Molecule Man mit Rettungsweste (Bild: Morris Pudwell)
Bild: Morris Pudwell

Seenotrettung von Flüchtlingen - Aktivisten ziehen "Molecule Man" Rettungsweste an

Die Organisation Seebrücke hat am Freitagmorgen das Kunstwerk "Molecule Man" in Berlin geentert. Aktivisten zogen zwei der riesigen Metallfiguren Rettungsweste und Augenbinde an, um auf die Lage von Flüchtlingen im Mittelmeer aufmerksam zu machen.

Aktivisten haben am Freitagmorgen das 30 Meter hohe Berliner Kunstwerk "Molecule Man" in der Spree gekapert. Sie zogen einer der drei Figuren eine Sicherheitsweste an, eine andere bekam eine Augenbinde mit der Aufschrift "#wakeup".

Nach Rücksprache mit der Polizei vor Ort beendete die Organisation Seebrücke am frühen Nachmittag ihre Aktion, bestätigte eine Sprecherin. Laut Organisation seien lediglich die Personalien der Aktivisten festgestellt worden.

Die Aktion soll Solidarität mit der Seenotrettung im Mittelmeer zeigen, wo immer wieder Flüchtlinge ertrinken. Die Organisation Seebrücke sprach in einer Mitteilung von einem Zeichen eine Woche vor der Europawahl. Sie rufe die Mitgliedsstaaten der Europäischen Union dazu auf, "dem Sterben auf dem Mittelmeer endlich ein Ende zu bereiten und nicht weiter wegzuschauen". Die Polizei war bei der Aktion vor Ort und hatte die Situation im Blick, wie ein Sprecher sagte.

Molecule Man besetzt (Bild: Morris Pudwell)
Bild: Morris Pudwell

Protest gegen das Sterben auf dem Mittelmeer

Die Kletterer, die die Weste angebracht haben, sind demnach mit einem Boot zu den Figuren auf der Spree gefahren, die sich zwischen Elsen- und Oberbaumbrücke befinden.

Der Protest der Aktivisten richtet sich gegen die Politik Europas, die das Sterben von Flüchtlingen auf dem Mittelmeer zulasse. Ein Transparant auf einem Begleitboot verwies darauf, dass bisher über 18.000 Menschen auf der Flucht dort umgekommen seien. Auch an der Elsenbrücke hatten die Aktivisten ein entsprechendes Transparent angebracht.

Im Vorjahr hatte die Künstler-Gruppe "Rocco und seine Brüder" am Hermannplatz eine Puppe an einem Baukran aufgehängt - ebenfalls mit Bezug zur Seenotrettung und einer Rettungsweste bekleidet.

Das Kunstwerk "Molecule Man" war bereits in der Vergangenheit Ziel von waghalsigen Aktionen. So befestigte 2016 die Künstlergruppe Berlin Kidz ein BMX-Fahrrad an einer der drei Figuren. 2014 stieg der ukrainische Extremsportler mit dem Künstlernamen "Mustang Wanted" auf eine der Figuren, ohne Sicherungsseil. Gleiches hatte Jahre zuvor schon ein anderer Freikletterer getan - offenbar als Teil einer Werbeaktion für einen bekannten Energydrink.

Kommentar

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25 Kommentare

  1. 25.

    Passt zu Berlin: Jahrzehntelange Baustellen und Warnweste.

  2. 24.

    Nein, "toll" taucht in Ihrem Text nicht auf, lieber rbb24 - ich antwortete auf den Kommentar von "Kreuzberger".... haben Sie wohl übersehen. "Antwort auf [Kreuzberger] vom 17.05.2019 um 11:01
    Und wie wäre es gewesen, hätte die IB auf etwas aufmerksam gemacht? Wären das auch "Aktivisten"? Wäre das auch "toll"?"

  3. 23.

    Hallo Frau Andree,
    hier ein Bericht über die IB, die wir dort auch als Aktivisten bezeichnen:
    https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2019/02/aktivisten-tauschen-plakate-aus-identitaere-bewegung.html

    "Toll" taucht in unserem Text nicht auf.

    Viele Grüße
    rbb|24

  4. 22.

    Wie zu erwarten, wird moralisch und voller Selbstgerechtigkeit argumentiert und Ihnen (und jetzt mir,, haha) mindestens ein Dasein als Rechtspopulist unterstellt. Es ist die blanke Argumentlosigkeit. Man geilt sich auf an seiner vermeintlichen Gutmenschlichkeit (sorry, muss sein) und macht jeden Bewohner Afrikas zum Opfer - das wohl noch nicht einmal verantwortlich handeln kann, Konsequenzen einschätzen kann und daher auch der gutherzigen, uneigennützigen (!) Retter bedarf. Kaltschnäuzig werden auch skrupellose Schlepper zu Opfern stilisiert. Eine Farce. Interessant dazu: "Was nicht rechts ist, wird rechts gemacht" von Fabian Goldmann, 04. Mai 2019.

  5. 21.

    Und wie wäre es gewesen, hätte die IB auf etwas aufmerksam gemacht? Wären das auch "Aktivisten"? Wäre das auch "toll"? Die Mittel sind ja die gleichen.

  6. 20.

    Danke für den Link. Ich finde den Artikel insgesamt unerträglich - und auffällig wohlwollend. "Aktivisten", "Aktion" - offensichtlicher geht es nicht.

  7. 19.

    Sieht aus wie Schleichwerbung für die BSR!

  8. 18.

    Die Menschenrechtscharta der Uni und das int. Seerecht stehen ihrem Vorstellungen entgegen. Ist natürlich leichter so zu vereinfachen

  9. 17.

