Ein Gärtner gestalten ein Beet auf der Landesgartenschau in Wittstock (Quelle: dpa/Bernd Settnik)
Video: Brandenburg Aktuell | 14.04.2019 | Herkt/Scheibe | Bild: dpa/Bernd Settnik

Landesgartenschau in Wittstock eröffnet - Fontanes Himbeeren und Millionen von Blumenzwiebeln

Osterglocken, Tulpen und viele anderen Blumen waren eine farbenfrohe Kulisse, als Ministerpräsident Woidke am Gründonnerstag die Landesgartenschau in Wittstock eröffnet hat. Bis Anfang Oktober werden rund 300.000 Gartenfreunde erwartet.

Die Landesgartenschau in Wittstock/Dosse (Ostprignitz-Ruppin) ist am Donnerstag in ein langes Eröffnungswochenende gestartet. "Was hier gepflanzt wird, wächst noch lange", sagte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) bei der offiziellen Eröffnung. "An den Veränderungen in Wittstock werden sich noch Generationen erfreuen."

Bereits vor dem Start blühten tausende Osterglocken und Tulpen auf dem 13 Hektar großen "Laga"-Areal entlang der Wittstocker Stadtmauer. Am Gründonnerstag sollten auch die meisten anderen Blumen in voller Blüte stehen. Mehr als eine Million Zwiebeln wurden dafür in den vergangenen Monaten in den Boden gesetzt. Zudem wurden Wiesenflächen, Staudenbeete, Themengärten und kleine Baumplantagen angelegt.

In zwölf wechselnden Hallenschauen wird alle zwei Wochen bis zum 6. Oktober die Vielfalt des Gartenbaus vorgestellt. Auf der Schau unter dem Motto "Rundum schöne Aussichten" wird es zudem einen sogenannten wachsenden Themengarten geben: Teile der zu bepflanzenden Fläche entstehen erst im laufenden Betrieb. Der Besucher solle nicht nur ein fertiges Objekt, sondern eine gläserne Baustelle sehen, sagte Geschäftsführer Christian Hernjokl. An den Wochenenden legen Garten- und Landschaftsbauern vor Publikum Blumenbeete an und beantworten Fragen.

Es handle sich bei dieser Landesgartenschau um "eine eher bodenständige Gartenschau", sagte Laga-Sprecher Matthias Bruck rbb|24. Man wolle nicht in erster Linie Hipster aus Berlin-Prenzlauer Berg erreichen. Aber eigentlich sei für jeden etwas dabei. Für Kinder gebe es drei Spielplätze "mit Sand, Wasser und Rutschen".

Im Zentrum stehen zwei Parks

Das zentrale Gartenschaugelände an der Burgmauer besteht aus dem Friedrich-Ebert-Park und dem Park am Bleichwall, die eigens für die Ausstellung umgestaltet worden sind. Auch der Amtshof der alten Bischofsburg wurde völlig überarbeitet und zum zentralen Veranstaltungsplatz der Stadt. Zusätzlich ist das Bahnhofsareal mit zuvor zum Teil jahrelang ungenutzten Gebäuden saniert worden. Die Landesgartenschau in Wittstock solle die Stadt nachhaltig beleben, weil das Konzept als dauerhafte Anlage konzipiert worden sei, betonte Brandenburgs Landwirtschaftsminister Jörg Vogelsänger (SPD).

Im Wittstocker Friedrich-Ebert-Park, der von einem uralten Baumbestand geprägt ist, wird  unter anderem in Themengärten eingeladen, hieß es. Auf der Landesgartenschau sollen Friedhofsgärtner "die neuesten Trends der Grabgestaltung präsentieren". Im Park am Bleichwall zu Füßen der ehemaligen Wittstocker Bischofsburg hingegen stehen Rosen, Stauden und Gräser im Mittelpunkt.

Geländeplan (Quelle: Landesgartenschau Wittstock)

Auch hier kommt Fontane vor

Ein "Fontanegarten" an der Stadtmauer verweist zudem auf den 200. Geburtstag des märkischen Dichters Theodor Fontane (1819-1898) in diesem Jahr. Das Zusammentreffen mit dem Fontanejahr empfindet Geschäftsführer Hernjokl nach eigener Auskunft als Segen. "Somit ist es möglich, mehr Tagesbesucher in die Region zu locken, die sich einen Tag Fontane anschauen und dann noch die Landesgartenschau besuchen", sagte er.

