Radfahrer fahren am 29.04.2019 auf der Strecke des zukünftigen Radschnellwegs neben der A115 (Bild: rbb/Dave Rossel)
Audio: Inforadio | 29.04.2019 | Jan Menzel | Bild: rbb/Dave Rossel

Radverkehr in Berlin - Senat informiert über Radschnellweg entlang der Avus

Elf Trassen mit einer Gesamtlänge von mehr als 100 Kilometern sind geplant - das ist das große Radverkehrsvorhaben des Senats. Über die Strecke entlang der Avus wollen die Planer nun mit den Bürgern diskutieren.

Der Berliner Senat stellt am Montagabend die Pläne für die künftige Radschnellverbindung entlang der Avus vor. Auf einer Bürgerversammlung sprechen Vertreter des Senats über die möglichen Streckenverläufe für die Trasse zwischen Wannsee (Bezirk Steglitz-Zehlendorf) und Charlottenburg.

Der künftige Radschnellweg folgt nach den ersten groben Planungen zunächst dem bestehenden Radweg vom Großen Wannsee entlang des Kronprinzessinnenwegs und wird dann auf Höhe der Querung Hüttenweg (führt nach Dahlem) zum Königsweg, verlängert durch die Eichkampstraße bis zur Messe am Rande von Witzleben (Charlottenburg-Wilmersdorf).

Der Weg ist Teil eines geplanten Netzwerks von insgesamt elf Radschnellwegen auf etwa 100 Kilometern, die in Berlin entstehen sollen.

Breite Trassen, weitgehend kreuzungsfrei

Die Schnellstrecken sollen aus einer breiten Trasse bestehen, weitgehend kreuzungsfrei sein und nachts beleuchtet werden. Als erste soll die Teltowkanal-Route gebaut werden. Sie führt von Lichterfelde nach Schöneberg und die Pläne dafür sowie für eine dritte Strecke von Adlershof nach Britz wurden bereits in den vergangenen Wochen vorgestellt. Der Senat schätzt die Gesamtkosten bisher auf 80 bis 90 Millionen Euro.

Für das gesamte Netzwerk läuft derzeit noch die Machbarkeitsuntersuchung, die dann nach Angaben des Senats im Sommer abgeschlossen sein soll, gefolgt vom Planungsverfahren und dem formellen Planfeststellungsverfahren innerhalb von insgesamt rund 30 Monaten. Die wirkliche Bauphase soll dann ab 2022 beginnen und wird dem Senat zufolge wohl 18 Monate in Anspruch nehmen.

Ausschließlich für Bau und Planung des Radwegenetzes hatte der Senat im Jahr 2017 die Infravelo GmbH als Beteiligungsunternehmen gegründet. Sie soll den Radwegebau in Berlin planen und umsetzen.

Ortskundige und Radler sollen Feedback geben

Bei der Vorstellung der Schnellstrecke durch den Grunewald am Montag sollen mehrere alternative Routenführungen diskutiert werden. Die Planer erhoffen sich dabei konstruktive Vorschläge, Kritik und Alternativvorschläge von Ortskundigen und unterschiedlichen Nutzern, wie der Senat mitteilte.

Eine der Besonderheiten für Streckenplanung ist die geplante Gabelung hinter der Siedlung Eichkamp. Dabei soll das eine Ende geradeaus führen zum Messegelände und das andere soll Richtung Halensee zum Ku'damm führen. Verbunden mit diesem Abzweig ist eine Querung der Avus - unten oder oben drüber.

Laut dem vor wenigen Tagen vorstellten "Fahrradklimatest" des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) sind Deutschlands Radfahrer immer unzufriedener mit ihrer Situation vor allem wegen der fehlenden Radwegesysteme, wegen des laschen Umgangs mit Falschparkern und wegen ungünstiger Ampelschaltungen. In Berlin hatte die "Initiative Volksentscheid Fahrrad" 2018 das erste Mobilitätsgesetz in Deutschland mit durchgesetzt. Laut ADFC führten bereits die Pläne für die neuen Radwege in Berlin zu einer Stimmungsaufhellung bei den befragten Radfahrern.  

