Görlitzer Park in Kreuzberg
Video: Abendschau | 07.05.2019 | Susanne Bruha | Bild: rbb

Görlitzer Park - Markierte Dealer-Standflächen empören die Opposition

Der Parkmanager hält es für eine gute Idee, doch die Opposition ist empört: Dass die Dealer im "Görli" jetzt auf markierten Flächen stehen sollen, sei eine "Einladung zum Rechtsbruch", sagt die CDU. Die Grünen dagegen wollen den Realitäten ins Auge sehen.

In Berlin-Kreuzberg hat der Parkmanager des Görlitzer Parks, Cengiz Demirci, an einem der Eingänge Flächen markiert, wo sich mutmaßliche Dealer postieren sollen. Wie der rbb am Dienstagabend berichtet hatte, will Demirci damit verhindern, dass sich Besucher des Parks am Eingang durch ein Spalier von Menschen bedrängt fühlen. Die Opposition im Berliner Abgeordnetenhaus reagierte mit heftiger Kritik.  

Der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg teilte am Mittwochabend über Twitter mit, es sei Aufgabe des Parkmanagers, Lösungen für die Interessenskonflikte im Görlitzer Park zu finden. "Der Vorstoß mit den farbigen Markierungen auf den Gehwegen ist allerdings nicht mit dem Bezirksamt abgestimmt und sollte zunächst einmal gut bedacht und in den zuständigen Gremien diskutiert werden."

Arbeitserlaubnisse könnten helfen

Mit rosa Farbe hatte Parkmanager Demirci Markierungen auf den Weg gesprüht, um den dort immer wieder stehenden Dealern ihre Plätze anzuweisen. So sollen zwischen den Männern größere Abstände geschaffen werden, sagte Demirci der rbb-Abendschau. Ausdrücklich betonte er, dass das Vorgehen rein praktische Gründe habe - und keine Legalisierung des Drogenhandels bedeute. Dieser könne nur bekämpft werden, wenn man den meist afrikanischen Dealern Arbeitserlaubnisse erteilen würde. "Dann würden hier 90 Prozent sofort aufhören", ist Demirci überzeugt.

Schwere Vorwürfe von der CDU

Die Berliner CDU-Fraktion sprach im Hinblick auf die neuen Görli-Pläne von einer "Einladung zum Rechtsbruch". Damit wandele das Bezirksamt den Görlitzer Park jetzt offiziell in einen Drogenmarkt um, hieß es in einer Presseerklärung vom Mittwoch. "Es unterstützt den Drogenhandel der organisierten Kriminalität. Es macht sich zu dessen Handlanger." Fraktionschef Burkard Dregger forderte strafrechtliche und politische Folgen.   

Der FDP-Innenexperte Marcel Luthe sprach von einer "Farce, wenn dieser Senat von der Bekämpfung der Organisierten Kriminalität spricht, aber gleichzeitig die bekannte Geldquelle der Clans in einem öffentlichen Park wissentlich duldet".

GdP-Sprecher Jendro gegen Integration von Dealern

Der zuständige Kreuzberger Bezirksstadtrat Florian Schmidt (Grüne) sagte der Abendschau, man könne den Drogenverkauf immer nur verschieben. Verbanne man ihn aus dem Görlitzer Park, werde man ihn anderswo wiederfinden. "Man muss mit den Realitäten vor Ort umgehen", betonte Schmidt.

Benjamin Jendro von der Gewerkschaft der Polizei stellte in der Sendung die Frage, was die grüne Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann eigentlich mit dem Park vorhabe. "Wir sehen leider in den letzten Jahren, dass niemand so wirklich den Görlitzer Park drogenfrei und damit auch kriminalitätsfrei bekommen will." Die Polizei gebe sich nicht damit zufrieden, dass man Drogendealer - letztlich Kriminelle - dort als Parknutzer integrieren wolle. Die Idee mit den rosa Linien für die Dealer nannte Jendro "ein bisschen komisch". Das grundsätzliche Problem könne nur mit der nötigen Polizeipräsenz sowie dem nötigen politischen und juristischen Druck gelöst werden.  

