Video: Abendschau | 15.05.2019 | Marc Feuser

Razzia in drei Objekten - Polizei sucht nach "Goldnest" im Clan-Milieu

74 massiv-goldene Zweige im Wert von 80.000 Euro: Aus einer Grundschule in Marzahn-Hellersdorf ist ein wertvolles Kunstwerk gestohlen worden. Weil die Gefahr besteht, dass die Zweige eingeschmolzen werden, laufen die Ermittlungen unter Hochdruck.

Nach dem Diebstahl des Kunstwerks "Goldnest" aus einer Biesdorfer Grundschule (Marzahn-Hellerdorf) haben Ermittler am Mittwoch drei Razzien durchgeführt. Das teilte die Berliner Polizei am Abend via Twitter mit. Demnach fanden die Durchsuchungen in "drei Objekten und einem Auto" in Britz, Buckow, Neukölln und Friedrichsfelde statt. Das etwa 80.000 Euro teure Kunstwerk war in der Nacht zu Mittwoch aus der Schule entwendet worden.

Staatsanwaltschaft geht von Clan-Kriminalität aus

Nach rbb-Informationen gehen Polizei und Staatsanwaltschaft davon aus, dass es sich um einen Fall von Clan-Kriminalität handelt. Laut "Bild" wurde unter anderem die Villa des Clan-Chefs Issa R. durchsucht. Dies habe R. der Zeitung bestätigt. Die Staatsanwaltschaft habe "eilig Durchsuchungsbeschlüsse erwirkt", da die Gefahr bestehe, dass das Gold eingeschmolzen werden könne, berichtet "Der Tagesspiegel".

Die Polizei geht von Einbruchdiebstahl aus, da die Ausstellungsvitrine gewaltsam geöffnet worden sei, sagte eine Polizeisprecherin.

74 massive aus Gold gegossene Äste

Unbekannte hatten das wertvolle Kunstwerk in der Nacht zum Mittwoch aus der Schule gestohlen. Das Werk mit dem Titel "Goldnest" war seit November in einer Panzerglas-Vitrine der Schule am Fuchsberg ausgestellt. Die Vitrine selbst war nach Angaben der Schule mit einer Alarmanlage gesichert, und für die Schule war zudem ein Wachschutz engagiert.

In Reaktion auf Fragen nach der Verhältnismäßigkeit, ein teures Kunstwerk in einer Grundschule zu lagern, sagte Marzahns Bildungsstadtrat Gordon Lemm, dass der Bezirk nicht befugt gewesen sei, in diesem Fall die Kunst zu Geld zu machen und für anderen Investitionen auszugeben.

Das Kunstwerk wurde im Herbst vergangenen Jahres vom Berliner Künstler Thorsten Goldberg fertiggestellt. Es war als "ideeller Grundstock" an die im September 2018 neu eröffnete Grundschule übergeben worden. Das Nest besteht nach Angaben des Künstlers aus 74 massiv gegossenen Ästen aus Feingold. Es wurde demnach in einem gläsernen Safe in der Schule ausgestellt. Der Gesamtschaden wird auf etwa 90.000 Euro geschätzt.

Sendung: rbb24, 15.05.2019, 21:45 Uhr 

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Antwort auf [Puntila] vom 16.05.2019 um 08:37
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12 Kommentare

  1. 12.

    "Der Gesamtschaden wird auf etwa 90.000 Euro geschätzt."
    Das kommt vom kiffen der 68er. Wozu brauch man solch ein wertvolles Kunstwerk an einer Grundschule?

  2. 11.

    Das Kunst anregend sein kann, ist klar, wäre das Kunstwerk aus Zinn gewesen, dann wäre die Gefahr von Diebstählen geringer gewesen und die Kinder hätten in einer zweiten Ausstellung ihre eigenen Kunstwerke aus Zinn oder Lötzinn zeigen können.
    Warum man das ganze aus Gold machen musste verstehe ich nicht, was die Kinder von diesem Kunstwerk gewinnen können ist mir nicht klar. Kunst hat etwas mit begreifen und nicht verschließen zu tun, bei einem Haufen Gold ist aber sicher nur zweites möglich. Wäre es um einen Goldschmied und nicht um eine Grundschule gegangen, dann wäre das Kunstwerk vielleicht passend gewesen, so nicht

  3. 10.

