18.04.2019, Brandenburg, Wittstock/Dosse: Die Narzissen und Tulpen blühen bei der Eröffnung der Landesgartenschau entlang der Glinze (Quelle: dpa/ Settnik)
Video: Brandenburg Aktuell | 19.04.2019 | Theresa Majerowitsch, | Bild: dpa/ Settnik

Besuch auf der Landesgartenschau in Wittstock - Blumenmeer vor mittelalterlicher Kulisse

Eine explodierende Farbenpracht, glückliche Gesichter und zufriedene Organisatoren – am ersten Tag nach der Eröffnung startet die Landesgartenschau Wittstock fulminant ins Osterwochenende. Von Wolfgang Heidelk

Iris Zimpel aus Potsdam hat es sich in einem roten schalenförmigen Sessel gemütlich gemacht, mitten in einem Tulpenfeld, und schaut hinüber zur Stadtmauer. Da sei sie früher als Kind herumgeklettert, als die Mauer noch unsaniert war und lose Steine herumlagen. Denn in Wittstock hat Iris Zimpel ihre Kindheit verbracht. Jetzt freut sie sich, dass der Park am Bleichwall zu einer farbenprächtigen Blumenwiese geworden ist. "Das haben die wunderschön gemacht."

Iris Zimpel ist eine von rund 4.000 Besuchern, die an diesem Karfreitag die Landesgartenschau in Wittstock besuchen, die am Donnerstag eröffnet worden ist.

Auf der Suche nach dem perfekten Schnappschuss vorm Blütenmeer

Juliane und Sebastian sind aus Dargardt in der Prignitz angereist. Sie sitzen entspannt auf gemütlichen Bänken an einem Spielplatz, während ihre Kinder Artur und Vanessa versuchen, sich an dem kleinen künstlichen Wasserlauf gegenseitig nass zu spritzen. "Alles kein Problem", sagt ihre Mutter. "Bei der Sonne heute trocknet das schnell wieder."

Überall auf dem Gelände sieht man Besucher, die sich in seltsamer Haltung verrenken, sich hinunterbeugen oder hinknieen. Jeder sucht eine besonders originelle Perspektive für den perfekten Schnappschuss vom Blütenmeer.

Annegret und Klaus Martin sind aus Trier nach Wittstock gekommen, über Hamburg, wo ihre Kinder leben. In Trier habe es auch mal eine Gartenschau gegeben, sagt Annegret Martin. Aber die Wittstocker sei schöner. Denn vor der Kulisse der mittelalterlichen Stadtmauer komme die Blumenpracht erst richtig zur Geltung.

Das Softeis geht schon nachmittags zur Neige

Gut besucht ist auch der Stand der Wittstocker Likörmanufaktur in einem der Mustergärten. "So wat von lecker", sagt Bernd aus Wittstock und nimmt noch einen Schluck vom Likör "Ausspannung". Auch er gehört zu den Einheimischen, die fasziniert sind vom Wandel des Areals: auf den renaturierten Lauf der Dosse, die jetzt im Bogen durch die Weise gleitet und sogar eine kleine Insel umschließt. Das von einem Blumenband gesäumte Ufer rundet das Bild ab.

Besonders groß an diesem schon fast sommerlichen Tag ist der Appetit der Besucher auf ein Eis. An einigen Ständen ist das Softeis am Nachmittag schon ausverkauft.

Wer eine Pause braucht, nach dem Spaziergang über das 13 Hektar große Gelände, kann es sich in einem der vielen Liegestühle oder auf einer der Bänke auf dem Gelände gemütlich machen.

"Regen wäre gut"

Kaum eine Pause gönnt sich Rosenkönigin Tanja, die Erste. Mit großer roter Schärpe und einem Rosenstrauß im Arm ist sie den ganzen Tag auf dem Gelände unterwegs, verteilt Autogrammkarten, steht bereit für Erinnerungsfotos. Ab Samstag bekommt sie Verstärkung: Dann wird auf der Gartenschau Prinzessin Laura gekrönt. Laura, die Erste, soll dann im Herbst die nächste Wittstocker Rosenkönigin werden.

Während sich die einen entspannen, haben andere auf der Gartenschau einen langen Arbeitstag. Wie Gert Moldenhauer aus Herzsprung, der schon seit früh 7 Uhr mit einem Schlauch unterwegs ist, um den frischen Rasen und die Blumenbeete zu wässern. Die Trockenheit ist durchaus schon ein Problem. "Regen wäre gut", sagt Geschäftsführer Christian Herrnjockl. "Aber am liebsten nachts."

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