Gefrorener Morgentau hat sich bei Bodenfrost auf einem Blatt gebildet, Archivbild (Quelle: DPA/Julian Stratenschulte)
Bild: dpa

Frost für kommende Nacht erwartet - Bodenfrost macht Brandenburger Weinbauern Sorge

Minus 6,5 Grad wurden in der Nacht zu Montag in Zehdenick gemessen - dieser Maianfang ist deutlich kühler als der im vergangenen Jahr. Der Bodenfrost setzt mancherorts den Frühblühern zu. Und Weinbauern verzeichnen die ersten erfrorenen Triebe.

Temperaturen weit unter Null haben in der Nacht zum Montag frühblühende Pflanzen gefährdet. Im brandenburgischen Zehdenick (Landkreis Oberhavel) wurden minus 6,5 Grad in Bodennähe gemessen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa unter Berufung auf den Deutschen Wetterdienst (DWD).

Solche "Kaltluftvorstöße" Anfang Mai seien "nicht unüblich", sagte Meteorologe Robert Hausen. "Wir sind nur verwöhnt, weil es schon so warm war." Der Meteorologe geht davon aus, "dass frostempfindliche Pflanzen, die schon geblüht haben, Schaden genommen haben könnten".

Frost auch in der kommenden Nacht möglich

Zwar sei es in vielen Regionen Deutschlands frostfrei geblieben - aber der Nachtfrost beschränkte sich nicht auf eine Region. Wenige Höhenmeter können am Morgen bereits einen großen Unterschied machen. In Nürnberg hatte es minus 6,4 Grad direkt am Boden und minus 4 Grad auf zwei Metern Höhe. Die tiefsten Temperaturen wurden in Merklingen (Alb-Donau-Kreis) auf der Schwäbischen Alb gemessen. Am Boden - gemessen fünf Zentimeter über der Erde - fiel das Thermometer in der Nacht auf minus 8,1 Grad. Auf zwei Metern Höhe war die Luft immer noch minus 5,2 Grad kalt.

Auch in der Nacht auf Dienstag kann es in Brandenburg Minusgrade und Bodenfrost geben, so die Meteorologen des Wetterdienstes Meteogroup. Die derzeit vorherrschende Inversionswetterlage steht im starken Kontrast zum sonnigen und heißen Mai des vergangenen Jahres. Am 6. Mai 2018 waren in Berlin und Brandenburg 21 bis 25 Grad gemessen worden.

Winzer fürchten frische Triebe

Brandenburgs Weinbauern schauen mit Sorge aufs Thermometer. Winzer Gunter Schurig aus Bad-Liebenwerda (Landkreis Elbe-Elster) sagte der DPA "Wir Weinbauern hängen die ganze Zeit an den Wetter-Apps und informieren uns gegenseitig". Schurig hat auf seinem Gut 1.000 Reben angebaut. Angesichts frostiger Temperaturen hätten die Winzer aus der Region bereits Feuer in den Weinbergen gemacht, um die Reben zu wärmen, sagte er. Bei Weinbau-Nachbar Rico Leonardt ist es für 2.500 Reben dagegen zu spät. "Die Triebe waren schon acht Zentimeter gewachsen und sind erfroren", sagte er.

Die Winzerfamilie Wobar aus Großräschen (Landkreis Oberspreewald-Lausitz), die auf 1,4 Hektar 7.000 Rebstöcke anbaut, hat nach dem ersten Rebschnitt als Ersatz die sogenannte Frostrute noch stehen, falls die schon ausgetriebenen Reben Schaden nehmen sollten. "Bei der Frostrute liegen die Knospen höher und erfrieren nicht so schnell", erklärte Cornelia Wobar.

Sendung: Inforadio, 06.05.2019, 6 Uhr

Kommentar

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2 Kommentare

  1. 2.

    Hallo rbb,
    die Meldung von der dpa kommt mir nicht korrekt vor. Ich wohne nicht weit weg, bei uns war es knapp unter Null. Der Wetterrückblick laut Mess-Station in Zehdenick bestätigt das:
    https://www.wetteronline.de/wetterdaten/zehdenick?iid=x7427&metparaid=TNLD&period=4&month=05&year=2019

  2. 1.

    Das kalte Wetter ist ein klarer Fall für den „Klimanotstand“. Herr Dörre, übernehmen Sie. ;-)

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