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

127 Kommentare

  1. 127.

    Wilfried, Berlin, Donnerstag, 09.05.2019 | 14:57 Uhr:
    "... und Abenteurer aus aller Welt wegen der zur Zeit regierenden Koalition auch nicht weniger werden ..."

    Was hat denn die Regierungskoalition mit den Abenteurern in der Welt zu tun???
    Welche Drogen hat denn Wilfried konsumiert???

  2. 126.

    "Dass die Dealer im "Görli" jetzt auf markierten Flächen stehen sollen"

    Die Dealer finden das bestimmt lustig und dann auch noch rosa. Auf dem Bild zum Video sieht es aus, als hätte der rosa Sprayer schon Entzugserscheinungen!

  3. 125.

    Also Drogendealern gekennzeichnete Flächen im Görlitzer Park zuzuweisen, klingt für mich wie ein Aprilscherz.
    Wann Kommt der Supermarkt, mit einem gekennzeichnetem Regal in welchem, und dann nur in diesem, man klauen kann
    oder wann gibt es einen Extrawaggon bei der Bahn oder Straßenbahn oder U-Bahn wo man schwarzfahren kann.
    Einfach nicht nachvollziehbar.

  4. 124.

    Was ist hier mit unserem Land passiert ? Jetzt bekommen Verbrecher noch rosagemalte Zonen um Gelder zu machen um noch gewinnbringende Geschäfte zu machen.

    Als Konsoment ärgert mich das denn ich werde von der Polizei ständig genervt in Friedrichshain drogen beschlagnahmt etc.

    Bekomme ich eine Zone zum konsumieren?

    Wünschte mir eine Zone das ich als (Kämpfer für wieder ein Tag claen)nicht ständig angequatscht werde. Ob wegen der oder der Droge - vielleicht in Braun?

  5. 123.

    Was redet ihr alle von Cannabis? Für eine Party braucht man Aufputschmittel. Die werden da verkauft. Cannabis ist doch nur zum runterkommen. Völlig uninteressant. Fragt Dealer, was gefragt ist. Cannabis ist allenfalls für die alten Hippies toll. Aber Clubber kaufen anderes. Und damit wir auch Geld gemacht, Cannabis ist langweilig.

  6. 122.

    Und Sie wissen, wie ich das sehe ;-) Aber leider die meisten anderen Menschen nicht. Sie wettern auf den Senat und schimpfen auf die Dealer und zitieren immer wieder das giftige, überzüchtete Zeug, dass diese Leute verkaufen. Alle Möglichkeiten das zu ändern scheinen ihnen aber noch mehr Angst zu machen. Cannabis als Arzneimittel nehmen die Meisten auch nicht ernst. Lieber Pillen schlucken. Die werden von legalen Dealern verkauft, machen auch süchtig.und haben z.t. gruselige Nebenwirkungen. Aber der Bürger klammert sich an Altgewohntes. So blöd wie es ist. Ich wünsche eine gute Ernte und tiefen, erholsamen Schlaf!!! LG :-)

  7. 121.

    Bitte Alle meine Kommentare hierzu mal lesen, dann wüßten Sie auch, dass ich längst von der organisierten Kriminalität geschrieben habe, die unter anderem von den arabischen Clans dominiert wird. Die wenigen Schwarzafrikaner sind hier nur die Spitze vom Eisberg. Selbst bei einer Legalisierung v.Cannabis wird der illegale Handel mit harten Drogen nicht vertrieben. Nochmal: die Araber lachen sich doch kaputt über diese Debatte um die paar Dealer im Görli, während ihre Leute schon längst ein neues Vertriebsmodel entwickelt haben und bei Anruf vorgefahren kommen um Konsumenten mit harten Drogen zu beliefern.

  8. 120.

    Die Einstiegsdrogen sind schon Legal. Zigaretten und Alkohol. Aber genau so ist es einfach alle Drogen Legalisieren und Lieber in prevention setzten und Aufklären.

  9. 119.

