Berliner Hauptbahnhof (Quelle: imago/Schoening)
Bild: imago/Schoening

Zugreise nach Berlin nicht möglich: - Deutsche Bahn wird für Rollstuhlfahrerin zur Barriere

Im Netz bloggt Ju Hahn über ihre Erfahrungen, die sie als Mutter im Rollstuhl sammelt. Barrieren sind für die 34-Jährige Alltag. Darüber wollte sie auf der Messe "Blogfamilia" in Berlin berichten. Aber die Deutsche Bahn spielte nicht mit. Von Frank Preiss

Keine barrierefreien Geburtsvorbereitungskurse und Krabbelgruppen, keine rollstuhlfreundlichen Spielplätze - und auch im Krankenhaus, in dem Ju Hahn vor fünf Jahren ihren Sohn zur Welt bringt, werden der Frau bauliche Grenzen gesetzt. Als nach einer Woche das Kind auf die Neanotologie verlegt werden muss, kann die frisch gebackene Mutter nicht nach ihrem Sohn schauen, weil der Raum für sie und ihren E-Rollstuhl viel zu klein ist. 

Seit vier Jahren berichtet Ju Hahn alias “Wheelymum“ in ihrem Blog [wheelymum.com] über solche Fallstricke, die sich ihr und ihrer Familie in den Weg stellen. In der Bloggerszene hat sie sich längst einen Namen gemacht, auch durch ihre regelmäßigen Besuche der "Blogfamilia", einer Elternbloggerkonferenz in Berlin. Jetzt am Wochenende findet sie wieder statt – und Ju Hahn wäre beinahe nicht dabei gewesen.

Ju Hahn vor dem Berliner Hauptbahnhof (Bild: Ju Hahn)
Bild: Ju Hahn

Keine Hilfe möglich

Ursprünglich wollte die 34-Jährige mit dem ICE nach Berlin reisen, sie buchte frühzeitig genug Tickets. Auch den Mobilitätsservice der Bahn setzte sie vorschriftsmäßig früh in Kenntnis über ihren speziellen Bedarf. Gemeinsam mit ihren inzwischen zwei Söhnen und einer Begleitperson freute sie sich auf das Wochenende an der Spree. Doch dann erwies sich die Deutsche Bahn als Spaßverderberin.

In einer ersten Nachricht an sie hieß es per Mail: "Im Zeitraum vom 16.05.2019 bis einschließlich 20.05.2019 ist das Personal auf dem Berliner Hauptbahnhof bereits verplant." Soll heißen: Es gibt keine Möglichkeit, Ju Hahn und ihren E-Rollstuhl per Hublift aus dem Zug zu holen und bei der gebuchten Abfahrt am Sonntag wieder in den Zug zu befördern.

Es scheitert an einem Knopf

Ju Hahn telefoniert sich die Finger wund und landet letztlich beim Team der Bahnhofsmission, das gerne helfen würde und auch genug Personal zur Verfügung hätte. Aber: Den Hublift, der per Knopfdruck betrieben wird, darf nur geschultes Personal bedienen. Und dazu gehören die Mitarbeiter der Bahnhofsmission nicht. Ju Hahn ringt im rbb|24-Gespräch um Fassung: "Diesen Knopf könnte selbst mein Mann betätigen", schimpft sie. Doch aus arbeitsschutz- und versicherungsrechtlichen Gründen sei das nicht möglich. "Das ist ein Behindern, wie es 2019 es nicht mehr geben dürfte. Barrierefreiheit – was ist das?", fragt sich Ju Hahn.

Das, was die 34-jährige Bloggerin erlebt, ist kein Einzelfall. Immer wieder berichten auch andere Bloggerinnen und Blogger wie Laura Gelhaar und Raul Krauthausen, beide aus Berlin, von Unregelmäßigkeiten beim Mobilitätsservice der Bahn. Wer mit dem Rollstuhl per Zug reisen will, benötigt gute Nerven und viel Geduld. Doch falls tatsächlich - so wie per Mail an Ju Hahn mitgeteilt - gleich an fünf vollen Tagen am Berliner Hauptbahnhof kein Personal zur Verfügung stehen sollte, wäre das ein neuer Höhepunkt.

