Archivbild: Ein wegen Menschenhandels angeklagter Mann (r) versteckt sich vor Prozessbeginn in einem Gerichtssaal vom Landgericht hinter einem Aktenordner, Bayern, München. (Quelle: dpa/Balk)
Audio: rbb 88,8 | 23.04.2019 | Andreas Marschner | Bild: dpa/Balk

Berlinerin zu Sex gezwungen - Paar wegen Zwangsprostitution zu Haftstrafe verurteilt

Ein Paar, das eine Berlinerin monatelang zur Prostitution gezwungen hat, ist zu je drei Jahren und zehn Monaten Freiheitsstrafe verurteilt worden.

"Wir haben keinen Zweifel an dem Motiv, die Geschädigte kommen zu lassen, um sie auf den Strich zu schicken", sagte Richter Philip Stoll bei der Urteilsverkündung am Münchner Landgericht I. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Freier ging mit Opfer zur Polizei

Das Paar war Anfang Januar wegen Zwangsprostitution, Zuhälterei und Vergewaltigung angeklagt worden. Laut Anklage hatte der Mann die damals 26-Jährige im Jahr 2017 per Online-Chat kennengelernt und sie mit einem Eheversprechen nach München gelockt. Kurz nach der Ankunft des Opfers in München kam es zum Geschlechtsverkehr mit dem Mann. Das Gericht wertete dies als sexuellen Übergriff.

Anschließend soll das Paar die Berlinerin wie eine Gefangene gehalten und sie zum Geschlechtsverkehr mit bis zu 150 Freiern gezwungen haben. Die Einnahmen kassierten die Angeklagten.

Das Paar hat laut Anklage Druck aufgebaut, indem sie damit drohten, ihrer Familie zu verraten, dass sie keine Jungfrau mehr ist und als Prostituierte tätig war. Im März 2018 wandte sich die Frau schließlich mit Unterstützung eines Freiers an die Polizei.

Sendung: Antenne Brandenburg, 23.04.2019, 10 Uhr

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1 Kommentar

  1. 1.

    Kann man hier von ahnungslosen"Freiern" sprechen? - Was für entmenschlichende Kopulationen müssen dem Opfer angetan worden sein, und was für ein entwürdigendes Gefühlsleben müssen all die beteiligten Männer, bis auf den Einen wirklichen besitzen, um sich mMn an Straftaten zu beteiligen bzw. die Zwangslage auszunutzen!

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