlägt uns ein Schnippchen wenns passt.
    In BInGrünau haben sich in den letzten 20-30Jahren Eiben ausgesät. Es ist dort ein kleiner noch nicht allzu hoher Wald entstanden. Die alten Kiefern waren zu meiner Kindheit mal als Schonung angepflanzt worden. Aber wenn man die Natur lässt macht sie genau das richtige. Natürlich gibt es dort auch Eichen Ahorn aber die Eiben sind durch die heimische Vogelwelt verbreitet worden.

  2. 3.

    Sehr gut gemeint. Schließe mich Ihrer Meinung an. So ketzerisch sind Ihre Forderungen gar nicht. Beim Tempelhofer Feld scheiden sich die Geister. Noch wird gegen jegliche Bebauung protestiert. Zukünftig aber sehe ich schon die Bagger auf dem Feld buddeln. Ich würde es schon sehr begrüßen, wenn Laubbäume links und rechts der ehem. Landebahn gepflanzt werden. Später eine Schattenspendende Allee.

  3. 2.

    Super, hoffentlich hört ihm einer zu...
    Man muss den Wald fortwährend dem Klima anpassen, nicht zuletzt ist es in Brandenburg so trocken und heiß, weil ab Industrialisierung auf Bau- und Möbelholz gesetzt wurde, Kiefern halt. Sollten wir die Waldwende schaffen, können wir das Klima beeinflussen. Es muss an allen Schrauben gedreht werden.

    Ketzerisch: Tempelhofer Feld mit viel Bäumen (und Häusern dazwischen) als Waldsiedlung anlegen. Abholzen in Berlin verbieten, auch an der Urania...

  4. 1.

    Wald wie ohne Wasser? Schon vom Klimawandel gehört?

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