In Werder sollen zum Baumblütenfest in diesem Jahr besonders Jugendliche vor übermäßigem alkoholkonsum geschützt werden.
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Video: rbb|24 | 26.04.2019 | Bild: rbb24

140. Baumblütenfest - Experten-Teams sollen Alkoholexzesse in Werder verhindern

Den Veranstaltern zufolge ist es das größte Volksfest im Osten: Von Samstag an werden in Werder wieder Hunderttausende zum Baumblütenfest erwartet. Um Minderjährige vor zu viel Alkohol zu schützen, gibt es diesmal ein eigenes Jugendschutzkonzept.

Mit dem traditionellen Festumzug hat am Samstagmittag in Werder (Havel) das 140. Baumblütenfest begonnen.

50 geschmückte Wagen rollten durch die Innenstadt, unter anderem beteiligten sich Vereine und Schulen an dem Umzug. Außerhalb der Stadt laden Obstbauern auf ihre Plantagen.

Sicherheitskonzept an internationale Lage angepasst

Nach Aussage der Veranstalter handelt es sich um das größte Volksfest in den neuen Bundesländern. Bis zum 5. Mai werden zu dem Mammutevent mehrere hunderttausend Besucher erwartet. Der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB) hat angekündigt, zusätzliche Züge einzusetzen.

Die Stadtverwaltung betrachtet das Baumblütenfest zwar als große Herausforderung, sieht sich aber gut gerüstet. Aufgrund der internationalen Lage seien die Anforderungen weiter gestiegen, sagte Bürgermeisterin Manuela Saß (CDU) am Freitag dem rbb, es gebe aber ein gutes Sicherheitskonzept, das auch vom TÜV geprüft worden sei.

Experten-Teams sollen Jugendliche schützen

Weiter sagte Saß, man wolle in diesem Jahr vor allem Jugendliche vor einem zu großen Alkoholkonsum schützen. Dafür habe die Stadt gemeinsam mit dem Landkreis Potsdam-Mittelmark ein Jugendschutzkonzept erarbeitet. Es gebe spezielle Teams, die auf dem Fest unterwegs seien, um Exzessen vorzubeugen, sagte die CDU-Politikerin im rbb-Inforadio. Allerdings sei Alkoholkonsum ein allgemeines gesellschaftliches Problem, dem man sich stellen müsse. "Wir beabsichtigen hier auf der Baumblüte, unseren Beitrag dazu zu leisten", sagte die Bürgermeisterin.

"Wirkungen des Obstweins oft unterschätzt"

Alkohol, aber auch der Konsum anderer Substanzen, wie zum Beispiel Cannabis, führen auf dem Baumblütenfest regelmäßig zu Notfalleinsätzen. Aus diesem Grund wird die Landeshauptstadt in den Bahnhofspassagen Potsdam an beiden Samstagen während des Festes (27. April und 4. Mai) einen sogenannten Trinkwasser-Info-Point einrichten.

Suchtexperten wollen über die Wirkungen von Alkohol und Mischkonsum aufklären und den Besuchern des Baumblütenfestes auch Wasserflaschen mit auf den Weg geben, versehen mit dem Hinweis diese regelmäßig aufzufüllen und zwischen dem Genuss verschiedener Obstweine oder anderer alkoholischer Getränke Wasserpausen einzulegen. "In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass vor allem junge Menschen die Wirkung des Obstweins häufig unterschätzen", sagt Katrin Hayn, Koordinatorin für Suchtprävention der Landeshauptstadt.

Verbot von Glasflaschen in Zügen

Auch die Sicherheitskräfte wollen alkoholbedingte Ausschreitungen schon im Vorfeld verhindern. So sei die Mitnahme von Glasflaschen in Zügen der Deutschen Bahn, der S-Bahn und anderer Bahn-Unternehmen auf dem Weg nach Werder und auf den entsprechenden Bahnhöfen verboten, teilte die Bundespolizei am Freitag mit. Dies sei erforderlich, weil es in den vergangenen Jahren "immer wieder zu strafrechtlich relevanten Ereignissen durch alkoholisierte Reisende gekommen" sei, hieß es.  

Das Verbot gelte für den 27., 28. und 30. April sowie am 1., 3., 4. und 5. Mai 2019, jeweils in der Zeit von 14:00 Uhr bis 2:00 Uhr. Folgende Zugverbindungen sind demnach betroffen:

RE1 (Zoologischer Garten - Werder - Brandenburg Hbf., RE 7 (Zoologischer Garten - Bad Belzig), RB 21 (Wustermark - Potsdam Hbf. - Zoologischer Garten), RB 22 (Werder - Potsdam Hbf - Schönefeld Flughafen), S 7 (Zoologischer Garten - Potsdam Hbf.), S 1 ( Schöneberg - Berlin-Wannsee)

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19 Kommentare

  1. 19.

