Hans Rosenthal in Dalli Dalli im Jahr 1984 (Bild: imago/Impress)
Audio: rbb 88.8 | 08.05.2019 | Matthias Bartsch | Bild: imago/Impress

Umbenennung - Lichtenberger Schule trägt jetzt Hans Rosenthals Namen

Die 32. Grundschule Berlin-Lichtenberg trägt seit Mittwoch einen neuen Namen. Ab sofort heißt sie "Hans-Rosenthal-Grundschule" und würdigt damit eine Persönlichkeit, deren Lebensgeschichte ganz in der Nähe der Schule eine glückliche Fügung erfahren durfte.

Der im Jahr 1987 verstorbene Showmaster Hans Rosenthal versteckte sich in einer nur 200 Meter entfernten Gartenlaube vor den Nationalsozialisten und konnte damit überleben. Als Jude wurde der Berliner verfolgt und musste Zwangsarbeit leisten. Schon in jungen Jahren verlor er seine Eltern, 1943 wurde sein jüngerer Bruder nach Riga deportiert und kehrte nie zurück. Rosenthal musste sich ganz ohne Familie durchkämpfen und wurde zwei Jahre lang von zwei Berlinerinnen in einer Laubenkolonie versteckt.

Gert Rosenthal förderte die Idee

Die jetzt in "Hans-Rosenthal-Grundschule" umbenannte Schule in der Bernhard-Bästlein-Straße gibt es erst seit August 2017. Sie wird von rund 180 Kinder besucht, der Lehrkörper besteht aus 19 Lehrerinnen und Lehrern sowie neun Erzieherinnen und Erziehern an. Das Gebäude selbst besteht seit 1974. Einst war dort die Polytechnische Oberschule "Willi Sänger" untergebracht, bevor die Selma-Lagerlöf-Schule das Gebäude bezog.

Schuldirektorin Sabina Ballauf fand mit Hans Rosenthals Sohn Gert einen Unterstützer ihrer Idee, den bisherigen Titel "32. Grundschule Berlin-Lichtenberg" gegen den Namen seines Vaters einzutauschen. Auch Gert Rosenthal nahm am Mittwoch an der feierlichen Umbenennung teil. "Wir finden, dass Hans Rosenthals Geschichte in den Köpfen und Herzen der Menschen exemplarisch für die Schicksale von Millionen Menschen weiterleben muss. Und dabei geht es nicht nur um Antisemitismus. Es geht darum, dass niemand ausgeschlossen werden darf. Jeder Mensch hat das Recht, in Würde zu leben", heißt es auf der Homepage der Schule.

Quizmaster starb mit 62 Jahren

Hans Rosenthal wurde 1925 in Berlin geboren und wuchs in der Winsstraße in Prenzlauer Berg auf. In den Nachkriegsjahren arbeitete er zunächst als Regieassistent beim Berliner Rundfunk, bevor er 1948 in den Westsektor Berlins wechselte und beim RIAS seine Rundfunkkarriere startete. In den 1970er und 1980er Jahren eroberte Rosenthal dann ein Millionenpublikum mit seiner Quizshow "Dalli Dalli". Rosenthal starb 1987 in Berlin im Alter von nur 62 Jahren an Magenkrebs.

Sendung: Abendschau, 08.05.2019, 19:30 Uhr

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