Archivbild von 2017: Besucher beim Baumbluetenfest in Werder an der Havel (Quelle: imago/Schöning)
Video: Brandenburg aktuell | 05.05.2019 | Markus Woller | Bild: imago/Schöning

Bilanz beim Baumblütenfest - Zehntausende fröhliche Besucher - und über 200 Straftaten

In Werder ist am Sonntag das 140. Baumblütenfest zu Ende gegangen. Bei überwiegend freundlichem Wetter zog es wieder zehntausende Besucher in das Havelstädtchen. Besonders beliebt waren dabei die Obstplantagen. Doch es gab auch viele Straftaten.

Das 140. Baumblütenfest in Werder/Havel (Potsdam-Mittelmark) hat Zehntausende von Besuchern angezogen. Die erste Bilanz fällt positiv aus: "Wir hatten viele tolle Momente in diesem Jahr", sagte Werders Bürgermeisterin, Manuela Saß, kurz vor dem Abschluss am Sonntagnachmittag, "angefangen vom Baumblütenball mit über 400 Menschen über den Festumzug mit über 70 Gruppen und Vereinen bis zum Werder-Tag mit tollem Bühnenprogramm."

Besonders viele Besucher auf dem Obst-Panoramaweg

Besonders erfreut zeigte sich die CDU-Politikerin darüber, dass die 140. Veranstaltung auf den vielen Obsthöfen, die viele Besucher anzogen, wieder zu ihren Ursprüngen
zurückgefunden habe. Auf dem Obst-Panoramaweg entlang einiger Plantagen seien Fahrradkarawanen unterwegs gewesen. "Die Busse konnten an den beiden Samstagen gar nicht alle Fahrgäste mitnehmen, die vom Bahnhof auf die Höfe wollten", sagte Saß.

Hotels, Pensionen, Campingplätze und Ferienunterkünfte seien nahezu ausgebucht gewesen. Die Bundespolizei zählte insgesamt rund 180.000 an- und abreisende Besucher in den Zügen bis zum Samstagabend.

Zahl der Straftaten ungefähr auf Vorjahresniveau

Auch in diesem Jahr sei das Fest von negativen Vorfällen nicht verschont geblieben, so Saß. "Wenn jemand die Wirkung des Obstweins unterschätzt hat, wird er von Freunden manchmal einfach liegengelassen." Im Vorfeld hatte die Stadt zusammen mit Suchtexperten und Gesundheitsbehörden ein spezielles Jugendschutzkonzept erarbeitet, mit dem Minderjährige über die Folgen exzessiven Alkoholkonsums aufgeklärt werden sollten.

Nicht zuletzt aufgrund zu hohen Alkoholkonsums zählte allein das Brandenburger Polizeipräsidium bis zum Samstagabend 203 Straftaten - darunter vor allem Körperverletzungsdelikte, Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz sowie Diebstähle und Beleidigungen, sagte ein Polizeisprecher. Hinzu kamen rund 150 Straftaten, die von der Bundespolizei am Bahnhof Werder/Havel und entlang der Stadtbahnstrecke bis nach Berlin gezählt worden seien. Damit bewege sich die Zahl ungefähr auf Vorjahresniveau, wie Sprecherin Franziska Krämer sagte.

Sendung: Brandenburg aktuell, 05.05.2019, 19.30 Uhr

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

13 Kommentare

  1. 13.

    Ich kann den Vorrednern nur Recht geben, was das Festgelände in der Stadt betrifft. Ein ehemals schönes Fest wird zur reinen Kommerzveranstaltung mit dem Ziel maximalen Alkoholkonsums. Kaum Angebot für Kinder, ausser Essen (Jahrmarktstandard) und vor allem Trinken wird nicht viel angeboten. Die Radiosender haben die Bühnen als Werbeplattform in Beschlag genommen, auch gute Konzerte sind sehr selten geworden.
    Als Anwohner würde ich die Einschränkungen gerne hinnehmen, wenn es ein schönes Fest wäre. Aber nicht, um den pöbelnden Betrunkenen mehr Raum zu geben. Dazu sollte sich die Stadt zu schade sein.
    Gut dass die Kommunalwahlen anstehen und auch ein Lichtblick , dass die Organisation für das Folgejahr neu vergeben wird.

    Wer eine schöne Baumblüte erleben möchte, dem kann ich den Panoramaweg empfehlen, mit seinen Obsthöfen mit Ausschank von wirklich handgemachtem Obstwein, echten Blüten in den Bäumen und entspannter Atmosphäre. Sehr schön auch mit dem Rad zu fahren.

  2. 12.