    Hallo Störenfrida,
    ich sehe auch keine gravierenden Unterschiede in unserer Auffassung. Ihre Erfahrungen habe ich auch gemacht. Im Gegensatz zu früher, gehen und nur, mangels Sozialkontrolle und Perspektiven, die Optionen aus. Jedenfalls ist es schön, dass eine sachliche Diskussion möglich ist. Mit dem Kokain, das es in jeder Bar in der City zu kaufen gibt, ist es im Übrigen ähnlich. Verbrechen lohnt sich und Gewalt ist eine Lösung - offensichtlich.
    Kämpfen Sie auf ihrer Seite weiter, ich versuche es auf meiner. Ich wünsche (uns) viel Erfolg

  10. 118.

    Ihr Patentrezept ist Legalisierung... Na toll. Dann dealen die Menschen mit anderen Drogen. Was wollen Sie denn noch alles erlauben? Alle Drogen? Einstiegsdrogen beim Staat, Rest beim Dealer? Ich habe im Übrigen nichts gegen Afrikaner gesagt. Die eigentlichen Macher sind die, die Dealer versorgen.

  11. 117.

    Die Nationalität der Dealer ist mir egal. Sie sollten aber auch mal überlegen, woher diese den Stoff beziehen. Das ist organisierte Kriminalität. Und nein, nichts rechtfertigt Straftaten. Keine schlimme Jugend, kein mieses Leben und keine Armut. Weshalb Sie hier die Nationalität der Straftäter ins Spiel bringen ist mir unklar.

  12. 116.

    Sehr gut kommentiert. Sie wissen, wie ich darüber denke. Ich benutze es um einen vernünftig naturbelassenen Schlaf zu erhalten, da ich unter chronischen Schlafstörungen leide, nicht zu irgendwelchen zweifelhaften Tabletten aus der Pharmaindustrie greifen muß. Habe gerade erst wieder einen Bericht gesehen über die Vielzahl an frei verkäuflichen Einschlafhilfen aus der Apotheke die sogar Abhängig machen können. Mittlerweile bin ich dazu übergegangen mir einige stark CBD haltige Pflanzen selbst anzubauen. Die Samen hierfür beziehe ich ganz legal aus Holland.

  13. 114.

    Dann müsste man auch jeden Wein- oder Biertrinker zum abgestürzten Alkoholiker ernennen. Das ist leider der Tunnelblick, der jegliches Verstehen verhindert. Wohl nix zu machen^^ Ja, im Gegensatz zum Cannabis ist Alkohol legal. Es ist daher auch legal Alkoholiker zu werden, sich kaputt zu saufen, seine Familie damit zu zerstören, die Gesellschaft Unsummen zu kosten... Aber es ist legal. Alles gut ;-)

  14. 113.

    Zu ihren Punkten 1 - 3: dies alles scheitert am Berliner Wähler denn die Mehrheit hat bei der Wahl diese Regierung gewollt. Und solange der Wähler sein Entscheidung nicht ändert, womit in Berlin nicht zu rechnen ist, werden sich die Zustände in der Stadt nicht ändern. Es gibt viele Probleme in der Stadt, der Drogenhandel ist eins davon.

  15. 112.

    Hallo Peter! In vielen Dingen stimme ich mit Ihnen überein. Auch bezüglich des Punktes, dass der Konsum für Jugendliche absolut gesundheitsschädlich ist. Kam es bei Ihnen so an, dass ich das anders sehe? Aber trotz dieses Faktums kiffen Jugendliche. Und in Kombination mit Ihrem Punkt 4: Deswegen sollte Cannabis legalisiert werden. Das Verbot hält nicht einen einzigen Jugendlichen davon ab, das Giftzeug aus der Hasenheide oder dem Görlitzer Park zu holen. Weg von dem Dreck muss die Devise heißen. Und doch, in vielen Gesprächen mit Jugendlichen wurde immer wieder geäußert, dass viele junge Leute lieber mal einen rauchen, als regelmäßig Alkohol zu trinken, wie ihre Eltern z.b. Da gibt es einen direkten Zusammenhang. Und das sind keine gestrauchelten Existenzen. Das sind zu großen Teilen Kinder aus ganz normalen Familien, die ein Abitur anstreben (oder bereits machten) und gute Berufe erlernen wollen (oder inzwischen schon ausüben). Das Kiffen gehört heutzutage dazu, egal wie man sich dagegen sträubt. Ja, diese Dealer sind Straftäter. Und auch ich würde mir wünschen, dass etwas dagegen unternommen wird. Das Thema Legalisierung erledigt sich aber damit nicht. Genauso wie weiter getrunken wird, wird weiter gekifft werden. Ich würde mir auch wünschen, dass es anders wäre.