Karte mit dem Trassenplan für die geplante Radschnellverbindung Königsweg-Kronprinzessinnenweg (Quelle: GB infraVelo GmbH)

Kommentar

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16 Kommentare

  1. 16.

    Die Radfahrer als freiwillige Luftfilter der Autohersteller? CO2 ? solange die Versorgung der Stadt mittels LKWs erfolgt wird kein Gramm CO2 eingespart! Wachsende Stadt mehr Versorgung nötig mehr LKW Kilometer ! Güterbahnhöfe gibt es nicht mehr. EinSieg für die Winterkörner von Piers Quanten und Co.

  2. 15.

    Die Radfahrer als freiwillige Luftfilter der Autohersteller? CO2 ? solange die Versorgung der Stadt mittels LKWs erfolgt wird kein Gramm CO2 eingespart! Wachsende Stadt mehr Versorgung nötig mehr LKW Kilometer ! Güterbahnhöfe gibt es nicht mehr. EinSieg für die Winterkörner von Piers Quanten und Co.

  3. 14.

    Auf der Strecke kommt man auch jetzt schon gut mit dem Rad durch. Viel wichtiger sind die Strecken, die zur Zeit nicht oder nur unter Gefahr befahrbar sind.

  4. 13.

    Hier im Park lehnten die Grünen einen Beleuchtung der Gehweg ab. Sie haben Angst um die Insekten. Fahrräder müssen mit Lampen ausstattet sein. Warum soll dort die Tierwelt noch mehr in Gefahr gebracht werden?

  5. 11.

    Also ich finde es da gruselig, auch mit Licht. Schon wegen der Wildschweine. Aber auch sonst so, finster und einsam. Da liegt man dann, bis man gefunden wird. Hm. Man kann auch gut die B1, die Argentinische Allee, Clayallee hochfahren, da sind Leute, hell, Radweg...

  6. 10.

    Wie einige Vorgänger: Beleuchtung: gut. Fehlt wirklich. Luft u. Lärm von Avus: bescheiden. Aber sonst ja nix Neues. Will man die Skater und Jogger dann da "vergraulen"? Dumme Idee, wenn für die kein Ausgleich geschaffen wird. Klappt doch da bislang alles bestens, soweit ich mitbekommen habe.
    Als Zubringer sollte dann aber auch der Hüttenweg und die dortigen "Radwege" (laubbedeckte, wurzelgesprengte Sprungschanzen-Knochenbrecherwege) gelten und damit auch ins Konzept einbezogen werden. Da gemeinsam mit den PKW-Sonntagsausflüglern, bzw. wochentags gemeinsam mit gehetzten in-Gedanken-schon-auf-der-Avus-PKW-Fahrern ist auch nicht grad eine Freude.
    Aber gut, Anfänge halt...

  7. 9.

    Diese Strecken existieren bereits, meist super breit, asphaltiert, nur mit Sondergenehmigung für Motor betriebene Fahrzeuge passierbar, wir nutzen sie bereits.
    Schon mal da gewesen???? . Soll jetzt ein Luxus Radweg entstehen... Hier wird das Geld der Bürger aber so was zum Fenster hinausgeworfen!
    Kümmern und bauen Sie bitte Radwege in der Stadt - und zwar NICHT mit Fahrbahnmarkierungen auf dem Fahrdamm (die überwiegend von parkenden Autos benutzt werden und uns Radfahrer zwingen, staendig auf die Kfz Spur zu wechseln).
    Das muss dringend ausgearbeitet werden, denn DIESE Arbeiten sind wichtig und nicht irgend ein Luxusblödweg für uns und auch keinen Rennradlweg.
    Statt diese Strecken ordnungsgemäß zu beschildern - ist der Behörden Größenwahn ausgebrochen.

