Polizisten leuchten in der Nacht zum 25.05.2019 nach Ausschreitungen in der Rigaer Straße ein besetztes Haus an (Bild: anonym)
Audio: Inforadio | 25.05.2019 | Bild: anonym

Feuer und Flaschenwürfe in der Rigaer Straße - Randalierer greifen Polizisten an

Brennende Barrikaden in Berlin-Friedrichshain: Unbekannte Randalierer haben in der Nacht zu Samstag Polizisten mit Steinen, Flaschen und Farbbeuteln attackiert. Die Gewerkschaft der Polizei und CDU-Fraktionschef Burkard Dregger fordern Konsequenzen.

In der Rigaer Straße in Berlin-Friedrichshain sind Polizisten nach eigenen Angaben mit Steinen, Farbbeuteln und Flaschen attackiert worden. Auch Mülltonnen wurden demnach in der Nacht zum Samstag entzündet. Die Polizei war über Stunden mit insgesamt 180 Kräften im Einsatz.

Unbekannte werfen Baumaterialien auf eine brennende Barrikade in der Rigaer Straße. (Quelle: dpa/Paul Zinken)
Randale in der Rigaer Straße | Bild: dpa/Paul Zinken

Mülltonnen auf die Straße gerollt und angezündet

Nach Angaben der Polizei vom Samstag hatten sich an der Kreuzung Liebigstraße/Rigaer Straße am Freitagabend zunächst etwa 70 Teilnehmer zu einer unangemeldeten Kundgebung versammelt. Gegen 21.00 Uhr seien dann vom Dach eines Hauses Farbbeutel auf inzwischen alarmierte Polizisten geworfen worden. Ein Beamter wurde laut Polizei leicht verletzt. Ein Einsatzwagen wurde beschädigt.

Etwa zwei Stunden später hätten Zeugen sechs schwarz gekleidete, maskierte Personen beobachtet, die mehrere Mülltonnen auf die Straße rollten und in Brand setzten. Die Randalierer seien geflüchtet. Polizei und Feuerwehr löschten die Flammen. Doch es kehrte keine Ruhe ein.

Minutenlang Farbbeutel und Flaschen auf Polizisten geschleudert

Gegen 1.40 Uhr wurden Feuerwehr und Polizei laut Mitteilung erneut alarmiert. Unbekannte hatten inzwischen auf der Kreuzung Unrat in Brand gesetzt. Etwa 20 zum Teil maskierte Personen warfen weitere Utensilien ins Feuer. Als die Einsatzkräfte kamen, flüchteten sie in ein Haus in der Liebigstraße, wo dann von zwei Balkonen minutenlang Flaschen und Farbbeutel auf die Polizisten geschleudert worden seien. Sechs Einsatzkräfte wurden den Angaben zufolge getroffen und ihre Uniformen verschmutzt. Verletzt wurde aber niemand. Das Feuer konnte wegen der Würfe erst gegen 2.30 Uhr gelöscht werden.

Ermittlungsverfahren wegen Verstoßes gegen das Versammlungsgesetz, schweren Landfriedensbruchs, versuchter gefährlicher Körperverletzung, Sachbeschädigung und gefährlichen Eingriffs in den Straßenverkehr seien eingeleitet worden, hieß es.

Gewerkschaft der Polizei verurteilt Angriffe als "menschenverachtend"

In der Rigaer Straße und der Umgebung mit einstmals etlichen besetzten Häusern greifen Linksautonome immer wieder Polizisten an oder beschädigen Autos. Die Gewerkschaft der Polizei verurteilte die Angriffe scharf. Es sei "nichts anderes als menschenverachtende Gewalt", zitierte die GdP ihren Landesvorsitzenden Norbert Cioma am Samstag auf Twitter. Gebraucht werde eine politische Lösung "und zwar, bevor ein Mensch dort sein Leben lässt".

Auch die oppositionelle CDU verurteilte den neuerlichen Gewaltausbruch und warf Innensenator Andreas Geisel (SPD) vor, die Lage nicht im Griff zu haben. Fraktionschef Burkard Dregger forderte in einer Mitteilung, es müsse Videoaufklärung zugelassen werden. Der rot-rot-grüne Senat lasse Gewalttäter gewähren. Der neue CDU-Landeschef Kai Wegner sprach von "militantem Linksextremismus", der konsequent bestraft werden müsse.