Ju Hahn (Bild: privat)
Ju Hahn mit ihrem Erstgeborenen | Bild: privat

Bahn räumt Missverständnis ein

Die Deutsche Bahn spricht derweil von einem "Missverständnis". Frau Hahn sei der Sachverhalt falsch kommuniziert worden, sagt ein Bahnsprecher auf Anfrage von rbb|24 und erklärt: "Selbstverständlich ist Berlin weiterhin für mobilitätseingeschränkte Reisende erreichbar. Für den Zeitraum vom 15. bis 20. Mai gibt es sehr viele Anfragen für Ein-, Aus- und Umstiegshilfen für Berlin Hbf. Alle unsere dort verfügbaren Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Einsatz. Teilweise helfen Kollegen anderer Berliner Fernbahnhöfe aus. Dennoch gibt es einzelne Fälle, bei denen wir um den Ausstieg in anderen Berliner Fernbahnhöfen wie Spandau oder Ostbahnhof bitten müssen. Von dort bitten wir um Weiterfahrt mit der S-Bahn, die mobilitätseingeschränkte Reisenden eigenständig nutzen können."

Ju Hahns Zugfahrt sei nicht an fehlendem Personal am Hauptbahnhof gescheitert, sondern an der Kapazität einer alternativen Zugfahrt, die ihr von der Bahn im Nachhinein noch angeboten wurde. Dort seien schon alle abrufbaren Rollstuhlfahrerplätze besetzt gewesen, erklärt der Bahnsprecher weiter. Hahn ringt im rbb|24-Gespräch erneut um Fassung – diese Erklärung sei ihr völlig neu: "Noch am Freitagmittag hat mir eine Mitarbeiterin des Mobilitätsservices der Bahn versichert, dass mich niemand am Hauptbahnhof aus dem Zug holen kann."

Zu wenig Personal am Hauptbahnhof?

Hat also ausgerechnet der größte Bahnhof in Deutschlands größter Stadt ein großes Personalproblem, wenn es um die Unterstützung von mobilitätseingeschränkten Passagieren geht? Der Bahnsprecher will das nicht kommentieren und belässt es bei Zahlen: "Auf dem Hauptbahnhof in Berlin sind tagsüber in verschiedenen Schichten bis zu 20 Personen für Menschen mit Behinderungen im Einsatz."

Ju Hahn hat derweil eine andere Möglichkeit gefunden, doch noch an der "Blogfamilia" teilnehmen zu können. Am Freitagabend nimmt sie am Frankfurter Flughafen eine Lufthansa-Maschine - für 800 Euro. Die Bahntickets hätten sie 219,80 Euro gekostet.

Twitter-Nutzer setzten am Freitagnachmittag deswegen eine Spendenaktion in Gang - und keine drei Stunden später war das Geld zusammen, wie Ju Hahn vermeldete.

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25 Kommentare

  1. 25.

    Guten Tag T. Schmitt,
    ich bin öfter mit Rollstuhlfahrern im Elektrorollstuhl unterwegs. Die Rollstühle werden nicht schwerer gebaut aus Bequemlichkeit für die Besitzer, sondern weil es medizinisch notwendig ist. Oder wollen Sie 2 Stunden in einem Stuhl sitzen Ohne sich groß bewegen zu können? Die Elektronik und die Technik gibt es nicht aus stabilem Plastik oder Gummi.

    MfG
    N. F.

  2. 24.

    Helmut Krüger, 19.05.2019 | 22:33 Uhr:
    "Was auf der EU-Ebene und auch sonst fehlt, ist die Unterscheidung zwischen einem Unabdingbaren und dem, was einfach hingenommen werden sollte, anstatt möglichst alles 100%ig zu gestalten."

    Das ist alles zu pauschal und ohne sachliche Belege! Nix ist zu 100% geregelt. In einer großen Gemeinschaft mit unterschiedlichen Interessen lässt sich nicht alles so regeln, wie Sie es wollen.

    Helmut Krüger, 19.05.2019 | 22:33 Uhr:
    "Die Kehrseite davon: Wesentliche unabdingbare Bereiche sind weitgehend ungeregelt. Musterbeispiel ist ein fehlender EU-weiter Mindestlohn und europaweite arbeitsvertragliche Standards. Davon allerdings reden die Gegner weiteren europäischen Zusammenwachsens eben nicht. Weil es für sie um nationalistische Egoismen geht."

    Das liegt daran, dass es dort keine Einigkeit gibt!
    Machen Sie einen Vorschlag, mit dem alle - nicht nur Sie - einverstanden sind, statt nur pauschaler, unsubstantiierter Kritik.

  3. 23.

