Radfahrer auf Kreuzung in Berlin-Wedding (Quelle: imago/Zeitz)
Audio: Inforadio | 16.04.2019 | Helena Daehler | Bild: imago stock&people/Zeitz

Aktion zur Vermeidung von Radunfällen - Berliner Polizei stellt zahlreiche Abbiegeverstöße fest

Die Berliner Polizei hat im Rahmen einer Schwerpunktaktion zur Vermeidung von Verkehrsunfällen tausende Verkehrsordnungswidrigkeiten angezeigt. Im Zeitraum vom 1. bis zum 12. April wurden im gesamten Stadtgebiet Kontrollen zum Schutz von Radfahrern an besonders gefährlichen Kreuzungen durchgeführt.

Polizei kritisiert Fahrverhalten vieler Radfahrer

2.662 Kraftfahrer wurden nach einem Fehlverhalten von der Polizei gestoppt, 1.845 erhielten Anzeigen - in 298 Fällen wegen Abbiegeverstößen, 165 waren über Rot gefahren. Außerdem wurden verbotene Handynutzung, Missachtung der Gurtpflicht, Nichtbetätigen des Blinkers und andere Verstöße geahndet. Radfahrer kassierten insgesamt 1.102 Anzeigen, die meisten wegen Rotlichtmissachtungen und Fahrens auf dem Gehweg.

Die Polizei sprach in ihrem Fazit von einer erschreckenden Feststellung, "wie sorglos und leichtfertig Radfahrende die Fahrbahn selbst unmittelbar vor abbiegenden Lkw queren". Sie rate deshalb eindringlich, sich an Kreuzungen und Einmündungen besonders sensibel zu verhalten, möglichst Blickkontakt zu den Abbiegenden aufzunehmen, das stark eingeschränkte Sichtfeld bei Lkw zu berücksichtigen und im Zweifelsfall lieber auf den eigenen Vorrang zu verzichten. Kraftfahrer sollten vor dem Abbiegen aufmerksam auf den parallelen Radfahrverkehr achten und im Moment des Abbiegens bremsbereit und sorgfältig Rückschau halten.

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um eine Antwort zu verfassen.

Antwort auf [Michael Schmidt] vom 16.04.2019 um 09:34
Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

17 Kommentare

  1. 17.

    Ich finde die Kontrollen klasse und hätte kein Problem, auch selbst mal eine oder besser mehrere zu erleben.
    Es mangelt einfach an Verkehrsdisziplin, egal auf welcher Seite. Da wird gedrängelt, hier eine Ampel missachtet, dort mit dem Telefon gespielt, drüben ohne Schulterblick/Blinker/Handzeichen abgebogen...
    Es werden die Regeln (StVO) viel zu oft ignoriert, die den gegenseitigen Umgang miteinander im Grunde stressfreier gestalten sollten und die entsprechende Nachlässigkeiten hier oder da auch "auffangen" könnten. Und diese Missachtungen fördern in der Summe das zu Tage, was Viele als Aggressivität im Straßenverkehr wahrnehmen, sei es "der" hupende Autofahrer, "der" Kampfradler oder "der" in welcher Form auch immer ignorante Fußgänger.
    Das, was sich da über viele Jahre eingeschlichen hat, wird nur schwer wieder zu korrigieren sein. Aber ohne erzieherische Maßnahmen (Polizeikontrollen) würde nichts passieren. Also Danke an die Polizei!

  2. 16.

    Ich bin gespannt, ob die Radfahrer mit dem grünen Pfeil ähnlich überfordert wie die Kraftfahrer. Bei deren Einstellung zum Rotlicht befürchte ich allerdings, dass die Kraftfahrer im Vergleich geradezu Engel sind.

    Nur weil die Radfahrer weniger tödliche Unfälle verursachen, entbindet die das nicht von den Verkehrsregeln.

  3. 15.

    Rotlicht überfahren mit dem Fahrrad heißt ja nicht unbedingt die Straße queren. Als Radfahrer bei Rot rechts abzubiegen ist in vielen Fällen völlig gefahrlos möglich. Der grüne Pfeil für Radfahrer ist ja nicht zum Spaß im Probebetrieb. Ebenso denke ich, dass die 165 Autofahrer wahrscheinlich nicht bei Rot versucht haben eine volle Straße zu queren. So viele Unfälle haben wir in Berlin nämlich dann auch nicht.

