Flatterband mit der Aufschrift Polizeiabsperrung vor den Überresten eines ausgebrannten Hauses (Bild: imago/Deutzmann)
Bild: imago/Deutzmann

Bombenfunde - Oranienburg bestimmt möglichen Sperrkreis für 13. Juni

Schon seit Jahren werden auf dem Gewerbegrundstück der Lehnitzstraße 73 in Oranienburg zwei Weltkriegsbomben vermutet. Jetzt hat die Stadt einen Sperrkreis für den Fall veröffentlicht, sollte sich der Verdacht bestätigen und eine Entschärfung nötig werden. Terminiert wurde dafür der 13. Juni, eingerichtet würde an diesem Tag ab 8 Uhr ein Sperrkreis mit einem Radius von rund 1.000 Metern rund um das Gelände, der nicht betreten werden darf. Betroffen wären mehrere tausend Menschen.

Auch der Bahnverkehr wäre betroffen

Die Arbeiten zur Abklärung der beiden Bombenverdachtspunkte liegen nach Angaben der Stadtverwaltung im Zeitplan, derzeit werde vor Ort die Grundwasserhaltungsanlage errichtet, hieß es. Ob die beiden metallischen Gegenstände tatsächlich wie vermutet zwei 250 Kilogramm schwere Bomben mit chemischen Langzeitzündern sind, soll am 12. Juni feststehen.

In dem Sperrkreis liegen ein Krankenhaus, eine Seniorenresidenz sowie der Bahnhof Oranienburg. Somit wäre auch der Bahnverkehr betroffen.

Sperrung Oranienburg (Quelle: Stadt Oranienburg)
Bild: Stadt Oranienburg

Noch 270 Bomben werden vermutet

Seit 1991 wurden in Oranienburg 200 Großbomben entschärft, 270 werden noch im Erdreich der Stadt vermutet. Die Bombenentschärfungen kosten die Stadt jährlich vier Millionen Euro, bis zum Jahr 2030 wurden dafür rund 70 Millionen Euro vorgesehen. Brandenburgs Landesregierung will die Stadt Oranienburg stärker unterstützen. Nach einem Kabinettsbeschluss im April soll der Zentraldienst der Polizei für den Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) mehr Personal bekommen und als Sonderordnungsbehörde dort zusätzliche Aufgaben übernehmen.

Oranienburg wurde im Zweiten Weltkrieg 13 Mal bombardiert, allein beim schwersten Angriff am 15. März 1945 fielen mehr als 4.000 US-Großbomben mit chemischen Langzeitzündern auf die Stadt. Oranienburg geriet immer wieder ins Visier der Alliierten, weil über den Bahnhof zahlreiche Militärtransporte der Wehrmacht liefen. Zudem unterhielt die SS im Norden der Stadt eine Kaserne und ein Materiallager. Außerdem waren zahlreiche Oranienburger Fabriken und Betriebe an der Produktion von Flugzeugteilen und Waffen beteiligt.

Sendung: Antenne Brandenburg, 15.05.2019, 15.30 Uhr

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