    Helmut Krüger, 19.05.2019 | 22:33 Uhr:
    "Antwort auf [Immanuel] vom 19.05.2019 um 15:35
    In gewisser Weise lässt sich die EU da schon mit hineinnehmen, sind doch die EU-Regelungen oftmals die Spitze dieses Eisbergs. Allerdings liegt die Ursache dieser tatsächlichen Überregulierung in spezifischen Bereichen außerhalb der EU und hat damit nichts mit der EU zu tun. Wohl aber tendenziell mit der Findigkeit von Rechtsanwälten und Versicherungsvertretern."

    Was ist denn das für eine schräge Argumentation: Die EU hat zwar nichts mit diesem Fall zu tun. Weil sie aber in anderen Fällen Schuld hat, hat sie hier auch Schuld. Widersinniger geht's kaum noch!

    Und was haben Rechtsanwälte und Versicherungsvertrter mit der EU und all dem zu tun???

  4. 22.

    Helmut Krüger, 19.05.2019 | 22:23 Uhr
    "Antwort auf [Immanuel] vom 19.05.2019 um 15:40
    Das finde ich nicht.
    Neben der Tabakindustrie und ihrer geschäftlichen Indoktrination hat auch jeder Mensch als Verbraucher und Konsument eine Verantwortung. Diese Verantwortung zu negieren und sich nur als Opfer von Werbung, wobei einem persönlich die Hände gebunden wären, greift eben zu kurz. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes unverantwortlich, weil nur die Hälfte der Verantwortung benennt, ohne allerdings das eine gegen das andere ausspielen zu wollen."

    Nicht jeder Verbraucher ist so klug wie Sie und ich!

    Und wer aus Profitgier bewußt lügt, nur um Gift als harmloses Genußmittel zu verkaufen und dafür auch noch Studien fälscht, der sollte auch für den Schaden einstehen, wenn ein Verbraucher die Lügen glaubt! Denn das ist BETRUG!

  5. 21.

    Helmut Krüger, Potsdam, Sonntag, 19.05.2019 | 20:11 Uhr:
    "Da, wo irgendein aktueller oder potenzieller Kläger ist, da ist auch eine rechtliche Regelung. So aktuell und potenziell die Klagegründe, so umfangreich die rechtlichen Regelungen. Ermessensspielraum setzt Großzügigkeit und auch Verzicht auf potenzielle Ansprüche voraus. Da sehe ich ehrlich gesagt kein Licht am Horizont."

    Seien Sie froh, dass es in vielen Bereichen rechtliche Regelungen gibt. Das schafft Rechtssicherheit. Ohne rechtliche Regelungen würde Willkür oder Selbstjustiz herrschen.

    Aber Sie können gern großzügig sein und auf alle Ihre Rechte und potentiellen Ansprüche verzichten. Niemand hindert Sie daran. Und die Gegenseite freut es!

  6. 20.

    Helmut Krüger, 19.05.2019 | 20:11 Uhr:
    "Im Grunde genommen leben wir in einer Rechtsanwalts- und Versicherungsrepublik. Kein Raum, der frei wäre von versicherungsrechtlichen Regelungen und frei wäre von rechtlichen Regelungen überhaupt. Kaum ein Nagel darf in die Wand geschlagen werden, ohne dass vorher irgendwo ein Antrag gestellt werden muss."

    Das ist UNFUG!
    Rechtsanwälte gibt es nur, soweit sie auch beauftragt werden.
    Versicherungen gibt es nur, wenn ein Bedarf besteht,
    Keiner ist gezwungen Rechtsanwälte zu beauftragen oder Versicherungen abzuschließen.

    Helmut Krüger, 19.05.2019 | 20:11 Uhr:
    "Mir hat mal jemand recht glaubhaft etwas über die Reinigung von Tankstellendächer erzählt. Nicht, dass da einfach eine Hebebühne eingesetzt werden dürfe, die eine Tankstelle vorrätig hat, es muss ein Spezialgerät her, das sämtliche Kriterien erfüllt."

    Wollen Sie wirklich, dass Tankstellen in die luft fliegen wegen Funken von nicht zugelassenen Arbeitsmitteln???

  7. 19.

    Ein Sinnbild für die künstlich erzeugten Symptome der Bahn welche aus der Betriebspolitik. Bloß keine Verantwortung übernehmen und diese auf die untergebenen Mitarbeiter schieben. Obwohl! Nur bei der Bahn? Mitnichten!

  8. 18.