  4. 14.

    Bin gerade in Kalabrien. Die Deutschen können hier viel lernen. Für Außenstehende sieht es auf den ersten Blick nach Chaos aus. Auf den zweiten Blick achten alle Verkehrsteilnehmer aufeinander. Es ist ein Miteinander und keiner besteht auf sein Recht. Sehr sympathisch.

  5. 12.

    @JoshuaR
    Hier stand im Artikel was von "Innenstadt" und ich gehe davon aus, dass die die Kontrollen nicht nachts um 3:00 Uhr gemacht haben (und da wird's eh nochmal besonders heikel, weil beiderseits dann auch noch mit Promille gefahren wird), sondern am hellichten Tage.
    Ergo: Innenstadt und Rotlicht überfahren im normalen Verkehr IST lebensmüde.
    Unbekannt, ob es Statistiken gibt, wie viele Unfälle auf das Konto von Rotlichtmissachtung geht. Wäre ja auch mal interessant.
    Wissen Sie, das Blöde ist: Alle denken, sie wären das größte Kognitionsgenie und unverwundbar. Genau aus solchem Größenwahn geschehen dann die Unglücke.

  6. 11.

    Das ich einen solch ausgewogenen Artikel zu dem Thema einmal hier lesen darf! Gerne mehr.
    Der Artikel sagt nichts zu tragischen Einzelfällen. Wozu also entsprechende Kommentare? (Voraussetzung für einen geeigneten Kommentar ist, dass man wüsste, was im Einzelfall tatsächlich geschehen ist.)

  7. 10.

    Zum Thema "Rotlichtverstöße bei Radlern: ein Unding, sind die lebensmüde?"
    Natürlich nicht, aber die meisten Radfahrer sowie Fußgänger überqueren die Straße, weil Sie gerade frei ist. Sie bringen sich dadurch selten in eine lebensgefährliche Situation. Außer Sie unterschätzen die Geschwindigkeit der anderen Verkehrsteilnehmer. Ich wüsste auch von keinen verstorbenen Radfahrer, der die Rote Ampel missachtet hat und deshalb sein Leben verloren hat. Es wird bestimmt welche geben, aber die Hauptursachen liegen woanders.

    Leider kann die Polizei, dass nicht in ganz Berlin kontrollieren. Es wird immer Rotsünder geben.

  8. 9.

    Es geht nicht um Schuld, sondern um gegenseitige Rücksichtnahme und den Schutz des eigenen Lebens.
    Wer ein paar Minuten eine gut befahrene Kreuzung in Berlin beobachtet, wird feststellen, dass weder alle KfZ-Fahrer noch alle Radfahrer 100%ig Rücksicht aufeinander nehmen. Ein bisschen mehr Achtsamkeit, ein bisschen weniger Ego - und schon läuft‘s.

  9. 8.

    Treffender kann man es nicht ausdrücken, vielen Dank.
    Ergänzen möchte ich, dass es auch dem einen oder anderen Kraftfahrer erspart, mit der Gewissheit leben zu müssen, dass durch das eigene Fahrzeug jemand schwer verletzt wurde oder zu Tode kam. Und dass es das Verständnis dahinter Fahrender fördert, wenn man beim Abbiegen vorsichtiger und damit langsamer ist.

  10. 7.

    Kontrollen sind gut und auch gerne mehr.
    Rotlichtverstöße bei Radlern: ein Unding, sind die lebensmüde?

    Leider haben viele Radler nie einen Führerschein gemacht (kennen manchmal simpelste Abbiegeregeln nicht!) und andersherum gibt es zu viele Autofahrer, die ihren Hintern noch nie auf einem Fahrradsattel durch die Stadt transportiert haben. Beide Perspektiven zu kennen, ist extrem hilfreich bei der gegenseitigen Rücksichtnahme.

  11. 6.

    Bei der Menge der Verstöße sollte man permanent mit den Kontrollen weitermachen.

  12. 5.

    @Gregor,,,nichts von dem Bericht hast du verstanden.
    Also wenn ein Radfahrer von der Seite (Gehweg)kommt und vor ein abbiegendes Kfz. (schon in der Kurve)fährt hat doch Schuld.
    Wenn ein Radfahrer in ein abbiegendes Kfz. hinter das Fahrerhaus beim Abbiegen fährt ist auch nicht fehlerlos.

