Sambataenzerin Sonia de Oliveira aus der Gruppe Amasonia ist beim Karneval der Kulturen 2018 umringt von zahlreichen Zuschauern. (Quelle: imago/POP-EYE)
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Lenkung der Besucherströme - Der Karneval der Kulturen wird erstmals mit Kameras überwacht

Der Karneval der Kulturen lockt jedes Jahr zu Pfingsten Massen an Besuchern nach Berlin-Kreuzberg. Da kann es unter Umständen gefährlich eng werden. Um Gefahrensituationen rasch zu erkennen, setzen die Veranstalter dieses Jahr Kameras ein - testweise.

Der Karneval der Kulturen wird in diesem Jahr von den Veranstaltern aus Sicherheitsgründen mit Kameras überwacht. Die Kameras dienen dem sogenannten Crowd Management, sollen es also einfacher machen, die Besucherströme zu lenken.

Veranstalter selbst sehen Kameraeinsatz kritisch

Dafür würden an der Strecke des Umzugs und auf dem Festgelände insgesamt zwölf deutlich gekennzeichnete Kameratürme aufgestellt, erklärte Karneval-Leiterin Nadja Mau rbb|24. Die Bilder der Kameras sollen in die Koordinierungsstelle übertragen werden, wo die Veranstalter dann im Falle einer Gefahrensituation Polizei, Feuerwehr oder Ordnungsdienst verständigen könnten. Gespeichert würden die Kamerabilder nur "im Fall einer Lage", so Mau - also einer Gefahrensituation. Anschließend würden die Bilder dann wieder gelöscht.

Mau betonte, die Veranstalter selbst stünden dem Kameraeinsatz durchaus kritisch gegenüber. Auch sei die Technik sehr teuer. Noch ist auch nicht geklärt, ob die Kameras auch in den kommenden Jahren eingesetzt werden. Die Veranstalter wollen nach dem diesjährigen Karneval erst einmal auswerten, wie nützlich die Technik ist. Auch bei anderen Großveranstaltungen sei der Einsatz solcher Kameras üblich, sagte Mau, etwa im Start- und Zielbereich des Berlin-Marathons.

Eine Million Besucher erwartet

Im vergangenen Jahr wurden beim Karneval der Kulturen noch "Crowd Spotter" eingesetzt: Helfer, die von Leitern aus die Besuchermassen im Auge hatten und der Koordinierungsstelle meldeten, wenn es zu voll wurde.

Etwa eine Million Besucher werden zu der viertägigen Veranstaltung vom 7. bis 10 Juni erwartet. Rund um den Blücherplatz in Kreuzberg findet das Straßenfest mit Musik und Vorführungen statt. Höhepunkt des 24. Karnevals der Kulturen ist am Pfingstsonntag wieder der große Straßenumzug, zu dem sich 76 Gruppen mit mehr als 4.400 Teilnehmern angemeldet haben. Neben Tanz- und Musikgruppen sind darunter auch etwa ein Dutzend Gruppen, die sich explizit politischen Themen wie Umwelt-, Frauen- oder Flüchtlingspolitik widmen. Der Zug beginnt am Mittag in der Yorckstraße und führt über Gneisenaustraße und Hasenheide bis zum Hermannplatz. 

Sendung: Abendschau, 23.05.2019, 19:30 Uhr

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5 Kommentare

  1. 5.

    Finde Karneval der Kulturen sehr schön, für ein Alster
    (Bier mir Sprite)0,5 =4,-€ okay,,aber der mehr Sprite wie Bier und dann der Becher nicht voll und eine dumme Antwort von der Tresenkraft zu bekommen ist nicht in Ordnung. Habe Bilder gemacht vom Bier und vom Bierwagen. Sehr schlechter Service für Berlin was ich mir nicht erlauben könnte.
    Hoffe es wird sich was ändern.

  2. 3.

    Nicht nur China, auch London, Paris, Palma de Mallorca sind sehr, sehr gut mit Videoüberwachung.ausgerüstet. Nicht zu vergessen sind die Kaufhäuser und Supermärkte, sowie Tankstellen usw.

  3. 2.

    Kein Anschlag o.ä. wird durch Kameraüberwachung verhindert. Aber mein Sicherheitsgefühl sinkt dadurch immer mehr. Ich will nicht in einer ddr 2.0 oder in China leben.

  4. 1.

    Jo nischt dagegen.
    Aber warum kann man nicht jede Kreuzung lückenlos überwachen.
    Kampf den Motorisierte und Radfahrenden Chaten,mit allen Mitteln.

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