Feuerwehreinsatz - Löscharbeiten nach dem Waldbrand in Döbern. (Quelle: rbb/P. Manske)
Audio: Antenne Brandenburg | 23.04.2019 | Bild: rbb/P. Manske

Höchste Gefahrenstufe im ganzen Land - Feuerwehr bekämpft neue Waldbrände in Brandenburg

In ganz Brandenburg gilt inzwischen die höchste Waldbrandgefahrenstufe. Am Dienstag löschten Feuerwehrleute mehrere Brände. Auch in Berlin mahnt die Feuerwehr zu Vorsicht.

Am Dienstag sind in mehreren Regionen Brandenburgs Waldbrände ausgebrochen. So brannte am Dienstagvormittag südlich von Neustadt/Dosse (Ostprignitz-Ruppin) ein Waldstück auf einer Fläche von bis zu 3.000 Quadratmetern. Etwa 30 Einsatzkräfte waren vor Ort, wie eine Feuerwehrsprecherin mitteilte. Bis zum Nachmittag konnte der Bodenbrand gelöscht werden, teilte ein Sprecher des Landkreises mit.

Bei Felixsee (Spree-Neiße) brannte ein zwei Hektar großes Waldstück. Etwa 40 Einsatzkräfte hätten den Brand unter Kontrolle gebracht, hieß es von der Feuerwehr. Am späten Nachmittag brach auch südlich von Calau (Oberspreewald-Lausitz) ein Feuer in einem Waldstück aus. Rund 50 Feuerwehrleute hatten den Brand aber am frühen Abend unter Kontrolle, hieß es von der Feuerleitstelle.

Mehrere Brände über Ostern

Bereits in der Nacht zu Dienstag waren bei Spremberg (Spree-Neiße) 4,5 Hektar Fläche in Brand geraten. Das Feuer sei kurz vor Mitternacht gemeldet worden und in den frühen Morgenstunden gelöscht gewesen. 

Von Gründonnerstag bis Dienstagfrüh habe die Feuerwehr damit bereits drei große und rund 40 kleinere Waldbrände in Brandenburg gelöscht, sagte Brandenburgs Waldbrandschutzbeauftragter Raimund Engel. Am Ostermontag löschten mehr als 100 Einsatzkräfte rund zwei Hektar brennenden Waldboden bei Oranienburg. Bei Jüterbog waren am Montagnachmittag vier Hektar in Brand geraten. Zuvor hatten zwei Hektar bei Nassenheide gebrannt. Die Brandursachen würden in allen Fälle noch ermittelt, ergänzte Engel. Viele Kommunen hätten aus Sicherheitsgründen auf Osterfeuer verzichtet.

Höchste Warnstufe in ganz Brandenburg

In Brandenburg galt am Dienstag in allen Landkreisen und Städten laut Umweltministerium die höchste Gefahrenstufe 5 (sehr hohe Gefahr).

Grund ist vor allem der starke Wind, der die Feuergefahr erhöht. Auffrischende und böige Winde könnten gefährlich werden und die Ausbreitung von Bränden beschleunigen, sagte der Waldbrandschutzbeauftragte von Brandenburg, Raimund Engel, am Ostermontag. "Höchste Wachsamkeit ist nach wie vor erforderlich", sagte er. Wichtig sei es, Brandorte schnell zu erkennen und zu löschen. Feuerwehr- und Forstleute seien im Einsatz.

Die Karte zeigt die Waldbrand-Gefahrenstufen in Brandenburg am 23.04.2019. In allen Landkreisen und kreisfreien Städten herrscht die höchste Gefahrenstufe. (Bild: rbb|24)

Schon 2018 große Schäden durch Waldbrand

In Brandenburg hatte es im vergangenen Jahr viele riesige Brände gegeben. Es war ein extremes Jahr wegen der langen Trockenheit. In dem Bundesland ist der Boden vielerorts besonders sandig und es gibt einen hohen Anteil von Kiefernwäldern. Es gilt als das bundesweit am stärksten von Waldbrand gefährdete Bundesland.