An der Stadtmauer Wittstocks wurde ein Fontanegarten angelegt, der nach Beschreibungen des Schriftstellers zu seinem elterlichen Garten bepflanzt wurde. Außerdem sind unterschiedliche Himbeersorten gepflanzt worden - die "hohen Himbeerwände" hatte Fontane einst in einem Gedicht beschrieben.

27 Millionen Euro kostet das Ganze

Während der Landesgartenschau wird, so Sprecher Bruck, "auch ein buntes Veranstaltungsprogramm" geboten, gestaltet von Künstlern, Chören und Vereinen. Unter anderem tritt die Band Culcha Candela auf, ebenso die Sängerin Michelle - und es gibt Taschenlampenkonzerte für Familien.

Bis zum Ende der Landesgartenschau am 6. Oktober hoffen die Organisatoren auf mindestens 300.000 Besucher, um die Kosten zu decken. 27 Millionen Euro stecken in dieser Landesgartenschau. Den größten Teil finanzierte die EU mit 20 Millionen Euro, weitere sieben Millionen Euro steuerten Bund und Land zu. Die Ausstellung in Wittstock ist die sechste Landesgartenschau in Brandenburg. Die erste fand im Jahr 2000 in Luckau statt, die jüngste 2013 in Prenzlau. Für 2022 ist in Beelitz eine Landesgartenschau geplant. In anderen Bundesländern wie Bayern findet jedes Jahr eine Landesgartenschau in einer anderen Stadt statt. Die Landesgartenschauen sollen Lebensqualität und ökologisches Klima von eher benachteiligten Städten verbessern und dort für bleibende Attraktivität sorgen.

Service

So kommen Sie zur Laga

Brandenburgs Landesgartenschau findet vom 18. April bis 6. Oktober in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) statt. Sie ist täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet.

Eintrittskarten sind im Vorverkauf in der Tourist-Information am Bahnhof, im Online-Shop oder in ausgewählten Ticketshops erhältlich. Tagestickets kosten für Erwachsene 14 Euro, ermäßigt 12 Euro. Kinder bis 17 Jahre zahlen 4 Euro. Kinder von 0 bis fünf Jahren haben freien Eintritt. Die Dauerkarten kosten 95 Euro, ermäßigt 85, für Kinder von sechs bis 17 Jahren fallen 25 Euro an.

Anreise mit dem Auto: Wittstock liegt direkt an einem Autobahndreieck, das die A19 und die A24 miteinander verbindet. Somit besteht eine sehr gute Anbindung aus den Richtungen Berlin, Hamburg und Rostock. Der historische Stadtkern von Wittstock ist drei Kilometer von der A 19 und sechs Kilometer von der A 24 entfernt. Es gibt kostenlose Parkplätze an den Eingängen zur Schau.

Mit der Bahn: Mit dem RE 6 von Berlin-Spandau über Hennigsdorf und Neuruppin oder der Regionalbahn von Wittenberge über Pritzwalk ist Wittstock ebenfalls bequem zu erreichen. Der Eingang zur Schau befindet sich direkt am Bahnhof.

Sendung: Antenne Brandenburg, 17.04.2019, 10:20 Uhr  

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1 Kommentar

  1. 1.

    Wunderbar die blühenden Blumen! Darf man da auch welche mitnehmen für die häuslichen Blumenvasen? Eine schöne Ehrung für den Dichter und Schriftsteller Theodor Fontanes Frühling
    Nun ist er endlich kommen doch
    In grünem Knospenschuh;
    »Er kam, er kam ja immer noch«,
    Die Bäume nicken sich's zu.

    Sie konnten ihn all erwarten kaum,
    Nun treiben sie Schuss auf Schuss;
    Im Garten der alte Apfelbaum,
    Er sträubt sich, aber er muss.

    Wohl zögert auch das alte Herz
    Und atmet noch nicht frei,
    Es bangt und sorgt: »Es ist erst März,
    Und März ist noch nicht Mai.«

    O schüttle ab den schweren Traum
    Und die lange Winterruh':
    Es wagt es der alte Apfelbaum,
    Herze, wag's auch du.
    Autor: Theodor Fontane
    Kategorie: Frühlingsgedichte

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