Sendung: Abendschau, 25.05.2019, 19:30 Uhr

Kommentarfunktion am 26.05.2019, 14:50 Uhr geschlossen

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48 Kommentare

  1. 48.

    wer den "rechten" Extremismus mit dem "linken" gleichsetzt macht sich unglaubwürdig, zumal der Rechtsextremismus viel breiter in unserer Gesellschaft verankert ist, siehe "IB", siehe AfD, NPD oder Polizisten die eindeutig rechtsextrem sind.

    Haben sie schon mal von einem Polizisten oder sonstige Staatsdiener gehört, der der linksextremen Szene angehört?

  2. 47.

    Wer sich glaubwürdig gegen rechten Extremismus einsetzen will, muss dies aber ebenso gegen den hier im Artikel thematisierten linken Extremismus tun und darf den nicht verharmlosen.

  3. 45.

    Was genau haben sie an "„seien ruinös, verwahrlost und teilweise schadstoffbelastet“ und „zur Unterbringung von Menschen ungeeignet“. nicht verstanden?

  4. 44.

    Der User @Max geht immer auch auf die Thematik ein. Ich verfolge u.a. seine Kommentare seit Monaten. Ich empfinde seine Äußerung als angemessen. Linksradikal-rechtsradikal, beides geht so nicht. Die Situation braucht eine Strategie und ist eine Zumutung für die Einsatzkräfte und Nachbarn. @Rico: Ich sehe das ähnlich, beide radikale Ausrichtungen sind zu ahnden, haben aber auch für mich verschiedene Gewichtungen. Rechtsradikalität beinhaltet Einstellungen und Attitüden, die es in unserem Land schon gab und nicht mehr duldbar sind.

  5. 43.

    Darum geht es mir nicht. Es geht mir um die rechts/links-Sache. Ich werde aber leider heute keine Zeit mehr haben, näher darauf einzugehen. Nur noch dazu: Ob Max oder IchMeinJaNur...jeder, der sich wacker gegen rechts positioniert, ist für mich unterstützenswert. Leider machen das viele Kommentare nötig. Schönen Sonntag!

  6. 42.

    Vor ein paar Tagen wollten Sie diese Grundstücke noch enteignen. :-))

    Übrigens kann man Gewerbeflächen auch in Wohngebäude umwandeln. In Kreuzberg wollte das aber der Bezirk nicht. Es gibt ja genügend Sozialwohnungen.

  7. 41.

    Nein. Denn Max oder IchMeinJaNur diskutiert leider so, dass er/sie/es nur auf Kommentare anderer eingeht und zur Sache nichts sagt. Ich habe den Eindruck, da wird nur gewartet, ja jemand was postet und dann gehts los. Wer ist schlimmer,, derjenige der anfängt oder derjenige, der mit Freude dann darauf eingeht?

  8. 40.

    Welches Ablenkungsmanöver meinen Sie? In #31 war lediglich die Aufforderung enthalten, linksextreme Gewalt genau so zu ächten wie, korrekterweise, die rechtsextreme. Damit sollte doch wohl niemand ein Problem haben?!

  9. 39.

    Ihre Postings mit dem Wort "Lüge" sind an Peinlichkeit nicht zu überbieten! Sie widerlegen das Problem ja nicht mal, oder haben Sie wieder mal nur den ersten Absatz gelesen?
    Zeelen hat völlig Recht, wenn er kritisiert, warum diese Immobilien nicht saniert oder abgerissen werden, um kommunalem Wohnbau Platz zu machen. Damit wäre dem Wohnungsmarkt in Berlin deutlich mehr geholfen als überteuerter Aufkauf bestehender Wohnungen.

  10. 38.

    Deja-vue in Bremen, aber mit anderem Ausgang: "Die Polizei rückte mit einem großen Aufgebot an und nahm mehrere Menschen fest. "

  11. 37.

    Dann schulmeistern Sie bitte zunächst diejenigen, die das aufgriffen. Denn das Ablenkungsmanöver begann schon vorher, es war lediglich eine Reaktion darauf. Danke

  12. 36.

    Nun lassen Sie mal das Ablenken. Hier geht es um linke Gewalt. Dann auf rechte zu verweisen ist unnötig. Diese Technik wird von radikal denkenden Menschen zwar immer gerne gemacht, ist aber so leicht durchschaubar.

  13. 35.