    Danke, für die tolle Aktion! Ich habe für Menschen, die sich so engagiert für andere einsetzen nur tiefen Respekt.
    Schade, dass ich es nicht live sehen konnte.

  10. 16.

    Ein sicherer Hafen ist nur ein solcher, in dem die Menschen wirklich in Sicherheit sind. Dies ist z.B. in Libyen mit dem laufenden Bürgerkrieg nicht der Fall.

  11. 15.

    Natürlich müssen Schiffbrüchige aus Seenot gerettet werden. Aber wenn Sicherheit oberstes Gebot ist, würde ich immer den nächstgelegenen Hafen anlaufen, und der wird sich häufiger in Afrika befinden. Warum die privaten Seenotretter den viel längeren Weg nach Europa wählen, verstehe ich nicht.

  12. 14.

    Wie kommen Sie denn darauf, dass ich mich für Nazis einsetze? Ich habe nur etwas dagegen, wenn bestimmte Aktionen (Kunstwerk umfunktionieren, Spruchbänder abseilen, Kreisverkehr gelb anmalen) mit positiver Konnotation dargestellt werden, weil es ja schließlich um eine „gute“ Sache geht.

    Selbstverständlich müssen Schiffbrüchige gerettet werden. Aber dann sollte Sicherheit Vorrang haben, und der nächstgelegene Hafen angelaufen werden. Und der wird sich dann oftmals in Afrika und nicht im viel weiter entfernten Europa befinden.

  13. 13.

    Die Seenotrettung im Mittelmeer ist keine solche, sondern Beihilfe zur Menschenschlepperei und -handel, also Teil der organisierten Kriminalität, wie nun auch Kramp-Karrenbauer erkennt: https://www.welt.de/politik/deutschland/article193672143/Annegret-Kramp-Karrenbauer-Ich-marschiere-nicht-jeden-Morgen-mit-der-Saege-zum-Kanzleramt.html
    Die Beteiligten sind zu hohen Haftstrafen zu verurteilen.

  14. 12.

    Schon Ihre Wortwahl und Ihr apologetisches, legitimierendes Anliegen, sich für Rechtsextreme, Nationalist*innen und Rassist*innen einzusetzen, ist mehr als transparent. Nur lässt sich Aktivismus, der grundsätzlich von ökologisch oder menschenrechtsorientierten Beweggründen angetrieben wird, nicht mit Rechtsextremismus wie seitens der Identitären Bewegung vergleichen, das ist wahr: sich ein Boot zu mieten, um neben den menschenverachtenden und -rechtswidrigen Praktiken von Frontex die (Bedrohungs)Lage von Seenotrettenden noch weiter zu verschärfen. 18.000 verdammt gute Gründe sind Ihnen nicht gut genug, um Ihre begrifflichen Befindlichkeiten und Verharmlosungen von Rechtsextremismus zurückzustecken. 18.000 Tote, das klingt eher nach Krieg und es ist ein stiller, ein lautloser Krieg, den wir in unserem Alltag nicht oder wenig hören. Daher ist diese Aktion absolut wichtig und bitternötig, um an unsere privilegierten Verhältnisse zu erinnern und etwas zu ändern.

  15. 11.

    "Sebastian", Sich für Flüchtlinge einzusetzen und auf deren Schicksale aufmerksam zumachen, ist sehr ehrenvoll und lobenswert. Mit dieser Aktion haben die " Macher " Aufmerksamkeit erreicht und das ist auch gut so.
    Die Rechten, hetzen gegen Menschen in Not, haben für Minderheiten überhaupt keine Sympathien. Möge uns der gesunde Menschenverstand davor bewahren, dass Vereinigungen a la " AfD " und sonstige populistische Vereinigung, eines Tages politische Verantwortung übernehmen.

  16. 10.

    ganz meine Meinung, wertende Begriffe haben in sachlichen Nachrichten nichts zu suchen, oder es muss als Kommentar gekennzeichnet werden.

  17. 9.

    Möglicherweise hätten Sie recht, täten "Leute aus dem linksgrünen Spektrum was sich nicht gehört"
    Hier aber tun Leute sehr wohl was sich gehört. Erinnern daran das täglich Menschen im Mittelmeer sterben, die nicht sterben müssten. Daran das die die sie aus Seenot retten kriminalisiert werden. Selbstredend und selbstverständlich spielt es eine Rolle weshalb und wie Aktivisten gegen Regeln verstossen. Hier ist es zunächst einmal die Regel des Schweigens über die Verantwortung, was das Sterben im Mittelmeer betrifft. Selbstverständlich ist es niederträchtig, ekelhaft, unerträglich und durch nichts zu entschuldigen gegen Flüchtlinge zu hetzen, sie ersaufen zu lassen oder in libysche Konzentrationslager schicken zu wollen. Selbstverständlich ist mit mindestes zweierlei Mass zu messen: Das eine hat ein richtiges, begrüßenswertes Ziel. Das andere ist nichts als Niedertracht, die jede Grundlage, jeden Grundwert unserer Gesellschaft in Frage stellen will. Kurzum: Ihre "Rüge" ist abgelehnt.

  18. 8.

    Ich rüge die Verwendung des Begriffes „Aktivisten“, wenn Leute aus dem linksgrünen Spektrum Dinge tun, die sich nicht gehören. Man würde doch wohl auch keine Rechten als „Aktivisten“ bezeichnen, wenn sie sich ungebührlich gegenüber Flüchtlingen benehmen. Bitte also nicht mit mehrerlei Maß messen, sondern sachlich berichten, ohne die Leute durch bestimmte wertende Begriffe in eine bestimmte Richtung zu lenken.

  19. 6.

    Chapeau! Sehr gute Aktion.

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