Ein Ermittler der Berliner Polizei sichert Spuren an einem Gebäude im Görlitzer Park nach einem Messerangriff am 09.05.2019 (Foto: Morris Pudwell)
Bild: Morris Pudwell

Streit vorausgegangen - 22-Jähriger im Görlitzer Park mit Messer verletzt

Der Görlitzer Park in Berlin-Kreuzberg steht derzeit verstärkt im Fokus - wegen Bodenmarkierungen für Drogendealer. Nun wurde ein 22-Jähriger verletzt, nachdem er sich nicht vertreiben ließ. Ein Zusammenhang mit den Markierungen ist aber unklar.

Im Eingangsbereich des Görlitzer Parks in Berlin-Kreuzberg ist am Donnerstagabend ein 22-Jähriger bei einem Messerangriff verletzt worden. Das sagte die Polizei am Freitagmorgen rbb|24.

"Im Bereich eines Gebäudes am Parkeingang" sei es zum Streit gekommen, sagte eine Sprecherin. Ob der Vorfall einen Bezug zu den von Parkmanagern auf den Asphalt gesprühten Markierungen für Dealer hat, wollte die Sprecherin weder bestätigen noch dementieren.  

Debatte über Markierungen für Dealer

Der junge Mann sei von einem anderen Mann, den er nur flüchtig kannte, angesprochen und aufgefordert worden, den Bereich zu verlassen. Als der 22-Jährige sich weigerte, kehrte der Unbekannte eine Stunde später mit einem Messer zurück. Als der 22-jährige flüchten wollte, habe ihn der andere Mann an der Wade verletzt. Er wurde ambulant in einem Krankenhaus behandelt. Die Polizei ermittelt wegen Körperverletzung. 

Laut der Zeitung "B.Z." soll sich der Vorfall hinter dem Café Edelweiß ereignet haben. Zudem durchsuchte die Polizei laut der Zeitung am Freitagvormittag Teile des Parks und fand an zahlreichen Stellen verstecktes Rauschgift, das unter anderem in Blechbüchsen vergraben gewesen sein soll. Die Polizei bestätigte das nicht, betonte aber, dass es dort ständig Einsätze gegen den Drogenhandel gebe.

Markierungen für Dealer

Im Görlitzer Park führen Markierungen auf dem Boden seit Anfang der Woche zu einer heftigen öffentlichen Debatte. Der Parkmanager hat sie angebracht, damit sich Parkbesucher nicht von Dealern bedrängt fühlen. Auch von Spielplätzen sollen Dealer so ferngehalten werden. Die Idee ist, dass sich die Drogenhändler innerhalb der markierten Flächen aufhalten.

Im Görlitzer Park gibt es seit Jahren ein Problem mit Drogendealern. Besonders im Sommer stehen Gruppen von Männern, die Drogen anbieten und verkaufen, an den Eingängen und Wegen.

Das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg und der Innensenator Andreas Geisel (SPD) distanzierten sich von dem Plan.

Die Geschichte des Görlitzer Parks

  • 1866

  • 1951

  • 1960er Jahre

  • 1960er und 1970er Jahre

  • 1980er Jahre

  • 1998

  • 2010

  • 2012

  • 2014

  • 2015

  • 2016

  • 2017

  • 2018

  • 2019

Kommentar

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7 Kommentare

  1. 7.

    Die "Erfolge" waren, dass es eine Verlagerung in die Nebenstraße, zum Schlesischen Tor, bis hin zur Warschauer Brücke / Revaler Str. gab. Diese "Erfolge" sind auch aus anderen Städten / Ländern bekannt.

  2. 6.

    Es hilft auf jeden Fall bei Drogenfunden auf den Spielplätzen die Polizei zu rufen, die diese dann beschlagnahmt und nach weiteren Verstecken auf den Spielplätzen sucht und zumindest die Dealer in der näheren Umgebung überprüft. Dadurch wird es für die Dealer unwirtschaftlich dort Drogen auf den Spielplätzen zu verstecken.

  3. 5.

    Das ist Unsinn. Die Harte Linie von Henkel hatte schon Erfolge, wurde aber wegen Protesten von Bezirks und Senatsvertretern nicht weiter verfolgt. Zu deutsch, Henkel wurde von den eigenen Kabinettsmitgliedern kalt gestellt. Friedrichshain-Kreuzberg liegt seine Dealer und andere Kriminelle und schützt diese, wo es nur geht.

  4. 4.

    Sorry, gibt es dann demnächst blaue Abgrenzungen für Messerträger? Das ist doch wirklich eine unmögliche Situation.

  5. 2.

    So lange die Stadt, auch nach der aufgeheizten Stimmung, die bislang geduldete Drogenkriminalität im Görli duldet und nicht konsequent durchgreift, wird es derartige" begleitende Straftaten" immer wieder geben.

  6. 1.
    Antwort auf [IchMeinJaNur] vom 10.05.2019 um 08:04

    Solche Schilder gehören an die Bezirksgrenze - samt Zaun und Eintritt zur Finanzierung des dort gepflegten Lebenssstils. Das würde den Steuerzahler enorm entlasten.

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