    Ich wunder mich über Kommentare die locker aus den 50er Jahren stammen könnten, "wegsperren, alle". Bin kein Fan des Dorfplatzes und in der Tat lässt sich auch fragen, was da im einzelnen politisch ist und was emotionalisiert hochgekocht wird, in so fern schade, wenn mit Landflucht, Clubsterben, Gentrification, Preissteigerungen dat Kind mit dem Bad ausgeschüttet wird. Selbst wenn die Freaks die Klassenclowns sind, sollten wir uns alle mehr zusammentun um gegen Mietsteigerungen und über blöde Auswüchse des Kapitalismus oder die prinzipielle Logik der Warenwelt zusammenstellen. Wer mit Mietsteigerungen und Freunden die wegziehen müssen leben kann, kann auch bei allem anderen gern Experten zu Rat rufen, von denen bestimmt auch ne Hand voll einen Schreibtisch im Landesamt für Verfassungsschutz etc. haben, aber ob das den sozialen Problemen der Masse an Menschen in Berlin gerecht wird, bezweifel ich, so viel Auswahl über die Verhältnisse bleibt uns nicht, schon die BVV' haben wenig Macht.

  14. 34.

    Ja das sieht man an Neukölln wie konsequent die Polizei dort gegen Terror von rechts vorgeht. Im Gegenteil, von den Beamten gibt es auch Zusammentreffen mit Rechtsextremisten. Kein Wunder wenn alle Ermittlungen im Sand verlaufen.

    https://www.rbb24.de/politik/beitrag/2019/04/berlin-lka-beamter-treffen-neonazi-kontraste-rbb24-recherche.html

    SIE messen hier mit zweierlei Maß!

  15. 33.

    Trotzdem ich Ihnen beipflichte, dass es unverständlich ist, warum es nicht härtere Maßnahmen gab, habe ich dennoch ein Problem damit, Linksradikalität mit Rechtsradikalität gleichzusetzen. In puncto Gesetzesbruch und verdienter Strafe soweit okay, in Hinsicht auf unsere Geschichte ist das immer wieder unpassend und hinterlässt einen bitteren Nachgeschmack. Dennoch muss hier durchgegriffen werden, weil solche Aktionen nicht nur gesetzeswidrig, sondern auch schädlich für friedliche, demokratische, linke Politik sind. Denn auch Linke lehnen diese Gewalt ab.

  16. 32.

    "1,2 Mio qm leerstehende Gebäudeflächen" sind kein Wohnraum!

    https://www.tagesspiegel.de/berlin/trotz-wohnungsnot-1-2-millionen-quadratmeter-leerstand/24380250.html

    So schnell fällt ihr Lügengebilde in sich zusammen.

  17. 31.

    Ich erinnere an ein Vorspiel, an dessen Ende einige Hools im Sandkasten lagen - mit dem Gesicht nach unten. Fand ich gut. Das ist hier aber nicht passiert.

    Es wurden nichtmals Personalien eines einzigen der schwarz uniformierten und maskierten mutmasslichen Landfriedenbrecher aufgenommen. Die Angriffe waren diesmal in der Tat vergleichsweise harmlos. Muss es erst Tote geben? Im Artikel wird daran erinnert, dass das kein Einzelfall war. Regelmässig fliegen dort aus dem Hinterhalt von oben Steine auf die Menschen in Uniform.

    Es stört mich das zweierlei Mass, dass die Grünen und die Linken unter den wohlwollenden Blicken der SPD an den Tag legen. Rechtsextreme Gewalt wird explizit verurteilt, die gleiche Tat mit mutmasslich linksextremen Hintergrund wird in Sprechblasen zur Gewalt im Allgmeinen abgetan. Für mich macht es keinen Unterschied, ob dass Auto eines Links- oder Rechtspopulisten angezündet wird. Es ist beides Terror, mögen sich die Täter auch noch so benachteiligt fühlen.

  18. 30.

    Natürlich geht das so nicht. Es muss härter durchgegriffen werden, das ist klar. Aber Du meine Güte, hier dazu diese verbale Selbstjustiz. Von Kommentar zu Kommentar schlimmer. Jetzt fehlt nur noch "knüpft sie am nächsten Baum auf...". Geht's auch ne Nummer kleiner? Es wurde ein Beamter leicht verletzt und wurden Uniformen verschmutzt. Bei fast jeder Fußballrandale passiert mehr. Das ist ja ungebremster Hass, der hier abgesondert wird. Was soll das?

  19. 29.

    Randalierer!!??? Ich lach mich scheckig, Leute das sind Staatsfeinde und gehören abgeurteilt und in den Knast!!!

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