    Es wiehert der Amtsschimmel, wenn den(innovationslosen) Behörden großzügig Gelder in die Hände fließen...

  8. 8.

    Der beste Vorschlag des Jahres. Überall wo es ohne große Aufwendungen möglich ist, sollten neue Schnellweg für Radler entstehen. Die vorhandenen müssen ausgebaut werden, aber bitte nicht zu Lasten der Fahrspuren. Falschparken auf Radwegen, sowie auf Fahrspuren muss dagegen viel strenger geahndet werden.

  9. 7.

    ... und was ist schlecht daran, bestehende Wege zu nutzen? Das spart Geld und schont die Natur, und das wollen doch alle. An Zubringern und Anbindung ist immer noch genug zu tun. Ein "Radschnellweg" ist nämlich gar nicht mehr so schnell, wenn man am Ende des Weges einfach in eine brutal fahrradunfreundliche Autostrasse, oder eine holprige Fahrradfolterpiste aus den 80ern geworfen wird.

  10. 6.

    Radweg durch den Wald klingt super, aber direkt "entlang der Avus"? @rbb Gibt es Ergebnisse von Lärm- und Luftmessungen entlang der geplanten Strecke an der Autobahn? Verständlicherweise wurde der Radfernweg entlang einer anderen Route angelegt. Bleibt zu hoffen, dass der Verkehr auf der Stadtautobahn infolge einer Maut oder anderer Maßnahmen stark abnimmt. Diese Strecke ist ja angeblich eine der meistbefahrenen Autobahnen in Deutschland.

  11. 5.

    Lieber Rorrbart, ich weiß nicht, wann Sie das letzte Mal dort geradelt sind, aber das gilt nur für die 7km zwischen Havelchaussee und S-Bhf Grunewald. Davor und dahinter ist es für Radfahrer eher bescheiden. Im Süden schmaler und schlecht gepflegter, kombinierter Rad-/Fußweg und am Eichkamp und Messegelände ist es für Radfahrer auch kein Zuckerschlecken. Aber es stimmt, wenn man den Abschnitt in der Mitte erst einmal erreicht, hat man eine 1/4 Stunde entspanntes Fahren.

  12. 4.

    Das war auch mein erster Gedanke. Der Unterschied ist aber die Beleuchtung. Wenn auch das am Kronprinzessinnenweg und an der Königsallee nachgeholt würde, wäre es ein echter Mehrwert. Gerade im Frühjahr oder Herbst, wenn man noch gut Radfahren kann aber es nicht mehr so lange hell ist, ist das Radfahren sonst dort am Wald entlang weniger schön.

  13. 3.

    Was für eine innovative Idee!! Der Kronprinzessinnenweg neben der Avus wird seit Jahrzehnten bereits nahezu ausschließlich von Radfahrern benutzt. Für den Kraftfahrzeugverkehr ist er
    ebenso lange schon gesperrt.
    Interessant ist allerdings das kurze Stück über die Eichkampstraße. Hier sollte man den Durchgangsverkehr von „Avusausweichern“ reduzieren, dann wäre es auch für Radfahrer unproblematisch.

  14. 2.

    Dasselbe gilt für den geplanten Radschnellweg zwischen Adlershof und Britz entlang der A113 - heute allen Pendlern und Sportlern bereits bekannt als „Ostkrone“. Das dürfte dann bei beiden Wegen wohl einfach nur ein Upgrade mit Beleuchtung sein. Schön wäre es, wenn mehr Fokus auf die Zubringer solcher bereits bestehenden Radwege gelegt werden würde.

  15. 1.

    Ein Radschnelllweg neben der Avus, welch revolutionäre Idee. Diese Straße ist eh schon für jegliche Kraftfahrzeuge gesperrt (außer Polizei und Forstwirtschaft). Hier fahren heute schon nur Fahrdadfahrer und Skater.

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