Eine rosa-farbige Markierung ist an einem Eingang zum Görlitzer Park auf dem Boden zu sehen (Bild: dpa/Paul Zinken)
Video: Abendschau | 07.05.2019 | Susanne Bruha | Bild: dpa/Paul Zinken

Park-Management - "Görli"-Dealer sollen sich auf markierte Flächen stellen

Im Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg gibt es eine neue Maßnahme, um etwas Ordnung in den grassierenden Drogenhandel zu bringen: Die Dealer sollen jetzt auf Flächen stehen, die mit rosa Sprühfarbe markiert sind.

In Berlin-Kreuzberg hat der Parkmanager des Görlitzer Parks, Cengiz Demirci, an einem der Eingänge Flächen markiert, wo sich mutmaßliche Dealer postieren sollen. Damit will er verhindern, dass sich Besucher des Parks am Eingang durch ein Spalier von Menschen bedrängt fühlen.

Mit rosa Farbe hat Demirci Markierungen auf den Weg gesprüht, um den dort immer wieder stehenden Männern ihre Plätze anzuweisen, wie die rbb-Abendschau am Dienstag berichtete. So sollen zwischen ihnen größere Abstände geschaffen werden. Ausdrücklich betonte Demirci, dass das Vorgehen rein praktische Gründe habe - und keine Legalisierung des Drogenhandels bedeute. Dieser könne nur bekämpft werden, wenn man den meist afrikanischen Dealern Arbeitserlaubnisse erteilen würde. "Dann würden hier 90 Prozent sofort aufhören", ist Demirci überzeugt.

GdP-Sprecher Jendro gegen Integration von Dealern

Der zuständige Kreuzberger Bezirksstadtrat Florian Schmidt (Grüne) sagte der Abendschau, man könne den Drogenverkauf immer nur verschieben. Verbanne man ihn aus dem Görlitzer Park, werde man ihn anderswo wiederfinden. "Man muss mit den Realitäten vor Ort umgehen", betonte Schmidt.

Benjamin Jendro von der Gewerkschaft der Polizei stellte in der Sendung die Frage, was die grüne Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann eigentlich mit dem Park vorhabe. "Wir sehen leider in den letzten Jahren, dass niemand so wirklich den Görlitzer Park drogenfrei und damit auch kriminalitätsfrei bekommen will." Die Polizei gebe sich nicht damit zufrieden, dass man Drogendealer - letztlich Kriminelle - dort als Parknutzer integrieren wolle. Die Idee mit den rosa Linien für die Dealer nannte Jendro "ein bisschen komisch". Das grundsätzliche Problem könne nur mit der nötigen Polizeipräsenz sowie dem nötigen politischen und juristischen Druck gelöst werden.  

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