Fichtenwalde: Eine Birke mit frischen, grünen Blättern steht auf einer vertrockneten ehemaligen Waldfläche, die bei einem Feuer 2018 abgebrannt war (Quelle: dpa/Ralf Hirschberger)
Video: Brandenburg Aktuell | 24.04.2019 | Jana Wochnik | Bild: dpa/Hirschberger

Wasserspeicher fast leer - Weitere Dürre könnte Ostdeutschland besonders hart treffen

Die Wasserspeicher in der Region sind so gut wie aufgebraucht. Sollte es wieder eine Dürre geben, könnte sie deshalb noch schlimmere Folgen haben als im vergangenen Jahr, warnen Meteorologen. Lang anhaltender Regen ist nicht in Sicht.

Sollte es weiter so trocken bleiben, könnte ein weiterer Dürresommer anstehen. Vor allem die östlichen Bundesländer würde das aus Sicht des Deutschen Wetterdienstes (DWD) besonders hart treffen. Der Grund dafür seien die fast leeren Wasserspeicher aufgrund der Dürre im letzten Sommer, hieß es am Mittwoch.

Auch seien die Böden jetzt schon viel trockener als üblich, sogar trockener als im April des vergangenen Jahres, warnte der Deutsche Wetterdienst. Damals konnten Pflanzen und Bäume mit langen Wurzeln noch die Feuchtigkeit aus tiefen Bodenschichten ziehen und kamen so noch verhältnismäßig gut über die Trockenheit hinweg.

Dürre von 2018 könnte übertroffen werden

"Die Startbedingungen für die Vegetation sind 2019 in vielen Gebieten Deutschlands deutlich schlechter als im Vorjahr", sagt DWD-Agrarmeteorologe, Udo Busch. Sollte das trockene Wetter anhalten, würde voraussichtlich nicht nur die Landwirtschaft erneut leiden, sondern auch die Forstwirtschaft, warnte der DWD. Lang anhaltendender Regen, der die Speicher wieder auffüllen könnte, ist demnach nicht in Sicht.

Der Chef des Südbrandenburger Bauernverbandes, Thomas Goebel, sprach von "Hiobsbotschaften". "Oberflächlich gesehen ist Wasser vorhanden. Unsere Stauseen, unsere  Rückhaltebecken sind voll und auch unsere Fließgewässer haben noch Wasser. Was fehlt, ist unser Bodenwasser. In tieferen Schichten fehlt es ganz und gar."

Dürre 2018 noch in den Knochen

Die Bauern in Brandenburg machen sich bereits Sorgen um die diesjährige Ernte. "Wir hoffen sehnlichst auf Regen, der entscheidende Monat ist für uns der Mai", sagte der Sprecher des Landesbauernverbandes, Tino Erstling. Wenn es weiter so trocken bleibe, werde das Getreide kaum Ähren ausbilden.

Dabei sei schon das vergangene Erntejahr für viele Landwirte existenzbedrohend gewesen, sagte Erstling. Nicht wenige hätten Dürrehilfe beantragen müssen und sie auch erhalten. Allerdings hätten viele Bauern das schlechte Jahr 2018 noch nicht verdaut. Nach Angaben des Landesbauernverbandes betrugen die Ernteverluste im vergangenen Jahr zwischen 30 und 80 Prozent, je nach Kultur und Standort.

Die Dürre trifft jedoch nicht nur die Natur - auch die Infrastruktur ist betroffen. In Mecklenburg-Vorpommern warnen die Behörden Autofahrer inzwischen vor Sandstürmen. Auch in der Nähe von Ruppin und in Perleberg in der Prignitz kam es am Dienstag zu Sandverwehungen, so dass die Polizei ein Tempolimit verhängte.

Sendung: Inforadio, 24.04.2019, 07.20 Uhr

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15 Kommentare

  1. 15.

