Symbolbild - Ein Marienkäfer öffnet kurz vor dem Abflug seine Flügel (Bild: dpa/Patrick Pleul)
Bild: dpa/Patrick Pleul

Unteres Odertal und Schorfheide-Chorin - Forscher zählen drei Jahre lang Insekten in Brandenburg

Brandenburg nimmt an einem deutschlandweiten Forschungsprojekt zum Insektensterben teil. Im Nationalpark Unteres Odertal sowie im Biosphärenreservat Schorfheide-Chorin wird bis Februar 2022 der Insektenbestand erhoben, wie das Umweltministerium am Mittwoch mitteilte.

Zählung soll erste Daten untermauern

Bei dem Forschungsprojekt soll überprüft werden, welche Auswirkungen eine landwirtschaftliche Nutzung auf die Artenvielfalt in Naturschutzgebieten hat. Denn auch dort ging den Angaben zufolge zwischen 1989 und 2015 die Biomasse bei Fluginsekten um 75 Prozent zurück.

Neben den Insekten werden auch Kleintiere, Fledermäuse und Pflanzen systematisch erfasst. Das Zoologische Forschungsmuseum Alexander Koenig in Bonn leitet das Vorhaben, das auch  bundesweit eine langfristige Insekten-Datenerhebung umfasst. Durch das Projekt soll die ökologische Forschung in Deutschland effizienter werden. Mit ersten Ergebnissen zur Artenvielfalt sei erst in einigen Jahren zu rechnen, hieß es.

Zwei Volksinitiativen laufen

Seit Mitte April sammeln Umwelt- und Naturschutzverbände in Brandenburg Unterschriften für eine Volksinitiative zum Schutz von Insekten. "Das Artensterben findet nicht in fernen Ländern statt, sondern direkt hier in Brandenburg vor unserer Haustür", sagte der Vorsitzende des NABU-Brandenburg, Friedhelm Schmitz-Jersch, dazu. Die Initiative "Artenvielfalt retten - Zukunft sichern" strebt eine pestizidfreie Landwirtschaft sowie Gewässerrandstreifen und die Förderung von Ökolandbau an. Auch der Landesbauernverband hat eine eigene Volksinitiative gestartet unter dem Motto: "Mehr als nur ein Summen - Insekten schützen, Kulturlandschaft bewahren".

Kommentar

Bitte füllen Sie die Felder aus, um einen Kommentar zu verfassen.

Kommentar verfassen
*Pflichtfelder

Mit Nutzung der Kommentarfunktion stimmen Sie unserer Netiquette sowie unserer Datenschutzerklärung (Link am Ende der Seite) zu. Die Redaktion behält sich vor, einzelne Kommentare nicht zu veröffentlichen.

Das könnte Sie auch interessieren

Demonstranten auf dem Alexanderplatz aus Solidarität für George Floyd und gegen Rassismus (Quelle: dpa/Emmanuele Contini)
dpa/Emmanuele Contini

Der Absacker - Im schmerzhaften Zwiespalt

Es sind Bilder, die wir seit Beginn der Corona-Krise nicht mehr kannten. 15.000 Menschen, die an einem Ort demonstrieren. Gemeinsam gegen Rassismus. Es ist ein starkes Signal, das unseren Autor Johannes Mohren glücklich macht. Aber es gibt einen Wermutstropfen.