Brandgefahr auch in Berlin

Auch in Berlin warnt die Feuerwehr wegen der Trockenheit vor Bränden. In den kommenden Tagen solle vorsichtig mit Feuer beim Grillen umgegangen werden, hieß es. Auch weggeworfene Zigarettenstummel können gefährlich sein. Das Grillen, Rauchen und Feuermachen sei in Waldnähe das ganze Jahr über verboten. Feuer dürften nur in Abstand von mindestens 100 Metern entzündet werden.

An drei Orten der Stadt gilt laut Waldbrandgefahrenindex des Deutschen Wetterdienstes (DWD) sehr hohe Waldbrandgefahr: In dem Waldstück Kaniswall im Südosten von Treptow-Köpenick gilt bis Mittwoch die höchste Gefahrenstufe. Auch im Bereich der Messstationen Buch und Marzahn herrscht laut DWD bis Mittwoch die höchste Stufe.

Am Freitag rückte die Feuerwehr bereits zu einem Brand bei Gatow aus sowie zu einem Böschungsbrand an der S-Bahn-Linie 1 im Südwesten der Stadt.

Was bedeuten die Waldbrandgefahrenstufen?

Waldbrandstufe 1: Die Waldbrandgefahr ist sehr gering. Es gibt keine Einschränkungen.

Waldbrandstufe 2: Es herrscht nur geringe Brandgefahr. Fahrzeuge dürfen jedoch nicht auf Waldparkplätzen mit trockener Bodenvegetation abgestellt werden.

Waldbrandstufe 3: Mittlere Gefahr. Die Behörden können den Wald sperren. Öffentliche Feuerstellen und Grillplätze im und am Wald dürfen nicht genutzt werden.

Waldbrandstufe 4: Die Gefahr eines Waldbrands ist hoch. Besucher sollten die Waldwege nicht verlassen. Die Forstbehörden können nun auch die Waldparkplätze sperren.

Waldbrandstufe 5: Es herrscht sehr hohe Waldbrandgefahr. Besucher sollten den Wald nicht betreten. Auch Waldeigentümer dürfen nun ihren Wald sperren.

In Berlin und Brandenburg gilt im Wald das ganze Jahr über striktes Rauchverbot. Außerdem darf außerhalb der ausgewiesenen Grill- und Feuerstellen kein Feuer entzündet werden. Diese Regeln gelten in Brandenburg auch im Abstand von 50 Metern vom Wald. In Berlin ist ein Abstand von 100 Metern einzuhalten.

Sendung: Inforadio, 23.04.2019, 09:00 Uhr

Kommentar

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3 Kommentare

  1. 3.

    Welche Wissenschaftler sollen den nachgewiesen haben, dass die Trockenheit vom letzten und diesem Jahr in Dt. von der hiesigen Gesellschaft der letzten 10 oder 20 Jahre verursacht wurde? Das sagen die Bauern nicht. also bringen Sie doch mal was Wissenschaftliches, nicht rein gefühlte oder ideologische Meinung.

  2. 2.

    Die Ursachen der allermeisten Waldbrände sind individuelles menschliches Fehlversagen bzw natürliche Einflüsse wie Blitzschläge.
    Weiterhin sind gelegentliche Waldbrände aus ökologischer Sicht (Monokulturen vs Artenvielfalt) sogar vorteilhaft für die Entwicklung und Vielfalt in unseren Wäldern. Zumindest mehr als Baumhäuser und Ökotouristen...

  3. 1.

    Die Natur schickt die Rechnung immer mit Verzögerung, aber sie kommt.
    Das werden auch die Klimawandel Leugner der AfD noch begreifen. Von wegen Bäume als CO2 Speicher und Pflanzen Wachstum.... 500 000 000 i. W. Fünfhundert Millionen, 2018 angepflanzter Bäume in Deutschland sind der Trockenheit zum Opfer gefallen.

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