    Wieviel "Knöllchen" wurden geschrieben und eingetrieben: 1. für Falschparker, Falschabbieger, 2. für Urinieren, 3. für Sachbeschädigung, 4. für Ruhestörung? Die Auswertung kann zeigen, wo die Verwaltung Schwerpunkte setzt, damit es ein schönes Fest wird/ist. Die Daten der Behörden lassen sich doch zusammenführen, wenn man will.

  2. 18.

    Saufen gilt ja leider nicht als Drogendelikt, weil der Mist legal ist. Sonst würde die Statistik ganz anders ausfallen. Unter die Rubrik Drogendelikte fallen der Besitz von Cannabis und anderen Drogen, oder der Handel davon. Bekiffte liegen nicht auf Gehsteigen und Hauseingängen, kotzen nicht die Gegend voll und sind nicht laut, pöbelig oder aggressiv. Statistisch haben Sie recht, die Realität spricht aber eine andere Sprache.

  3. 16.

    Es sind aber nicht nur Jugendliche, die auf solchen Festen zuviel Alkohol trinken. Das nimmt jetzt hier schon wieder so einen Tunnelblick an. Es sind oft auch Gruppen von Erwachsenen, die sich nicht im Griff haben. Alkoholprobleme gibt es in allen Alters- und Berufsgruppen. Trotzdem ist die Frage richtig, warum Jugendliche mit Alkohol so umgehen. Z.t. weil es ihnen so vorgelebt wird und es zuwenig Aufklärung darüber gibt. Bei einer internen Befragung an der Schule meines Kindes kam heraus, dass unter 20% der Eltern jemals ein Gespräch mit ihrem Kind darüber geführt haben. Erschütternd.

  4. 15.

    Dann wird ab jetzt wie auf Volksfesten Eintritt kassiert. Davon wird Security bezahlt. Angetrunkene kommen nicht rein, Betrunkene müssen gehen. Das ist ein weltweites Phänomen, dass „Party machen“ irgendwie immer ins Extreme ausarten muss. Abi-Feiern, Mittsommer, Konfirmationen. In dieser Zeit ist in der Kirche (mit vermietbarem Gemeindehaus) bei uns Ausnahmezustand, es wird gesoffen ohne Ende. Feiern ist okay, taten wir alle als wir jung waren, tun wir manchmal immer noch^^, aber solche Exzesse sind erstens gesundheitsschädlich und anderen nicht zuzumuten. Anstatt um die Legalisierung von Cannabis so ein Drama zu machen, sollte der Fokus auf die Droge Alkohol gesetzt werden.

  5. 14.

    Ganz genau so und nicht anders sieht es aus. Einige Händler mögen Glück haben wenn das Wetter mitspielt und Gewinn machen, am meisten füllt sich jedoch der Veranstalter seine Taschen. Und nein, die Stadt Werder ist nicht der Veranstalter. Die Probleme als Einheimischer die das Fest mit sich bringt gehen völlig unter denn man soll sich ja gefälligst mitfreuen. Die Schäden welche entstehen durch randalierende Halbstarke sollten auch endlich mal durch den Veranstalter reguliert werden aber auf dem Ohr sind alle taub. Wer es als Werderaner kann, verlässt für diese 9 Tage die Stadt, so groß ist inzwischen die Freude über das Fest.....Es ist und bleibt nunmal ein Sauffest, ich sehe keine Verbindung zwecks Tradition denn dann würden die Leute draußen in den Obstplantagen feiern und nicht die Innenstadt vollkotzen, urinieren und gerne mal mutwillig zerstören.

  6. 13.

    Das Problem mit saufenden Jugendlichen ist nicht ein Problem aufgrund des Baumblütenfestes, sondern ein gesellschaftliches Problem. Die Gesellschaft sollte sich fragen, warum Jugendliche so mit Alkohol umgehen. Diese Jugendlichen wollen cool sein und sich vor den Freunden beweisen. Das machen sie auch ohne das Baumblütenfest, in kleineren Gruppen und ohne Medien. Es ist wirklich sehr traurig, wenn man sie dann total am Ende liegen sieht. Mit der Ursachenforschung muss aber woanders angesetzt werden.
    Ich kann denen, die den Ursprung des Festes suchen die Gärten der Privaten und die Plantagen der Obstbauern empfehlen.

  7. 12.

    Die Verwaltung hat es geschafft, aus einem schönen Blütenfest eine „Besäufnisskirmes“ zu machen. Die meisten wollen das nicht!! Wenn es mehrheitlich negative Kommentare gibt, dann hat jemand versagt. Die Art und Weise wie die Einheimischen gegängelt werden, jedes Jahr ein Stück mehr, muss aufhören. Es ist die Einstellung in manchen Verwaltungsköpfen und wer für wem da ist. Der Filz muss weg, damit es besser werden kann.

  8. 11.

    Sollte das einem nicht zu denken geben dass "das größte Volksfest in den neuen Bundesländern" ein einziges Kommerz- und Suffgelage ist?

  9. 10.