    Meiner Meinung nach, so wird es auch in Gütersloh gemacht, reicht eine Person, die Hubbühne zu bedienen. Ich habe es aber am Berliner Hbf. gerade selber erlebt, dass zwei Personen für meine Mobilitätshilfe abgestellt wurden. Die zweite Person stand aber nur daneben. Wenn das immer so gemacht wird, ist der Personalmangel selbstgemacht.
    Diese Schulung/Einweisung kann doch so schwierig nicht sein. Also sollten alle verfügbaren Mitarbeiter (Bahnhofsmission, Zugbegleiter usw.) geschult werden. Damit würde dann auch die Zeitliche Einschränkung, wann man von welchem Bahnhof überhaupt fahren darf, wegfallen.

  9. 17.

    In gewisser Weise lässt sich die EU da schon mit hineinnehmen, sind doch die EU-Regelungen oftmals die Spitze dieses Eisbergs. Allerdings liegt die Ursache dieser tatsächlichen Überregulierung in spezifischen Bereichen außerhalb der EU und hat damit nichts mit der EU zu tun. Wohl aber tendenziell mit der Findigkeit von Rechtsanwälten und Versicherungsvertretern.

    Was auf der EU-Ebene und auch sonst fehlt, ist die Unterscheidung zwischen einem Unabdingbaren und dem, was einfach hingenommen werden sollte, anstatt möglichst alles 100%ig zu gestalten. Die Kehrseite davon: Wesentliche unabdingbare Bereiche sind weitgehend ungeregelt. Musterbeispiel ist ein fehlender EU-weiter Mindestlohn und europaweite arbeitsvertragliche Standards. Davon allerdings reden die Gegner weiteren europäischen Zusammenwachsens eben nicht. Weil es für sie um nationalistische Egoismen geht.

  10. 16.

    Das finde ich nicht.
    Neben der Tabakindustrie und ihrer geschäftlichen Indoktrination hat auch jeder Mensch als Verbraucher und Konsument eine Verantwortung. Diese Verantwortung zu negieren und sich nur als Opfer von Werbung, wobei einem persönlich die Hände gebunden wären, greift eben zu kurz. Es ist im wahrsten Sinne des Wortes unverantwortlich, weil nur die Hälfte der Verantwortung benennt, ohne allerdings das eine gegen das andere ausspielen zu wollen.

    Es sollte jedes für sich (oder gegen sich) benannt werden.

    Es gilt, Verantwortung zu übernehmen, nur so verändert sich etwas. Die auf geschäftlichen Erfolg aus seienden US-amerikanischen Anwälte reiten auf der Welle behaupteten Unvermögens der Konsumenten.

  11. 15.

    Wenn ich es mal etwas zugespitzt formulieren darf, was nur selten meine Sache ist:
    Im Grunde genommen leben wir in einer Rechtsanwalts- und Versicherungsrepublik. Kein Raum, der frei wäre von versicherungsrechtlichen Regelungen und frei wäre von rechtlichen Regelungen überhaupt. Kaum ein Nagel darf in die Wand geschlagen werden, ohne dass vorher irgendwo ein Antrag gestellt werden muss. Mir hat mal jemand recht glaubhaft etwas über die Reinigung von Tankstellendächer erzählt. Nicht, dass da einfach eine Hebebühne eingesetzt werden dürfe, die eine Tankstelle vorrätig hat, es muss ein Spezialgerät her, das sämtliche Kriterien erfüllt.

    Da, wo irgendein aktueller oder potenzieller Kläger ist, da ist auch eine rechtliche Regelung. So aktuell und potenziell die Klagegründe, so umfangreich die rechtlichen Regelungen. Ermessensspielraum setzt Großzügigkeit und auch Verzicht auf potenzielle Ansprüche voraus. Da sehe ich ehrlich gesagt kein Licht am Horizont.

  12. 14.

    Zenzi Kruse, Berlin, Sonntag, 19.05.2019 | 00:14 Uhr:
    "Man kann auch ziemlich genau benennen, wann dieses Elend angefangen hat: Als geschäftstüchtige amerikanische Anwälte ein paar Leute fanden, die nach Jahrzehnten fröhlichen Qualmens Gesundheitsschäden bei sich feststellten und nun die Tabakindustrie melken wollten, mit der treuherzigen Erklärung, ja nicht einmal etwas davon geahnt zu haben, dass Rauchen nicht gesundheitsfördernd ist."

    angesichts dessen, dass die amerikanische Tabakindustrie jahrzehtelang wider besseren Wissens die Unschädlichkeit des Rauchens propagiert und damit öffentlich bewußt gelogen hat und damit die Schadenersatzansprüche - auch wegen der riesigen gewinne - voll berechtigt sind, ist dieser Kommentar völlig daneben.

