Bei einem Verkehrsunfall am 13.04.2019 ist ein Polizeiauto auf die Seite gekippt (Quelle: Tv News Kontor)
Video: Abendschau | 13.04.2019 | Bild: Tv News Kontor

Frankfurter Allee - Drei Polizisten bei Kreuzungs-Crash verletzt

Bei einem schweren Unfall in Berlin-Friedrichshain sind am Samstagmittag drei Polizeibeamte verletzt worden  - einer davon schwer.

Die Beamten waren nach Polizeiangaben gegen 11:30 Uhr mit Blaulicht und hoher Geschwindigkeit unterwegs zu einem Einsatz. Als sie über die Kreuzung fuhren, krachte ein Mercedes in die Seite des Funkwagens. Er wurde ins Gleisbett geschleudert und blieb auf der Seite liegen.

Die beiden Polizisten aus dem Streifenwagen wurden in ein Krankenhaus gebracht. Ein Kollege sei stationär zur Beobachtung dort geblieben, der zweite sei bereits wieder entlassen, hieß es. Ein dritter Kollege wurde leicht bei den Rettungsarbeiten durch einen Glassplitter am Auge verletzt. Nach ambulanter Behandlung konnte er seinen Dienst fortsetzen. Der Fahrer des Mercedes blieb laut Feuerwehr unverletzt.

Staus nach Unfall

Die Polizisten waren zum Bersarinplatz beordert worden. Von dort war eine betrunkene, hilflose Person gemeldet worden, die offenbar orientierungslos auf den Tramgleisen herumgelaufen sei, sagte ein Sprecher.

Wegen der Aufräumarbeiten war die Frankfurter Allee stadteinwärts gesperrt. Es kam zum Stau auch auf den Umgehungsstraßen.

Polizist macht freiwillige Alkoholkontrolle

Die Unfallursache ist noch unklar. Nach Angaben der Polizei zeigten beide Fahrer keine Anzeichen einer Alkoholisierung. Der 45-jährige Polizist stimmte freiwillig einer Atemalkoholkontrolle zu. Sie ergab einen Wert von 0,0 Promille.

Der freiwillige Alkoholtest ist eine Konsequenz aus einem schweren Verkehrsunfall von Anfang 2018. Damals hatte in der Nähe des Berliner Alexanderplatzes ein Streifenwagen im Einsatz das Auto einer jungen Frau gerammt, die kurz darauf an ihren schweren Verletzungen starb. Erst gut ein Jahr später kam heraus, dass der Polizist am Steuer in Verdacht stehe, getrunken zu haben. Am Unfallort war jedoch keine Atemalkoholkontrolle gemacht worden.

Kommentar

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13 Kommentare

  1. 13.

    Auch in den Einsatzrichtlinien steht drin, dass im Notfall angehalten werden muss.
    Das ist der Ausschluss der Eigengefährdung und der Fremdgefährung. Es sei denn, Menschen meinen wirklich, dass physikalische Gesetzmäßigkeiten (Schubkraft und Bremsweg) kraft Blaulicht & Martinshorn einfach außer Kraft gesetzt würden.

  2. 12.

    ja, das berühmte Pusten vor Ort ist freiwillig und wird auch nur durchgeführt, wenn Auffälligkeiten vorliegen. Bei Verweigerung kann eine ärztliche Blutabnahme angeordnet werden... Dann werden Sie zum Arzt gekarrt.

  3. 11.

    Wo hat hier jemand behauptet, dass SIE behauptet hätten, alle Umstände zu kennen? Sie zitieren nun ein 20 Jahre altes Gerichtsurteil, welches in einem ganz konkreten Einzelfall gefällt wurde. Es wurde damals gefällt auf Grundlage beweissicherer Tatsachen. Der RBB-Beitrag kann nach dieser kurzen Zeit wohl eher nur auf Spekulationen oder persönlichen Schlussfolgerungen beruhen.
    Sie maßen sich an, den Einsatzgrund zu bewerten und stellen in ihrem Ursprungskommentar oberlehrerhaft fest, dass die höchste Eile „keineswegs“ gerechtfertigt war. Diese Feststellung obliegt wohl den Menschen in den Einsatzleitzentralen und nicht den Lesenden hier mit ihrem gefährlichen Halbwissen.

  4. 10.

    Das sehe ich auch so.
    Auch wenn die näheren Umstände nicht bekannt sind, so heißt doch das Einschaltung des Blaulichts (und ggf. des Martinshorns) keineswegs, dass die physikalischen Gesetzmäßigkeiten außer Kraft gesetzt werden. Das ist für mich der entscheidende Punkt, gleich ob Polizei, Rettungswagen oder Feuerwehr. Blaulicht und Martinshorn berechtigen zur Vorfahrt abseits von Verkehrszeichen und Ampelschaltungen, doch Vorfahrt darf niemals erzwungen werden in dem Sinne, dass trotz des Irrtums eines anderen oder dass ohne Sicht einfach weitergefahren wird.

  5. 9.

    Wo habe ich behauptet, dass ich alle Umstände kenne? Ich habe nur gelesen was geschrieben steht (...hoher Geschwindigkeit...)

    Und
    Zitat:

    Kammergericht Berlin
    "1. Ein Sonderrechtsfahrer muss, je stärker er von den Verkehrsregeln
    abweicht, um so mehr Warnzeichen geben und sich vergewissern,
    dass die übrigen Verkehrsteilnehmer sie befolgen.
    2. Bei einer unübersichtlichen Kreuzung kann das sogar die
    Verpflichtung bedeuten, nur mit Schrittgeschwindigkeit
    einzufahren. Angesichts seiner durch die besondere Gefahrenlage
    verstärkten Sorgfaltspflicht kann es im Einzelfall für den Fahrer des
    Einsatzfahrzeuges durchaus zumutbar sein, sein Fahrzeug fast bis
    zum Stillstand abzubremsen und sich langsam vorzutasten, also
    zentimeterweise vorzurollen mit der Möglichkeit, sofort anzuhalten,
    um so eine hinreichende Übersicht über die Verkehrslage zu
    gewinnen (KG Az. 12 U 14/99, juris)."

  6. 8.

    Gut, dass es Menschen gibt, die es einfach wissen, weil sie alle Umstände kennen. Danke für diesen hilfreichen Beitrag!

  7. 7.

    Selbst mit mit Blaulicht UND Martinshorn darf der Streifenwagen nicht einfach über eine rote Ampel brettern, sondern muss die notwendige Sorgfalt walten lassen. Das Sondersignal ist kein Freifahrtsschein.

    Und der Einsatzgrund hier rechtfertigt diese "höchste Eile" keineswegs, eine Straßenbahn ist schließlich kein ICE. Wenn die Polizei 2min später kommt muss die Bahn eben solange warten.

  8. 6.

    hä, freiwilliger Alkoholtest? Prima, verweigere ich demnächst auch - ohne Uniform...

  9. 4.

    „...mit Blaulicht und hoher Geschwindigkeit...Unfallursache noch unbekannt...“

    Ohne Martinshorn gefahren? Hm...

  10. 3.

    Und Dönitz kann nicht lesen! :-D

  11. 2.

    ... und wie geht's den dritten Polizisten der als Helfer am Auge verletzt wurde? RBB kann nicht bis 3 zählen.

  12. 1.

    Gute Besserung für die drei Polizisten. Hoffentlich sind sie bald wieder genesen.

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