Ein Regionalzug fährt in Berlin am Fernsehturm vorbei (Bild: imago/Jochen Tack)
Audio: radioBerlin 88,8 | 15.04.2019 | Bild: imago/Jochen Tack

Statistik der Bahn für 2018 - Regionalzüge in Berlin vergleichsweise pünktlich

Regionalzüge der Deutschen Bahn (DB) sind in Berlin vergleichsweise pünktlich. 97,3 Prozent kamen im vergangenen Jahr pünktlich an, wie das Unternehmen der Nachrichtenagentur dpa mitteilte. Nach Definition der Bahn bedeutet das: weniger als sechs Minuten zu spät. Bei mehr Zügen als in Berlin war das nur in Hamburg der Fall. In Brandenburg waren es 95,3 Prozent. 

Am schlechtesten schnitt im Bundesvergleich Bremen ab, wo nur 86 Prozent der Züge pünktlich waren. Bestes Flächenland war Mecklenburg-Vorpommern mit 96,6 Prozent Pünktlichkeit.

Im bundesweiten Durchschnitt waren im vergangenen Jahr 94,1 Prozent der Regionalzüge der Deutschen Bahn pünktlich, das waren 0,4 Punkte weniger als im Vorjahr.

S-Bahnen verbessern Statistik

In der Statistik sind auch S-Bahnen enthalten. Das ist ein Grund, warum etwa Berlin und Hamburg so gut abschneiden. Die S-Bahn gilt ab vier beziehungsweise drei Minuten Verzug als verspätet, entlastet aber durch ihre kurzen Strecken und vielen Fahrten die Statistik. Ohne S-Bahn läge die Pünktlichkeit etwa in Hamburg nur bei 89 Prozent, wie aus einer Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag hervorgeht.

Im Nahverkehr sind schon wegen der kürzeren Strecken Verspätungen seltener als im Fernverkehr. Und: Fahrgäste müssen in dem Fall auch nicht so lange auf dem Bahnsteig stehen. Im Durchschnitt warteten Berliner im vorletzten Jahr  6,8 Minuten auf einen verspäteten Regionalzug. In Brandenburg waren es 7,1 Minuten.  Am längsten mussten sie sich mit 8,7 Minuten in Bremen gedulden. 

"Zentraler Indikator für die Qualität"

"Die Pünktlichkeit ist der zentrale Indikator für die Produktqualität", heißt es im aktuellen Geschäftsbericht der Bahn. Mit pünktlichen und mängelfreien Zügen strebe man die "Qualitätsführerschaft" im Nahverkehr an - denn in den vergangenen Jahren hatte die Konkurrenz dem Staatskonzern Aufträge abgejagt. 

Regionalzüge und S-Bahnen fährt die Deutsche Bahn nicht auf eigene Rechnung. Sie werden im Auftrag der Länder von den Verkehrsverbünden bestellt und bezuschusst. Bei Verspätungen können die Länder ihre Zahlungen kürzen.

Etwa zwei Drittel des Angebots fährt die DB selbst. Nach den Zahlen, die sie über ihre Tochter DB Netz selbst erhebt, war sie in den vergangenen Jahren stets geringfügig pünktlicher als die Konkurrenz.

Im Fernverkehr hatte die Bahn im vergangenen Jahr erhebliche Probleme, ihre Züge pünktlich ans Ziel zu bringen. Jeder vierte ICE, Intercity oder Eurocity kam 2018 zu spät.

Sendung: rbb 88.8, 15.04.2019, 9:00 Uhr

Kommentar

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Antwort auf [Mandy] vom 15.04.2019 um 08:02
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2 Kommentare

  1. 2.

    Ich bin etwas überrascht.
    Ich fahre öfter mal mit der RE6 ,mal keine Lokführer,mal keine Triebwagen,mal ne Signalstörung und so weiter.

  2. 1.

    Dann warte ich immer auf die 2,7% verspäteten, welch Pech...

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