Datteln werden beim Fastenbrechen im Fastenmonat Ramadan gereicht, Symbolbild (Quelle: DPA/Paul Zinken)
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Ramadan in Brandenburg - Evangelische Kirche will Fastenmonat für Dialog nutzen

Am Montag beginnt der Fastenmonat Ramadan. Tausende Brandenburger Muslime werden dann zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang auf Essen verzichten. Das tägliche Fastenbrechen wollen Kirchen und Moscheevereine zum Dialog nutzen.

Im beginnenden Fastenmonat Ramadan verzichten wieder Tausende Muslime in Brandenburg zwischen Sonnenauf- und Untergang auf Speisen und Getränke. Muslimische Gemeinden laden in dieser Zeit gezielt auch Nicht- oder Andersgläubige zu Festen ein. "Wir veranstalten nach Sonnenuntergang täglich ein Fastenbrechen, wobei jeder willkommen ist", sagt Mouliji Issmaail vom Verein der Muslime in Potsdam.

In Deutschland, aber auch in der Türkei und vielen anderen Ländern wird in diesem Jahr der Montag der erste Fastentag sein. Der Start richtet sich aber nach dem Erscheinen der Neumondsichel und kann deswegen variieren.

Fastenbrechen mit den Nachbarn

Die meisten der rund 700 Mitglieder der muslimischen Gemeinde in der Landeshauptstadt würden kurz vor drei Uhr morgens die letzten Speisen und Getränke zu sich nehmen. "Ausgenommen sind Menschen, denen das nicht bekommen würde", erklärt Mouliji Issmaail. Zum Beispiel Schwangere oder Kranke. "Man kann nach kurzer Krankheit das Fasten aber nachholen", so der Vereinsschriftführer. Zum Beispiel im Winter, wenn die Tage nicht so lang seien.

Zu Veranstaltungen rund um den Ramadan aber auch darüber hinaus lädt der Verein regelmäßig die Nachbarschaft ein. Außerdem sei er mit einem Informationsstand beim interreligiösen Dialogforum vertreten, das in diesem Jahr am 17. Mai auf dem Alten Markt in Potsdam stattfinde. "Da kommen wir mit Vertreten anderer Religionen ins Gespräch, gerne auch über das Fasten", sagt Mouliji Issmaail.

"Es ist ein guter Brauch innerhalb der islamischen Tradition, andere in der Zeit des Ramadan zum Fastenbrechen einzuladen", sagt auch Hagen Pietzcker, Sprecher der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (Ekbo). Das sei dann ein Ort der Begegnung, oft auch Gelegenheit zu einem Grußwort. Bei Gemeindefesten würden umgekehrt viele evangelische Gemeinden ihre muslimischen Nachbarn einladen.

Durchhalten bis zum Zuckerfest

Die Kirche betrachte den Ramadan mit großer Wertschätzung. "Als Christen fühlen wir uns mit den Muslimen in diesen Wochen tief verbunden, denn auch im Christentum spielt das Fasten eine große Rolle", erklärt der Ekbo-Sprecher. Der Fastenmonat sei für Christen und Muslime gleichermaßen ein Monat der Geduld, der Versöhnung und der Befreiung.

Auch in Frankfurt (Oder) nehmen jedes Jahr rund 200 Muslime öffentlich am Ramadan teil, wie die Integrationsbeauftragte der Stadt, Emanuela Falenczyk, informiert. "Das Fastenbrechen wird in der Regel auch unter Einladung von Nicht-Muslimen gefeiert", sagt sie. Veranstaltungsort sei dieses Jahr wieder am Brückenplatz.

Am Ende des Ramadan wartet auf die Muslime ein Fest des Fastenbrechens, das sogenannte Zuckerfest. "Das feiern wir meist in großer Runde, oft an wechselnden Orten wie beispielsweise der Biosphäre", sagt Mouliji Issmaail.

Fasten außerhalb des Ramadans

Das Fasten gehört zu den fünf Säulen des Islams - das sind Grundpflichten, an die sich Gläubige halten sollen. Diese verzichten im Ramadan von der Morgendämmerung bis zum Sonnenuntergang auf Essen, Trinken, Rauchen und Sex. Vom Fastengebot sind Kinder, Schwangere, alte und schwer körperlich arbeitende Menschen ausgenommen.

Muslime könnten aber auch außerhalb des Ramadan fasten, er mache das beispielsweise an zwei Tagen in der Woche, erzählt Mouliji Issmaail. "So bin ich auch mit anderen Menschen über das Intervallfasten ins Gespräch gekommen." Denn Fasten sei nicht nur ein religiöser Ritus, sondern fördere auch die Gesundheit. "Das Thema ist also in vielerlei Hinsicht verbindend", so Mouliji Issmaail.

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8 Kommentare

  1. 8.

    Keinerlei Interesse.

  2. 7.

    heuchelei hat deutschland zerstört!
    es gibt in deutschland ganz andere probleme
    muslime seit fast 1400 jahren!
    und kein nichtmuslim kam deswegen zu schaden!

    darum lasst die muslime in ruhe und kümmer euch um eure eigenen probleme!
    dialog heisst übrigens auf augenhöhe reden
    und nicht in deutscher herrenrasse-manier!

    ich weiss
    jetzt regen sich wieder viele (heuchler) auf!

  3. 6.

    Wollen Sie mit solch einer Ansage nur sich selbst beeindrucken?
    Im übrigen stimme ich @ Petra Bühler und auch @ Marion voll zu.

  4. 5.

    Es steht jedem Muslim frei, sich für oder gegen das Fasten im Ramadan zu entscheiden. Genauso wie es Christen freisteht, die Fastenzeit einzuhalten. Da gibt es keinen Unterschied. Ich kenne auch Muslime, die nicht fasten. Ich halte es für ungesund, so lange nichts zu trinken. Aber für ein paar Stunden - oder Tage - auf Essen zu verzichten, fördert tatsächlich und das erwiesenermaßen die Gesundheit. Vielleicht informieren Sie sich mal unabhängig von Religionen über das Fasten.

  5. 4.

    So wars früher: "Mit vollem Mund spricht man nicht!"

  6. 3.

    Wer christliches „Fasten“, das heißt oft nur, sich überwiegend gesund zu ernähren, den Körper am Leben zu erhalten, zum Beispiel mit Gemüsesuppen und auf Fleisch , Süßwaren Alkohol und Taback usw. zu verzichten, mit muslimischem „Fasten“ gleichstellt, hat es sicher noch nie ausprobiert. Hat die Menschen noch nie hungrig und durstig,mit trockener Zunge und trockenem Hals , am Rande ihrer Belastbarkeit, ihren Tätigkeiten nachgehen sehen. Mein Tipp: Selbsterfahrung macht klug.

  7. 2.

    ... der Weg und die Idee jede Möglichkeit zu nutzen in die Köpfe der Menschen einzudringen hat die christliche Kirche nie aufgegeben, daß heißt Missionierung. Leider spielt das auch bei den kirchlichen Hilfsorganisationen in aller Welt eine Rolle und stößt eben nicht immer auf Gegenliebe.

  8. 1.

    Der Verzicht!! auf Speisen und Getränke von Sonnenauf-bis Sonnenuntergang über einen Monat hinweg "fördere auch die Gesundheit"!
    Selten so gelacht, ein religiöses Zwangsgebot schönzureden! Aber sicher gibt es dazu auch Studien, die das belegen..... :-)

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