Altstadt von Wittstock (Quelle: Sandra Fritsch)
Bild: Sandra Fritsch

Brandenburger Landesgartenschau - Wie die Laga-Vorbereitungen Wittstock verändert haben

Gut drei Jahre hat sich die Stadt Wittstock intensiv auf die Landesgartenschau vorbereitet. Da geht es um mehr als Böden austauschen, Bäume pflanzen oder Stauden setzen. Die ganze Stadt hat sich verändert. Von Sandra Fritsch 

In sanften Pastellfarben schimmern die Häuser auf dem Wittstocker Marktplatz an der Sonne. Vor dem Rathaus stehen große Blumenpyramiden bepflanzt mit Stiefmütterchen. Selbst an den Laternen hängen Blumenkästen. Die Stadt empfängt ihre Besucher freundlich. Es hat sich viel verändert, sagt auch die amtierende Rosenkönigin Tanja I. "Auf dem Marktplatz zum Beispiel ist jetzt viel mehr Platz. Es gibt deutlich mehr Sitzmöglichkeiten, neue Mülleimer, was ich persönlich sehr wichtig finde."

Landesgartenschau 2019 in Wittstock (Quelle: Sandra Fritsch)
Bild: Sandra Fritsch

"Wir sind größtenteils mit dem Stadtumbau fertig"

Neue Spielplätze, die Blumenpracht am Dossedeich oder die Veränderungen am Bahnhof, die Wittstocker sind mit der Veränderung zufrieden. Klaus-Dieter Mascheski ist Gästeführer in der Stadt und zeigt sich begeistert. "Wir sind größtenteils mit dem Stadtumbau fertig. Straßen und Wege sind alle gemacht. Es gibt nur noch wenige Häuser, die wir wirklich anfassen müssen. Wenn ich mit Gästen in der Stadt unterwegs bin, sage ich sehr gern: Hier ist jeder Stein in die Hand genommen worden."

Mascheski kennt die Stadt noch von früher. "Ich bin 1996 zurückgekommen. Damals war hier wirklich Grau die vorherrschende Farbe. Gehen Sie jetzt mal durch die Stadt. Wesentlich ist für mich auf jeden Fall der Erhalt der Stadtmauer."

Rund 27 Millionen Euro sind in die Stadt mit rund 14.000 Einwohnern geflossen – nicht nur für die Gartenschau, sondern auch für Stadtentwicklung, Tourismus und ländliche Entwicklung. Diese Zahlen hat jetzt Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) veröffentlicht.

Viele Straßen sind saniert. Der Friedrich-Ebert-Park hat durch die Gartenschau ein ganz neues Erscheinungsbild bekommen.

In den alten Bahnhof soll wieder Leben einziehen

Die Arbeiten an einem Projekt fallen aber besonders in Auge: die Sanierung des alten Empfangsgebäudes am Bahnhof. Gut zwei Jahre intensive Arbeit stecken allein darin. Das Haus war – ähnlich wie der ganz alte Bahnhof daneben – über Jahre eine Baustelle. Kaputte Fenster, vernagelte Türen – sogar ein Notdach musste installiert werden, um wenigstens über die Zeit die Gebäudesubstanz zu sichern. Die Sanierung ist inzwischen abgeschlossen und seit dem Frühjahr ist dort die Touristinfo der Stadt untergebracht. "Wir sind stolz wie Bolle. Das ist ein super Standort", erzählt die Chefin der Touristinfo, Katja Reichelt. "Wir sind damit direkt am Kunden. Es ist schön, was aus dem alten Gebäude entstanden ist."

"Die Touristen-Information wird nicht der einzige Mieter bleiben. Dort soll außerdem der Bürgerbahnhof mit Einwohnermeldeamt und Zulasssungsstelle einziehen", sagt Bürgermeister Jörg Gehrmann (parteilos). In das alte Bahnhofsgebäude siedeln sich im Herbst dann Ärzte der Ruppiner Kliniken an.

Landesgartenschau 2019 in Wittstock (Quelle: Sandra Fritsch)
Bild: Sandra Fritsch

Komplimente für die Veränderungen

Die Veränderungen in der Stadt haben sich herumgesprochen. Das bekommt auch die Wittstocker Rosenkönigin Tanja Lezin, genannt Tanja I., hautnah mit. "Ich war überrascht, wie viele Leute Wittstock kennen und auch zu schätzen wissen. Da bekommt man noch einmal deutlich zu spüren, in was für einer tollen Stadt man eigentlich lebt. Wenn von außen positives Feedback kommt, erlebt man die Stadt gleich noch einmal ganz anders."

Die Laga ist zwar gestartet, die Veränderungen in der Stadt werden aber auch im Verlauf der Gartenschau weitergehen. Die Händler wollen noch mitziehen und ihre Geschäfte dekorieren. Dabei sollen zum Beispiel bepflanzte Stühle vor die Tür gestellt werden.

Und nach der Schau? Dann hat die Stadt möglichst weiter was vom Gelände - darauf hofft zumindest die Rosenkönigin. "Wir haben jetzt so etwas Schönes geschaffen. Ich wünsche mir ganz einfach, dass der Rollrasen liegen bleibt und keiner Blumen oder Bäume rausrupft. Vielmehr sollen die Wittstocker das Gelände auch nach der Gartenschau nutzen, dort picknicken und sich erholen", so Tanja Lenzin.

Die Landesgartenschau geht noch bis zum 6. Oktober. Die neu installierten Spielplätze und viele angelegte Blumenbeete sollen auch im Anschluss erhalten bleiben.

Sendung: Brandenburg aktuell, 21.04.2019, 19:30 Uhr

Service

So kommen Sie zur Laga

Brandenburgs Landesgartenschau findet vom 18. April bis 6. Oktober in Wittstock (Ostprignitz-Ruppin) statt. Sie ist täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet.

Eintrittskarten sind im Vorverkauf in der Tourist-Information am Bahnhof, im Online-Shop oder in ausgewählten Ticketshops erhältlich. Tagestickets kosten für Erwachsene 14 Euro, ermäßigt 12 Euro. Kinder bis 17 Jahre zahlen 4 Euro. Kinder von 0 bis fünf Jahren haben freien Eintritt. Die Dauerkarten kosten 95 Euro, ermäßigt 85, für Kinder von sechs bis 17 Jahren fallen 25 Euro an.

Anreise mit dem Auto: Wittstock liegt direkt an einem Autobahndreieck, das die A19 und die A24 miteinander verbindet. Somit besteht eine sehr gute Anbindung aus den Richtungen Berlin, Hamburg und Rostock. Der historische Stadtkern von Wittstock ist drei Kilometer von der A 19 und sechs Kilometer von der A 24 entfernt. Es gibt kostenlose Parkplätze an den Eingängen zur Schau.

Mit der Bahn: Mit dem RE 6 von Berlin-Spandau über Hennigsdorf und Neuruppin oder der Regionalbahn von Wittenberge über Pritzwalk ist Wittstock ebenfalls bequem zu erreichen. Der Eingang zur Schau befindet sich direkt am Bahnhof.

Beitrag von Sandra Fritsch

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