Ein Güterzug fährt an einer Böschung vorbei (Bild: imago/Gottfried Czepluch)
Audio: rbb 88,8 | 23.04.2019 | Ricardo Westphal | Bild: imago/Gottfried Czepluch

Gegen den Lärm des Güterzug-Verkehrs - Bahn testet neue Lärmschutzwände zwischen Berlin und Cottbus

Vorbeirauschender Güterverkehr stört Anwohner in ganz Deutschland. Die meterhohen, grauen Schallschutzwände sind zwar wirksam, aber hässlich. Deshalb hat die Bahn Alternativen entwickelt - getestet werden diese auch zwischen Berlin und Cottbus.

Die Deutsche Bahn testet neue Techniken für den Schutz vor Güterwagenlärm. "Beispielsweise sind das niedrige Lärmschutzwände und sogenannte Mini-Schallschutzwände, die direkt an den Gleisen gebaut werden", teilte der DB-Lärmschutzbeauftragte, Andreas Gehlhaar, der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag mit.

Damit wären die meterhohen grauen Aluschallschutzwände in der Nähe von Wohngebieten künftig vielleicht nicht mehr überall nötig. Auch Schienenstegdämpfer sollen getestet werden.

Derzeit werden in einem vom Bund finanzierten und bereits laufenden Projekt rund 30 Techniken zur Lärmminderung erprobt, wie es von der Bahn hieß. Viele der Modelle sollen in diesem Jahr an Streckenabschnitten zwischen München und Regensburg sowie zwischen Berlin und Cottbus errichtet werden. Danach soll es Messungen geben. Das Projekt laufe bis Ende 2020.

Bahn rüstet Flotte um

Neben den Schutzwänden sollen auch leiser rollende Güterwagen helfen, den Lärm beim Schienenverkehr in Deutschland zu mindern. Seit Jahren rüstet die Deutsche Bahn ihre Flotte um. Insgesamt sind in Deutschland rund 180.000 Güterwagen unterwegs, etwa ein Drittel entfällt auf die Bahntochter DB Cargo. Daneben gibt es noch eine Reihe anderer Betreiber von Güterverkehr.

Die Deutsche Bahn hat einen Großteil der Flotte bereits umgerüstet. "Wir sind aktuell bei rund 53.000 leisen Güterwagen", sagte Gehlhaar. "85 Prozent der Cargo-Flotte der DB ist jetzt schon leise. Wir werden im nächsten Jahr die gesamte Flotte leise haben."

Konzentration auf Güterwagen

Hintergrund ist ein Gesetz des Bundes, das es besonders lauten Güterwagen ab Ende 2020 verbietet, auf dem deutschen Schiennetz zu rollen (Schienenlärmschutzgesetz). Vom Hamburger Waggonvermittler VTG teilte eine Sprecherin auf Anfrage mit, dass die Umrüstung der in Europa betroffenen Wagen bis Ende 2020 erfolgen werde. Die Flotte werde laufend modernisiert und gewartet.

Die Deutsche Bahn konzentriert sich beim rollenden Verkehr auf die Güterwagen. Die Loks haben Gehlhaar zu Folge dagegen andere Bremssysteme und spielten beim Thema Lärm derzeit nicht die zentrale Rolle. Bei den Güterwagen erziele man einen weitaus größeren Effekt.

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