Archivbild: Razzia Pflegedienst - Mit einem Großaufgebot von Beamten ist die Berliner Polizei gegen organisierten Betrug bei Pflegeabrechnungen vorgegangen. (Quelle: dpa/Zinken)
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Berlin und Brandenburg - Drei Festnahmen bei Razzia zu Pflegediensten

Mit Razzien an 19 Orten ist die Polizei am Dienstag gegen Abrechnungsbetrug bei Pflegediensten vorgegangen. 130 Polizisten durchsuchten Wohnungen und Büros unter anderem auch in Berlin und Brandenburg. Drei Haftbefehle wurden vollstreckt.

Rund 130 Beamte haben am Dienstag Wohn- und Geschäftsräume an 19 Orten in Berlin, Brandenburg und Schleswig-Holstein durchsucht, um Hinweise auf Betrug bei Pflegediensten zu finden. Von der Razzia waren sechs Pflegedienste betroffen. Bei der Polizeiaktion wurden drei Haftbefehle vollstreckt, teilten das Landeskriminalamt und die Staatsanwaltschaft Berlin mit. Zwei Haftbefehle stehen demnach noch aus.

Gegen zwölf Beschuldigte werde schon seit Monaten wegen gewerbsmäßigen Abrechnungsbetruges ermittelt, hieß es am Dienstag von der Berliner Polizei. Seit 2013 sollen sie nicht qualifizierte Personen als Intensivpflegekräfte bei mindestens neun Pflegediensten eingesetzt oder sie an sie vermittelt haben.

Die Intensivpflege umfasst meist 24 Stunden, darf nur von qualifizierten Pflegefachkräften durchgeführt werden und kostet monatlich durchschnittlich 20.000 Euro im Monat.

Nicht-qualifizierte Kräfte eingesetzt oder vermittelt

Mutmaßlicher Kopf des Pflegebetrugssystem soll eine 63-Jährige Deutsche mit Wohnsitz in Spanien sein. Sie soll nicht qualifizierte Arbeitskräfte vor allem aus Osteuropa nach Deutschland geholt haben. Mit gefälschten Qualifikationsbescheinigungen seien sie dann mutmaßlich als Intensivpflegekräfte eingesetzt worden - oder nach Insolvenzen vermittelt worden.

Bei den Verhafteten handelt es sich neben der Hauptbeschuldigten um zwei laut Polizei nichtqualifizierte Pflegekräfte im Alter von 61 und 44 Jahren, die teilweise seit mehreren Jahren für ihre Auftraggeberin in Deutschland tätig gewesen seien.

Wie die Polizei am Dienstag mitteilte, konnte bislang ein Schaden von 1,5 Millionen Euro nachgewiesen werden; die Ermittler gehen demnach aber insgesamt von einer noch höheren Schadenssumme aus.

Sendung: Abendschau, 14.05.2019, 19:30 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Das ist doch mit Sicherheit nur die Spitze des Eisbergs. Altenpflege ist ein Geschäftszweig mit Zukunft. Dagegen wird doch kaum etwas unternommen. Siehe Private Pflege durch Familienangehörige. Diese werden noch bestraft durch den Staat, wenn Sie ihre Liebsten zuhause in Eigenregie betreuen, anstatt Ihnen unverzüglich unter die Arme zu greifen, sei es durch finanzielle oder fachliche Zuwendung.

  2. 1.

    Es betrifft nicht nur die Balkanstaaten und die Pflegeberufe,in vielen GUS-Ländern z.B. kann man jedes beliebige Diplom staatlicher (!)Hochschulen für wenig Geld bekommen,das sind dann Originaldokumente die von korrupten Hochschulmitarbeitern ausgestellt werden.Soviel zum Thema"vereinfachte Anerkennung von Abschlüsse" für ausländische Fachkräfte,die immer wieder gefordert wird:Mir graust vor solchen Ärzten, Krankenpflegern, Bauingenieuren, Architekten, Elektrikern etc. Der einzige Weg,hier gegenzusteuern,ist die Wiederholung der Abschlussprüfung bzw.des Examens durch den Bewerber in Deutschland. So machen es die USA schon immer! Gefälschte Zeugnisse gefährden nicht nur unsere Senioren!

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