Arbeiter entfernt mit Schutzanzug und Mundschutz Asbest, Quelle: imago/Ullmer
Video: Brandenburg aktuell | 08.05.2019 | Michel Nowak | Bild: imago/Ullmer

Potsdam-Mittelmark - Polizei ermittelt nach Asbestfund gegen Baufirma und Hof

Die Kripo in Brandenburg hat nach mehreren Funden von giftigem Bauschutt eine Baufirma und einen Landwirtschaftsbetrieb ins Visier genommen. Die gefundenen Platten sollen vor allem für den Bau von Ställen genutzt worden sein.

Nach dem Fund mehrerer Tonnen Asbestabfall in Brandenburger Wäldern ermittelt die Brandenburger Kriminalpolizei gegen eine Baufirma und einen Landwirtschaftsbetrieb im Kreis Potsdam-Mittelmark. Beamte hätten Personalien von Mitarbeitern einer Firma aufgenommen, die auf einer Baustelle eines Betriebes in Ziesar (Potsdam-Mittelmark) tätig gewesen sei, sagte Polizeisprecher Daniel Keip am Mittwoch dem rbb.  

Ob diese Betriebe tatsächlich mit der Tat in Verbindung stünden, stehe den Angaben zufolge aber noch nicht fest. Bei den Ermittlungen konzentrieren sich die Beamten laut Keip auf Landwirtschaftsbetriebe, auf denen altes Material entsorgt wurde. Asbesthaltige Platten, wie sie kürzlich in mehreren Wäldern gefunden wurden, seien insbesondere in Stallanlagen verbaut worden.

Im Raum Potsdam-Mittelmark habe die Polizei nun alle bislang gemeldeten Stellen gesichert und abgesperrt, damit von dem giftigen Baustoff keine weiteren Gefahren für die Bevölkerung ausgingen.

Waldbesitzer müssen Entsorgung selbst zahlen

Bereits am Dienstag erklärte die Polizei, dass Zeugen mehrere Funde von Bauschutt in verschiedenen Waldgebieten gemeldet hätten. In allen Fällen sei der umweltschädliche Müll in speziell für die Entsorgung von Asbest vorgesehen Säcken verpackt gewesen. Insgesamt sollen 32 Säcke illegal entsorgt worden sein.

In einem privaten Wald in Altbensdorf (Landkreis Potsdam-Mittelmark) fanden die Beamten insgesamt neun Tonnen des Sondermülls. Die Säcke sollen Donnerstag oder Freitag vergangener Woche dort abgelegt worden sein.  

Am Montag und Dienstag meldeten Zeugen weitere Funde von Well-Asbest in einem Waldgebiet bei Wollin (Landkreis Potsdam-Mittelmark) und in einem Privatwald bei Groß Briesen/Bad Belzig (Landkreis Potsdam-Mittelmark). In allen Fällen handele es sich um gesundheitsschädliche Abfälle, die fachgerecht entsorgt hätten werden müssen. Für die Entsorgung müssen die Besitzer der Wälder aufkommen.

Sendung: Antenne Brandenburg, 08.05.2019

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Bitte beachten Sie unsereNetiquette zum Kommentieren von Beiträgen sowie unsere Richtlinien zum Datenschutz.

5 Kommentare

  1. 5.

    Fahrt mal zur Deponie Schwanebeck im Havelland: da liegt das Zeug auf dem Berg unter freiem Himmel, in zerrissenen Bigbags und in Scherben, vom Wind gestreichelt. Von wegen fachgerechte Entsorgung.

  2. 4.

    Deren Chef sollte man den Wald harken lassen bis er auch die letzte Faser von seinem in Bereicherungsabsicht verklappten Dreckszeug aufgesammelt hat.

  3. 3.

    Genau ist das Problem. Anstatt einen Recyclinghof anzusteuern wird der Dreck in die Natur gekippt. Null Verantwortung für unseren Planeten...

  4. 2.

    Das kann doch wohl nicht wahr sein. Alle reden über der Klimawandel und dann das!! Gestern bin ich zufällig bei der BSR-Sammelstelle vorbeigekommen. So etwas gibt im Kreis Potsdam Mittelmark bestimmt auch. Täter, ja genau Ihr und Eure Einstellung sind Schuld am Untergang des Planeten!

  5. 1.

    Leider ist , auch bei öffentlich vergebenen Aufträgen, der Preis entscheidend und nicht der fachgerechte Abriss und die Entsorgung von asbesthaltigem Baummaterial .Die überlässt man Firmen, die mit Subunternehmern aus anderen Ländern arbeiten, deren Mitarbeiter auch ein Gesundheitsrisiko eingehen. Hauptsache der Schein wird gewahrt und schließlich kann man ja auch die Gesundheitsrisiken schlichtweg kleinreden oder ignorieren.

Das könnte Sie auch interessieren