    Die "Villa" von Herrn Issa R. ist ein normales Wohnhaus. Ziemlich alt und unscheinbar. Wir wohnen in der Nachbarschaft. Macht's insgesamt nicht viel besser, aber eine "Villa" ist das Haus definitiv nicht. Recht bescheiden für so einen schwer reichen Mann^^. Mir tut es so schrecklich um die Kunstwerke leid. Nicht zu ersetzen, zerstört. Das finde ich noch viel schlimmer, als der Wertverlust. Furchtbar.

  4. 9.

    "wurde unter anderem die Villa des Clan-Chefs Issa R. durchsucht". Wie soll denn so eine Villa mit Angestellten etc. sonst finanziert werden. Oder soll der Clan-Chef etwa in einer Altbauwohnung in Neukölln hausen?

  5. 8.

    @rbb Sind teure Einrichtungsgegenstände oder Kunstwerke in Schulen "nur" gesichert und nicht versichert? Dann wäre diese "Investition" allerdings fragwürdig. Zudem der umweltzerstörerische Goldabbau sicherlich dem Umweltbildungsauftrag der Schule und den Nachhaltigkeitszielen des Senats widerspricht; oder wo kam das Gold für das Kunstwerk her?

  6. 7.

    Warum wurde nicht ein wertloses Duplikat ausgestellt? Das musste ja so kommen. Ein Diebstahl mit Ansage...

  7. 6.

    Wo steht eigentlich, dass das Land Berlin oder der Bezirk das Kunstwerk bezahlt hat? Ich lese nur, es sei als ideeller Grundstock der Schule übergeben worden.

    Aber das Geld für die Sicherheit war wohl eher sinnlos verprasst.

    Und nein, ich möchte nicht, dass Guenter Wildermann das Ding zu Geld macht und unter "den Armen" verteilt.

  8. 5.

    Was macht ein Kunstwerk für 80.000 Euro in einer Grundschule?

  9. 4.

    Das Kunstwerk war also in den Baukosten für die Schule enthalten und kostete den Steuerzahler wohl 80.000 EUR.
    Wie viel Prozent der Bausumme eines öffentliches Gebäudes für Kunst am Bau ausgegeben müssen, steht in der ABau Berlin.
    Durch den Raub wird das Thema Clan-Kriminalität nun schon für Grundschüler unausweichlich, obwohl noch gar nicht klar ist, ob sie dafür verantwortlich ist.
    Anderseits kann der Diebstahl auch auf die zunehmende Armut in Berlin zurückzuführen sein.

  10. 3.

    Was soll eine Grundschule mit einem 92.000 € teure Austellungsstück??!! Es ist eine Grundschule und nicht das Bodemuseum! Und was haben die Kinder davon, das so ein teueres Austellungstück ausgestellt wird?
    Für die Bildung der Kinder wäre das Geld definitiv besser und langfristiger investiert gewesen.
    Es zeigt wieder einmal, die Kurzsichtigkeit der Politiker und einer der vielen Fehlentscheidungen der Politiker und in der Geschichte in Berlin.
    Das alles noch auf Kosten der Steuerzahler!! Die Entscheidungsträger müssten verantwortlich gemacht werden, der diesen abstruse teuere Austellungsstück genehmigt hat.

  11. 1.

    Es ist an Dekadenz fast nicht mehr zu überbieten, was sich Berlin leistet. Musste es Gold sein ? Hätten einfache Zweige mit Goldspray überzogen, nicht gereicht ? Als normal Bürger platzt einem fast der Kragen, wie Berlin mit Geld umgeht. Es gibt genug arme Menschen in Berlin, die nicht wissen wie sie über die Runden kommen.

    Schade, dass ich es nicht war, diese Kunst zu rauben, das Geld hätte ich unter den Armen verteilt. Haben unsere Verantwortlichen Politiker bzw. Entscheidungsträger, total den Bezug zu Realität verloren ?

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