  13. 4.

    Die Polizei sollte sich lieber über das Fahrverhalten aller Verkehrsteilnehmer Gedanken machen. Die Bilanz zeigt, dass sich viele nicht an den gelten Verkehrsregeln halten. Die Polizei muss dringend mehr Kontrollen einführen und Verkehrsverstöße ahnden.

    Für die Autofahrerlobby: die 1.102 Anzeigen setzen sich wie folgt zusammen - 571x Rotlicht, 319x Gehweg und der Rest wird nicht erwähnt.

    @rbb vielleicht könnt ihr in euer Nachricht den Link zur Polizeimeldung anheften

    https://www.berlin.de/polizei/polizeimeldungen/pressemitteilung.797560.php

  14. 3.

    PS: "wie sorglos und leichtfertig Radfahrende die Fahrbahn selbst unmittelbar vor abbiegenden Lkw queren" -> was dieser Satz soll muss keiner verstehen. Wenn ein KFZ Lenker nix sieht, sollte er nicht fahren.
    Achso, der 9 jährige Junge in Berlin der letztes Jahr überfahren wurde, war "sorglos und leichtfertig"
    Achso, die 20 jährige Studentin in Dresden die vor 3 Jahren überfahren wurde, war "sorglos und leichtfertig"
    Achso, die 30 Jährige mit Kinderanhänger in Dresden der vor 2 Jahren angefahren wurde, war "sorglos und leichtfertig"

    Jetzt verstehe ich das. :(

  15. 2.

    Mehr davon...viel mehr davon. Kontrollen, überall. Upps, dafür gibt es sicherlich nicht genug Personal.
    Ich bin bekennender Radler. Am spannendsten fand ich mal die Situation das ein Auto bei Schnee aus einem Grundstück kam und schwupps lag mein Fahrrad unter dem Auto. Zum Glück hatte ich Platz nach rechts um mich dahinzuwerfen.
    Ich werte die Zahlen mal für mich aus:
    1.845 Anzeigen: 1 bis 2 Tonnen Blech, welche viel externen Schaden verursachen können
    1.102 Anzeigen: ca 50 bis 100kg Fleisch, welche nur eigenen bis wenig externen Schaden verursachen können. (schade das hier nicht die Fahrrad-Rotlichtverstößen genannt wurden, Gehwegfahren ist eine 20€ Bagatelle)
    Na dann sehen die Zahlen doch gut aus. Also mehr mehr mehr, überall kontrollieren. Das macht es für die Radfahrer sicherer.

  16. 1.

    Das Fazit der Polizei trifft genau den wunden Punkt! Ich, als Autofahrer handle sicher nicht immer richtig und der Radfahrer natürlich auch nicht. Mehr partnerschaftliches Verhalten würde uns insgesamt besser durch die Stadt bringen zumal eine vernünftige Verkehrplanung in Berlin nicht zu erwarten ist.

Das könnte Sie auch interessieren

Die neuen Feuerwehrleute in Jerischke (Bild: Josefine Jahn)
rbb/Josefine Jahn

Kurz vor dem Aus - Zehn Freiwillige retten die Feuerwehr in Jerischke

Die Freiwillige Feuerwehr Jerischke (Spree-Neiße) stand eigentlich schon vor dem Aus - einer alleine konnte den Dienst nicht mehr stemmen. Auf den Hilferuf meldeten sich allerdings gleich zehn löschwillige Dorfbewohner. Nun ist sogar ein neues Auto im Gespräch.

Ein Regionalexpress der Deutschen Bahn fährt in Jacobsdorf im Landkreis Oder-Spree (Brandenburg) vorbei (Quelle: dpa/Patrick Pleul).
dpa/Patrick Pleul

Neue Strecken, neue Preise - So ändert die Bahn ihren Fahrplan

Mit dem neuen Winterfahrplan der Bahn werden an diesem Wochenende Oranienburg und Elsterwerda an den Fernverkehr angeschlossen. Verbesserungen gibt es auch im Ruppiner Land - allerdings auch teilweise höhere Ticketpreise und Einschränkungen bei der RB24.