    Flutung des Ostsees wegen Wassermangel gestoppt !
    Das Schauspiel was die LEAG hier unter dem Beifall von Woidke abgezogen hat ist zur Farce geworden.
    Dass diese Flutung nicht lange laufen wird, war schon klar, bevor der Hahn aufgedreht wurde“, sagt Sprecher René Schuster. „Der See wird sich letztlich als Fehlplanung zu Lasten künftiger Generationen herausstellen“,
    Brandenburg hat ein massives sich verschärfendes Trinkwasserproblem das auch Berlin treffen wird, begreift das keiner?

  2. 14.

    Und weil die Dürre so schwerwiegend ist, muss man so ein Irrsinnsunterfangen wie die Flutung des Cottbuser Ostsees (Lieskower See) ja auch hochjubeln. Noch ist Spremberg (z.B.) nicht leer. Aber im letzten Herbst stand man kurz vor der Katastrophe. Zwischenzeitlich gab es wegen "Winter" nicht so viel Verdunstung. Aber es gab nicht genügend Niederschlag, damit sich der Grundwasserstand erholen konnte. Und es sieht grad nicht nach Besserung aus, dabei haben wir gerade April!

  3. 13.

    Ich halte mich sehr gern an diese Seite. Denn sie erläutert einem in Detail das Wettergeschehen. Wettervorhersagen haben keinen Wahrheitsanspruch, deshalb kann es durchaus sein, dass andere Wetterdienste andere Vorhersagen haben. Hier wird auch immer das amerikanische Wettermodell mit dem Europäischen verglichen, denn beide berechnen oft unterschiedliche Werte. Das Wetter ist dynamisch und heute kann die Vorhersage von morgen obsolet sein. Doch gibt es Wahrscheinlichkeiten, wie das Wetter von Morgen sein könnte....

  4. 12.

    Und die Leute fahren trotzdem Auto und tun so, als haben sie keine Schuld am Klima.

  5. 11.

    Die habe ich ausgenommen aber nicht vergessen. Obst und Gemüse bevorzuge ich schon lange aus der Region oder D.
    Es ist ja der totale Irrsinn, den die Globalisierung mit sich bringt.
    Da machen sich die leeren Worte der Politiker als Hohn aus, die Bürger sollten doch an die Umwelt denken.
    Nicht zu vergessen auch die Passagierungetüme die die Weltmeere befahren und ihren Dreck in die Atmosphäre pusten.
    Wir sind zuviel Menschen geworden und das neue Lied der Ärzte passt perfekt: "lass uns aussterben gehen"

  6. 10.

    Hallo Andreas,
    stimmt grundsätzlich was Sie schreiben, glaube aber nicht das es Skeptiker sind sondern eher Leute die ihr Geld mit der Kohleverbrennung verdienen.
    Das Problem ist das sich die Folgen der Vergewaltigung der Natur erst sehr viel später zeigen. Woidke und seine Kohlelobby Partei SPD hat es bewusst unterlassen gegenzusteuern. Jetzt kommt die Quittung und wir werden alle zahlen.
    Hoffentlich wird nach den Wahlen umgesteuert.

  7. 9.

    Quatschpost, die Klimapolitik der GroKo kann man niemand anderem anhängen. Und wenn Sie Grüne toll finden: Die mittlerweile jedem bekannte Vielfliegerei der Grünen hilft bei den Wasserspeichern wie weiter?

  8. 8.

    Guten Tag,
    ich darf die Redaktion unterstützen. Auch wenn Richard meint, es werde ja irgendwann regnen und so sei nun mal die Natur, darf ich auf den Hydrogeologischen Wochenbericht des MLUL Brandenburg verweisen: http://www.luis.brandenburg.de/w/wochenberichte/W7100038//
    Diese Dürre ist historisch und hat nichts mit einer Wahlempfehlung zu tun. Das, was die LEAG schreibt, mag stimmen. Es ist trotzdem eine dramatische Situation für die Natur und warum wir in den letzten zwanzig Jahren so viele Wetteranomalien haben, hängt m. E. mit dem Klimawandel zusammen, der sich durch immer häufiger auftretende extreme Wetterlagen auszeichnet. Aber Wissenschaft hat bei den Skeptikern ja keinen guten Ruf, diese halten ihr Halb- oder Unwissen für überlegen. Ich habe Sorge, dass unsere Wälder massive Schäden erleiden.

