Gynäkologenstuhl in einer Frauenarztpraxis (Quelle: imago/Vorhofer)
Bild: imago stock&people/Vorhofer

Vorwurf: Werbung für Abtreibung - Berliner Gynäkologinnen müssen vor Gericht

Weil sie gegen das Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche verstoßen haben sollen, müssen sich zwei Berliner Ärztinnen vor Gericht verantworten. Der Prozess gegen die beiden Gynäkologinnen soll am 14. Juni stattfinden, wie eine Sprecherin des Amtsgerichts Tiergarten am Donnerstag bestätigte. Bislang sei nur ein Verhandlungstag anberaumt.

Anzeige ging noch vor Neuregelung von 219a ein

Der Prozess gegen die beiden Berlinerinnen gilt als der erste seit der Neuregelung des umstrittenen Paragrafen 219a im Februar. Der Bundestag hatte nach langem Ringen im Februar eine Reform des Gesetzes und damit eine Lockerung des Werbeverbots für Schwangerschaftsanbrüche beschlossen. Ärzten ist es demnach künftig erlaubt, darüber zu informieren, dass sie Schwangerschaftsabbrüche vornehmen. Für weitere Informationen, etwa über Methoden, müssen sie aber an dafür befugte Stellen verweisen.

Die Strafanzeige gegen die beiden Ärztinnen war im vergangenen Jahr und damit noch vor der Neuregelung von 219a eingereicht worden. Sie hatten auf der Homepage ihrer Gemeinschaftspraxis angegeben, dass ein "medikamentöser, narkosefreier Schwangerschaftsabbruch" zu den angebotenen Leistungen gehört.  

Sendung: Abendschau, 23.05.2019, 19.30 Uhr

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6 Kommentare

  1. 6.

    Nunja, für eine Frau die es betrifft gibt es dann erstmal kein größeres Problem. Das Erwähnen von Schwangerschaftsabbrüchen ist zeitgemäß und keine Werbung. Alleine das den ungewollt Schwangeren und den Ärztinnen zu unterstellen ist ekelhaft. Die Zeiten, wo das tabuisiert wird, sollten doch schon lange vorbei sein. Es wird in allen Ländern abgetrieben, auch bei streng Gläubigen. Man muss damit nicht „hausieren“ gehen, aber die Erwähnung dieser Leistung ist seriös, zudem eine wichtige Info für Frauen in dieser Notsituation.

  2. 5.

    Was für eine Verschwendung von Zeit und Energie, als ob wir nicht mit größeren Problemen uns auseinanderzusetzen hätten.

  3. 4.

    Wenn ich den Artikel lese, fühle ich mich in das Mittelalter zurückversetzt wo die Pfaffen in ihren Roben darüber entschieden haben wer eine Hexe ist und auf den Scheiterhaufen verbrannt wird. Gibt es in diesem Land denn kein Mittel um die rückständigen Typen in die Grenzen zu weisen? Für mich fehlt jetzt eigentlich nur noch das der Prozess auf einem öffentlichen Platz durchgeführt wird und eine johlende Anhängerschaft. Wie arm ist Deutschland eigentlich????

  4. 3.

    Und hier wieder einmal der Beweis, dass nicht gut gemeint immer gut gemacht bedeuten muss. Der Stil, in dem Sie hier vermeintlich zur Solidarität mit den Ärztinnen aufrufen, ist unterirdisch und frauenfeindlich. Da hofft man fast schon, dass ein Mann hinter Ihrem Nickname steckt. Ja, ich finde es auch bedenklich, dass man sich im Jahr 2019 in die Vergangenheit zurückversetzt fühlt. Zumal auch Männer Solidarität zeigen müssten, sie sind mit im Boot. Ich hoffe auf ein für die Ärztinnen positives Urteil.

  5. 2.

    Du meine Güte, wovon sind Sie denn getrieben? Ihre hehren Ansätze in Ehren, aber Ihr aggressiv-respektloser Aufruf an die Frauenwelt kommt fürchterlich rüber. Zumal auch alle Männer mit im Boot sitzen, die ja auch davon "profitieren", zum falschen Zeitpunkt und/oder von der falschen Frau, oder aus Versehen ein Kind gezeugt zu haben und dafür nicht gerade stehen zu müssen. Und der Seitenhieb auf Lehramtsstudentinnen ist unangemessen. Das muss doch nicht sein. Soviel zum Thema "Solidarität". Guten Tag.

  6. 1.

    Wo sind denn hier die kurzsichtigen *Innen, die sich über sich über jedes Kompliment eines Mannes peinlich kreischend aufregen und für einen inszenierten Geschlechterkrieg benutzen lassen, der vom eigentlichen "Reich gegen Arm" ablenken soll. Lernt endlich gesellschaftliche Zusammenhänge zu analysieren und regt Euch hier auf, zeigt Solidarität - übrigens mit Frauen, die ein Fachmedizinstudium abschlossen und nicht irgendein Lehramtsstudium abbrachen.
    Ich kenne zahlreiche Frauen, die sich mit ihrem Hirn und ihren Fähigkeiten hohe leitende Positionen erarbeitet und es nicht nötig haben, ständig die Professorin, Vorständin, Flugkapitänin, Chefredakteurin oder Ingeneurin zu betonen.

    Liebe *Innen, hier gibt's etwas gegen wirklich mittelalterliches Denken und Handeln zu tun!

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