  16. 111.

    Da sind viele Dealer aus Afrika. Das stimmt. Und vor der Flüchtlingswelle waren es andere Dealer. Und zu West-Berliner Zeiten waren es "urdeutsche"^^ Dealer. Das Problem ist nicht, WER Drogen verkauft, sondern warum so viele Menschen Drogen konsumieren und wie wir unsere Jugend schützen können. Und der Blick auf den Missbrauch von Alkohol in unserer Gesellschaft ist dabei unverzichtbar. Das ist die am meisten konsumierte Droge, mit verheerenden Folgen für den Einzelnen und unsere gesamte Gesellschaft. Wer immer noch einen Joint am Wochenende verteufelt, das tägliche "Feierabend-Bierchen" dagegen verharmlost, ist ein Heuchler.

  17. 110.

    In diesem Forum gibt es Leute, die anscheinend davon ausgehen, dass man die Bevölkerung Berlins einschließlich aller offiziell gar nicht vorhandenen Zuwanderer aus Deutschland und aller Welt mal ganz zügig austauschen kann.
    Da das nicht möglich ist und Abenteurer aus aller Welt wegen der zur Zeit regierenden Koalition auch nicht weniger werden, werden solche Diskussionen wie hier bis zu offenen Konflikten sicher noch viele Jahre geführt werden.
    Da helfen keine Regulierungen durch die Stadtbezirke oder massive Polizeieinsätze.
    Hier müssten
    1. andere Senatoren her
    2. schärfste Gesetze und Urteile wie in den Vereinigten Staaten möglich werden und
    3. die Ordnung in der Stadt (Drogen, agressive Bettelei, illegaler Aufenthalt, Müllablage, Hunde usw.)konsequent durchgesetzt werden.

    Hierzu müsste man vielleicht die Stadt München um Amtshilfe bitten.

  18. 109.

    Liebe Störenfrieda,
    so einfach ist das alles vermutlich nicht, auch wenn es schön wäre.
    1. Die positiven Wirkungen von Marihuana gibt es natürlich. Nur deuten viele Studien massiv darauf hin, dass gerade Kinder und Jugendliche davon nicht profitieren. Im Gegenteil, es sind deutliche Entwicklungsstörungen zu erwarten.
    2. So wie Sie sehe ich auch, dass in die Debatte um die Legalisierung Bewegung kommen muss. Die Zeit ist, auch in der CDU, reif dafür.
    3. Das Kiffen zu erlauben, nur um Wählerstimmen zu bekommen, ist ebenso verwerflich, wie die Kriminalisierung von Kiffern.
    4. Die Drogenhändler im "Görli" und anderswo sind Verbrecher und nicht im Geringsten schützenswert. Sie verkaufen hochgiftiges Marihuana, gestreckt zur Gewinnmaximierung mit Blei und ähnlichem (bemühen Sie G++gle oder schauen sie weiter unten in den Kommentaren, Nr 32?) auch an Kinder und Jugendliche.
    Sie sehen, die Debatte muss differenziert geführt werden. CDU, wahlweise Grünen, Bashing führt nicht weiter

  19. 108.

    Bevor Sie die Userin Sophia hier angehen, sollten Sie mal nachdenken. Ich wette sogar mit Ihnen, würde man den Schwarzafrikanern vernünftige Arbeit anbieten bei gerechter Entlohnung, wären sie weg aus dem Park. Das sagt ja auch der Parkwächter.

Das könnte Sie auch interessieren