  9. 7.

    Lieber Richard,

    es geht nicht um die Gewässer wie Flüsse, Seen und Talsperren. Es geht um die Wasserspeicher im Boden. Wenn es immerzu trocken bleibt, sinkt der Grundwasserspiegel, die Pflanzen kommen selbst mit langen Wurzeln nicht mehr tief genug, um Wasser aufzunehmen.

    Hierzu eine Leseempfehlung über die sogenannte "Bodenfeuchte": https://www.rbb24.de/wirtschaft/beitrag/2019/03/duerre-vorhersage-bodenfeuchte-dwd-klimawandel.html

    Liebe Grüße,
    rbb|24

  10. 6.

    Wasserspeicher aufgebraucht? welche unseriöse Aussage um die Klimahysterie weiter anzufeuern. Die Spremberger Talsperre und auch die Quitzdorfer sind aktuell keineswegs leer (aufgebraucht)!
    Auch die Spree führt normale Pegel und der Ostsee füllt sich, wie geplant. Per 18.04.2019 hat die Spree 315402cbm Wasser dafür "geliefert". Quelle: LEAG.de
    Was soll diese Berichterstattung? Hofft man damit, Wähler zu akquirieren , die glauben, wenn sie "GRÜN" wählen, ist das Wetter so wie es sein soll? Wer legt eigentlich fest, wie das Wetter korrekt auszusehen hat? Wetter und Klima, es wird vermischt, Hauptsache Hysterie und Panik schüren.
    Genießt den sommerlichen Frühling, der nächste Regen kommt bestimmt und dann ist es unseren Bauern mal wieder zu nass, oder auch zu windig? Egal, irgendwas wird schon wieder sein.
    Abschließend: strapaziert das Wort "DÜRRE" nicht in Verbindung mit Deutschland, der afrikanische Kontinent empfindet dies ganz sicher als Jammern auf extrem hohem Niveau;

  11. 5.

    Und die zunehmende Flotte der Grossschiffe mit ihren Schwerölverbrennern, weil ja z.B. Äpfel aus Neuseeland besser schmecken als die Heimischen...

  12. 3.

    Solange die zumeist osteuropäischen Kleinlasterfahrer, die Trucker an den Autobahnraststätten stundenlang die Motoren laufen lassen, hier in der Stadt erstmal nach dem Einsteigen der Motor angeworfen wird um dann minutenlang irgend andere Dinge zu tun und die Motoren sinnlos in Betrieb gehalten werden um die Klimaanlage einzuschalten anstatt gleich loszufahren, solange die Fliegerei immer mehr zunimmt, solange wird sich nichts ändern.
    Abgesehen von sinnlos herunstehenden Arbeitsmaschinen, die mit laufenden Dieselaggregaten einfach so stehengelassen werden und ihren Dreck herausblasen sowie der Binnenschifffahrt, die nicht imstande ist, Rußfilter nachzurüsten und die Innenstadt verpestet.
    Diese Ignoranz und Dummheit ärgern mich.

  13. 2.

    Ich habe da ein folgende Daten zur Wetterlage.
    Zunächst mal wird der Mai aufjedenfall frischer und nasser als der April (was ja nicht schwer sein sollte), aber auch ein wenig mehr Niederschlag gegenüber dem Mittelwert. Vor allem die erste Mai Dekade wird typischen Aprilwetter nahe kommen: Wecheselhaft mit vielen Schauern und kühleren Temperaturen. Außerdem: "Ein zu warmer Sommer 2019 ist nach der Wetterprognose des Langfristmodells absehbar, doch sind die Differenzen der Großwetterlage im Vergleich zu 2018 erheblich, was eine erneute Dürreperiode - zum aktuellen Stand wenig wahrscheinlich macht. "
    Quelle: https://www.wetterprognose-wettervorhersage.de/wetter-jahreszeiten/sommer/wetter-sommer-2019.html

  14. 1.

    Wer die Klimawandelleugner wählt muss dann eben auch mit den Konsequenzen leben.

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