Mitarbeiter von KARUNA eG stehen im April 2019 vor dem neuen Bus "KARUNA SUB", der erstne Berliner Buslinie für Obdachlose (Bild: KARUNA eG/Lutz Müller-Bohlen)
Audio: Radioeins | 29.04.2019 | Interview mit Lutz Müller-Bohlen (Karuna) | Bild: KARUNA AG/Lutz Müller-Bohlen

Von Lichtenberg nach Wedding - Buslinie für Obdachlose startet in Berlin

Obdachlose in Berlin bekommen ab kommendem Freitag eine eigene Buslinie. Zwei umgebaute Transporter sollen dabei helfen, obdachlose Menschen mobiler zu machen, sagte der Leiter des Projekts bei der Karuna Sozialgenossenschaft, Lutz Müller-Bohlen, dem rbb. So könnten Interessierte zu Hilfsangeboten in der ganzen Stadt gefahren werden.

Obdachlose seien durch ihre Situation oft an bestimmte Orte gebunden, so Müller-Bohlen. Denn die öffentlichen Verkehrsmittel dürfen sie nicht kostenlos nutzen: "Leute, die nicht gemeldet sind, haben keinen Berlinpass", erklärte Müller-Bohlen.

Reden, Kaffee ausschenken, Vertrauen aufbauen

Die Busse sollen morgens am U-Bahnhof Lichtenberg starten, fahren über den Treptower Park, den Mariannenplatz in Kreuzberg und enden am Leopoldplatz im Wedding. Freitags sollen die Busse den ganzen Tag am Mariannenplatz stehen. An den Stationen sei jeweils Zeit, um mit den Leuten in Kontakt zu kommen, Kaffee auszuschenken und Vertrauen aufzubauen.

Schon seit November sei die Organisation mit einem Leihbus unterwegs und habe Erfahrungen gesammelt, sagte Müller-Bohlen. Ab Freitag ist die gemeinnützige Organisation nun mit zwei eigenen, knallbunten Transportern unterwegs. "Es hat sich einfach ein bisschen hingezogen, dass die jetzigen Busse so umgebaut sind, wie wir sie gerne haben möchten", sagte Müller-Bohlen.

Wie viele Menschen in Berlin auf der Straße leben, ist nicht bekannt. Schätzungen gehen von 6.000 bis 10.000 Obdachlosen aus. Müller-Bohlen forderte, mehr Wohnraum für sie zu schaffen und nannte als Beispiel das Projekt "Housing first", mit dem Menschen "erstmal in vier Wände kommen".

Sendung: Radioeins, 29.04.2019, 09:10 Uhr

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