  13. 13.

    Neo, Samstag, 18.05.2019 | 11:56 Uhr:
    "Aber auch dank Brüssel, besetzt von realitätsfremden Bütteln, die zuviel für zuwenig verdienen und alle Steuerzahler unnötig abkochen und abzocken."

    Was hat das mit der EU zu tun???
    Dieser Kommentar von "Neo" ist sinnfreies und inhaltsleeres EU-Bashing auf billigem Stammtischniveau!

  14. 12.

    Ohne jemanden vor den Bug zu schießen - ich denke es wäre günstiger für Rollstuhlfahrende einen kostenlosen Mobilitätsservice (Transporter, oder Gütertaxi) per Gesetz einzuführen, als die ganze Welt umzubauen. Ich weiß nicht..., früher war das einfacher, das Anspruchsdenken, auch die Rollstühle leichter, kleiner. Für unterwegs gab es kleinere um mobiler zu sein.. Heute möchte eine halbe Tonne Gewicht unterwegs sein.

  15. 10.

    Es ist leider nicht nur das Überregulieren. Es ist auch die aus den USA übernommene (Un-) Sitte, sich ständig für doof zu erklären, mithin als armes Opfer und dann wegen jedes Ungemachs jemanden zu verklagen.

    Man kann auch ziemlich genau benennen, wann dieses Elend angefangen hat: Als geschäftstüchtige amerikanische Anwälte ein paar Leute fanden, die nach Jahrzehnten fröhlichen Qualmens Gesundheitsschäden bei sich feststellten und nun die Tabakindustrie melken wollten, mit der treuherzigen Erklärung, ja nicht einmal etwas davon geahnt zu haben, dass Rauchen nicht gesundheitsfördernd ist. Da Sie in den USA mit gewieften Advokaten und Ihnen wohlgesinnten Geschworenen JEDEN Prozess gewinnen können, kamen die "Opfer" damit durch.

    Und seither wuchern die Warnhinweise, die Vorschriften und Verbote, weil jeder sich absichern möchte gegen Menschen, die keine Verantwortung für ihr Tun übernehmen, Schicksal und Zufall nicht als solche akzeptieren oder einfach Kohle machen wollen.

  16. 9.

    Zitat: Den Hublift, der per Knopfdruck betrieben wird, darf nur geschultes Personal bedienen. Und dazu gehören die Mitarbeiter der Bahnhofsmission nicht. Ju Hahn ringt im rbb|24-Gespräch um Fassung: "Diesen Knopf könnte selbst mein Mann betätigen", schimpft sie. Doch aus arbeitsschutz- und versicherungsrechtlichen Gründen sei das nicht möglich.

    In diesen vier Sätzen ist so vieles von dem zusammengefasst, was in Deutschland nicht (mehr) stimmt und weshalb hier nur noch so wenig vorangeht - was uns früher oder später unseren Wohlstand kosten wird. Aber das dann wenigstens arbeitsschutz- und versicherungsrechtlich korrekt.

  17. 8.

    Bei Behindertenangelegenheiten handelt es sich um die Wahrnehmung und den Schutz von Grundrechten im Sinne der Bundesverfassung, der betreffenden Landesverfassung sowie der UN-Behindertenrechtskonvention als Bundes-, EU- und Völkerrecht. Ihre sogenannten "nicht immer schönen Erlebnisse" fasse ich als schamlose Untertreibung auf.

  18. 7.

    Die Idee der Bahn, die Menschen auf anderen Bahnhöfen wie Spandau oder Ostbahnhof umsteigen zu lassen, scheitert schon daran, dass die Aufzüge dort oftmals nicht funktionieren. Dann steht man auf ebendiesen Bahnhöfen und kommt nicht mehr weg.
    Wir sind oft mit Mobilitätseingeschränkten Senioren auf Ausflügen, mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, unterwegs. Was man innerhalb Berlins, auch von Seiten anderer Fahrgäste, manchmal erlebt ist nicht immer schön.

  19. 6.

    Das ist das Ergebnis des Überregulierens, bis in das kleinste Detail, ohne die Chance, auch nur winzigste Möglichkeiten eines unbürokratischen Handelns.
    Willkommen in Deutschland 2019.
    Aber auch dank Brüssel, besetzt von realitätsfremden Bütteln, die zuviel für zuwenig verdienen und alle Steuerzahler unnötig abkochen und abzocken.

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