    Früh übt sich, was einen echten Alkoholiker ausmacht. Wieso sollen die Standbudenbetreiber nach dem Ausweis fragen, wenn’s genügend Erwachsene gibt die solch ein Verhalten nicht bloß mitmachen, sondern dies auch noch fördern. Kann mich noch sehr gut an meine erste Vollrauschparty erinnern mit 18. Man saß in einer Wohnung und trank bis zum Abwinken so ziemlich alles durcheinander. War man völlig betrunken, wurde man zur Dusche geschleift und der Kopf unter kaltem Wasser gehalten, dann der wurde der Kopf mit einem Handtuch abgerubbelt und das Prozedere solange wiederholt, bis man halbwegs nüchtern war. Danach ging das Saufgelage weiter. Für mich war das eine Erfahrung, die mich allerdings über Jahre hinweg vom Saufen abhielt. Aber leider für sehr viele ist dies der Einstieg in die ganz legale Droge Nr.1

  3. 11.

    Ein ehemals schönes Fest ist ruiniert. Die Gängelei der Anwohner ist nicht zu ertragen. Abwählen ist eine Möglichkeit.
    Eine Oma wollte mit den Enkeln das Fest besuchen, essen gehen usw. Sie hat abgesagt: keine Abholung am Bahnhof (Sperrung)nach den Pöbeleien im Zug sind nun doch zu viel!!

  4. 10.

    Wir fahren schon Jahre nicht mehr zum Baumblütenfest. Es ist einfach nur noch, wie auf einem Jahrmarkt, und hat den Sinn und Zweck der Bedeutung schon lange verloren. Wie viele hier schon beschreiben, allein die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist keine Freude mehr, Wildpinkler, weil nicht genügend Toiletten vorhanden sind, Müllberge, die hinterlassen werden und zu guter Letzt muss man feststellen, dass der Komerz nur noch im Vordergrund steht, Alkohol wird an Jeden verkauft, egal ob Minderjährig oder nicht, Hauptsache die Kasse klingelt.
    Tja, und nun ist das Baumblütenfest vorbei, die Säckel sind gefüllt und schon kann man von Seiten der Landesbehörden mal vom Himmel Gift regnen lassen. Soviel, dass die Behörden und Ministerien unsere Umwelt schützen und uns vor Gefahren bewahren wollen. Da kann ich nur lachen. Viel Spaß beim Wählen von Landtag, Kreis, Bürgermeistern usw.

  5. 9.

    Was mich allerdings nicht in Ordnung finde: die meisten Stände fragen die Jugendlichen NICHT nach dem Ausweis, sondern verkaufen den Alkohol einfach so, auch an 14jährige...

  6. 8.

    Eine Frage an alle. Von wo kommt denn der RE1 her? Ich kann mir nicht vorstellen das halb Magdeburg nach Werder kommt, ergo aus Berlin.Ich war mit meiner Frau am Eröffnungstag da, um uns den Festzug anzuschauen und einen Bummel über den Hohen Weg zu machen .Schon da kamen uns Vorgeglühte, mit Billigobstwein aus dem Supermarkt versehene, Weiblein und Männlein gröhlend entgegen. Am schlimmsten war es dann auf dem Rückweg. Wenn dieses Berliner Saufgesindel in ihrem angestammten Terrain bleiben würde, wäre auch das Baumblütenfest ein normales Volksfest.

  7. 7.

    Fahre regelmässig RE 3, das Vergnügen beginnt gleich hinter dem Nichtraucherschild auf dem Bahnsteig, für Viele der Hinweis, hier kann man eh machen, was man will...
    Im Zug ist dann immer Bierfest, zum Glück hab ich es nicht weit!

  8. 6.

    Da bin ich ganz Ihrer Meinung.
    Ein großer Teil der Besucher des Baumblütenfestes kommt bereits besoffen hier an und sieht sich dann gemüßigt an jede Hauswand und in jeden Vorgarten zu pinkeln, rumzugrölen und seine Abfälle überall herumzuwerfen.
    Zu Zeiten des Baumblütenfestes mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu reisen ist eine Zumutung. Hierfür kann man aber die Verkehrsbetriebe nicht verantwortlich machen - die Angestellten dort können einem nur leid tun...

  9. 5.

    Tja, da war die sog. "Revolutionäre 1. Mai Demo" ein Kindergeburtstag gegen.

  10. 4.

    Tja, Alkohol ist und bleibt die schlimmste erlaubte Droge auf der Welt!

  11. 3.

    Ist das der neue Ballermann?

  12. 2.

    Ein Alkoholverbot in der Bahn sollte eigentlich selbstverständlich sein.

  13. 1.

    Das Baumblütenfest erinnert mehr an ein Saufgelagefest. Als ich gestern mit dem RE1 gefahren bin, habe ich mich gewundert, warum so viele Besoffene mit lauter Musik mitfahren. Dann erinnerte ich mich, dass es der letzte Tag vom "Baumblütenfest" war.

    Ich bin für ein striktes Alkoholverbot auf solchen Festen und noch mehr in öffentlichen Verkehrsmitteln. Ich bezahle für die Dienstleistung und will nicht von Besoffenen vollgepöbelt, angestoßen oder angestunken werden, wenn ich mit der Bahn fahre.

Das könnte Sie auch interessieren