    Gestern war es schon extrem, auch nach Meinung alteingesessener Insulaner. Der "Kindergarten" war unterwegs und Heranwachende lagen als hilflose Personen im Hauseingang/auf dem Bürgersteig. An den Wochenenden und vor dem 1. Mai ein Massenbesäufnis zu negieren ist gegen alle Wirklichkeit. An diesen Tagen kommen viele um zu trinken und das fängt schon in Berlin auf der Zugfahrt an. Für mich steht nach 15 Jahren Baumblüte fest: Die auffälligen Personen werden immer jünger und die Exzesse immer extremer. Von Jugendschutz konnte gestern auf keinen Fall die Rede sein!

  10. 9.

    Freunde von uns berichten aber auch viel Negatives. Es seien immer sehr viele Rechtsradikale dort, die mit zunehmendem Alkoholpegel immer unangenehmer würden. Es gäbe jedes Jahr mehr alkoholbedingte Ausfälle, Streitigkeiten und Schlägereien. Sie selber gehen maximal bis zum frühen Nachmittag mit den Kindern.hin, je später die Stunde, desto größer die Gefahr von Unannehmlichkeiten. Das deckt sich mit den Berichten in den Medien. Wir haben auch keinen Grund, unseren Freunden das nicht zu glauben. Deswegen verzichten wir seit Jahren auf dieses Event.

  11. 8.

    Ich bin schon sehr überrascht, wer hier meint für die Werderaner zu schreiben. Es gibt so viele tolle Seiten am Baumblütenfest, auch für die Werderaner. Gezeigt in den Medien wird oft nur das Negative. Es gibt sehr viele Einheimische, die gern mit den Besuchern feiern und sich auf das Fest freuen. Die Absperrungen sind doch seit Jahren bekannt und man kann sich rechtzeitig darauf einstellen. Viele, die nicht mehr in Werder wohnen, kommen zu Besuch zum Baumblütenfest. Es ist das Fest unserer Heimatstadt Werder, welches ein Teil unserer Geschichte symbolisiert. Die Stadtverwaltung ist sehr wohl sehr intensiv dabei jedes Jahr, auch unter allen neuen Vorgaben, ein sicheres und schönes Fest zu gestalten.

  12. 7.

    Was sollen die Berliner mit ihren vielen Straßenfesten sagen? Wir haben eine Liste mit großen Veranstaltungen. An diesen Tagen meiden wir solche Gebiete weiträumig. Da geht es mit Auto, Bahn und/oder Rad ins schöne Umland. Es gibt dutzende Seen die man am Ufer umlaufen kann und wo es sich auch zu Ostern verteilt hat. Großer Stechlinsee, Tollensesee, Großer Brückentinsee. Danach kann man in gepflegten Gartenlokalen mit Polsterstühlen den Sonnenuntergang am Wasser genießen und ohne berauschte Personen entspannt nach Hause fahren.

  13. 6.

    Steht an jeden Stand, wo Alkohol ausgeschenkt wird, ein "Experten-Team" quatscht einen voll, wie man es von den Zeugen Jehovas her kennt? Absurder Gedanke.

  14. 5.

    Steht an jeden Stand, wo Alkohol ausgeschenkt wird, ein "Experten-Team" quatscht einen voll, wie man es von den Zeugen Jehovas her kennt? Absurder Gedanke.

  15. 4.

    Das glaube ich gerne, dass das eine Zumutung für die Einheimischen ist. Wir haben hier am Stadtrand 3x/Jahr Straßenfeste, die nicht annähernd so groß, laut und besoffen sind, trotzdem sind wir immer froh, wenn's vorbei ist. Ich fühle da mit allen Werderianern!!!

  16. 3.

    Den Werderschen wird so viel durch die "Blüte" zugemutet, das die von Jahr zu Jahr zunehmenden "Gängeleien" dazu geführt haben, das die Stadtverwaltung nicht mehr wahrnimmt, das keiner diese Zumutungen mehr ertragen will. Das beginnt ganz klein damit, wo die Absperrungen genau verlaufen und die Art und Weise wie Zäune aufgestellt werden und endet damit, wo die Polizei dann ohne Ortskenntnisse nüchterne Einheimische gängelnd kontrolliert. Da wo es nötig wird zu kontrollieren, weil Gefahr in Verzug oder Eigentum zerstört wird, da ist das Ordnungsamt nicht vor Ort - so die Wahrnehmung. Die Einnahmen von 2-3 Obstbauern aus Werder wiegen nicht die Einbußen des gesamten Mittelstandes auf. Aber wir haben dieses Jahr Wahlen: abwählen, damit ein "eisiger Wind" durch die Verwaltung weht. Ein überfälliger Wechsel ist gesund. Wer ist für wem da???

  17. 1.

    Tja...ich sag's immer wieder. Alkohol ist das übelste Gift überhaupt, aber halt legal. Aber der Kopf steckt viel zu tief im Sand, als dass der Normalbürger das begreift. Lieber einen Joint als 7 Bier...

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