Teilnehmer am Ride of Silence fahren mit ihren Rädern vor dem Brandenburger Tor (Quelle: DPA/Annette Riedl)
Video: rbb|24 | 15.05.2019 | Bild: dpa

"Ride of Silence" in Berlin - Rund Tausend Radfahrer protestieren für mehr Sicherheit

Elf Radfahrer starben vergangenes Jahr auf Berliner Straßen. Mit einer Schweigefahrt demonstrierten etwa eintausend Menschen am Mittwoch für mehr Sicherheit für Fahrradfahrer. Dabei passierten sie mehrere Unglücksorte.

Rund eintausend Menschen haben am Mittwoch mit einer Gedenkfahrt durch Berlins Innenstadt an die tödlich verunglückte Radfahrer erinnert. Schweigend legten sie eine etwa zehn Kilometer lange Strecke bis zum Roten Rathaus zurück. Dabei passierten sie mehrere sogenannte Geisterräder, weiße Fahrräder die der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) an Stellen platziert hat, an denen Radfahrer tödlich verunglückt waren.

Der ADFC hatte Berliner Radfahrer zur Teilnahme am "Ride of Silence" aufgerufen [Website des ADFC]. Die Demonstration fand bereits das fünfte Jahr infolge statt.

Die Route der Fahrraddemo Ride of Silence durch Berlin. Quelle: adfc
| Bild: adfc

Elf getötete Radfahrer im vergangenen Jahr

2018 gab es in Berlin fast 8.000 Unfälle, in die Radfahrer verwickelt waren - gut 900 mehr als noch 2017. Dabei kamen elf Radfahrer ums Leben, knapp 750 wurden schwer verletzt.  "Elf getötete Radfahrerinnen und Radfahrer im letzten Jahr sind elf zu viel", teilte Eva-Maria Scheel, Landesvorsitzende des ADFC Berlin, mit.

Die häufigste Ursache vor allem für die schweren Unfälle mit Beteiligung von Radfahrern werden verursacht durch unachtsam abbiegende Autofahrer: Sie übersehen vor allem beim Rechtsabbiegen Fahrradfahrer mit Vorfahrt. Ein Viertel der insgesamt im Straßenverkehr getöteten Menschen sind Fahrradfahrer - obwohl sie nur in vier Prozent der Verkehrsunfälle verwickelt sind.

Mit dem "Ride of Silence" wollen die Aktivisten ihrer Trauer und Wut über die getöteten Radfahrer Ausdruck verleihen. Die weltweite Aktion findet seit 16 Jahren immer am dritten Mittwoch im Mai statt.

Sendung: rbb88.8, 15.05.2019, 5 Uhr

Kommentar

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19 Kommentare

  1. 19.

    Als Radfahrer ist es schon beschämend wie dreist sich einige geben. Montag früh auf dem Fußweg am Bahnhof Rehbrücke. Eine Radfahrerin kommt an, klingelt und als ein älterer Mann ihr nicht schnell genug zur Seite springt, beleidigt sie ihn übel, als Spast. Der Platz war dabei ausreichend. Da Fehlen einem doch fast die Worte. Fassen wir zusammen Nötigung, Gefährdung von Fußgängern, Unkenntnis der Regeln, keine Rücksichtnahme, asoziale Umgangsformen, und dann zu allem noch die Nutzung einer Behinderung als Beleidigung.

    Also schlimmer geht´s kaum noch. Die Beschilderung ist Sonderweg Fußgänger mit Zusatzzeichen "Radfahrer frei" .

    Fahr­rad­fah­rer müssen in diesem Fall auf Fußgänger Rücksicht nehmen und die Geschwindigkeit an den Fußgängerverkehr anpassen. Fußgänger dürfen weder gefährdet noch behindert werden. Wenn nötig, müssen Fahrradfahrer warten.

    https://www.karlsruhe.de/b3/verkehr/radverkehr/stvo/verkehrszeichen.de

  2. 18.

    Das kann ich nur bestätigen,wenn Radfahrern ebenfalls einer Kennzeichnungspflicht begegnet werden, würde das Fahrverhalten auch angepasst werden.Denn dadurch sind auch schneller ausfindig zu machen.Aber jetzt wo die Grünen mit ihren seltsamen Denkweiyent am Werk sind,wird es nichts mit der Kennzeichnung oder
    Gesetzesveränderung über der ordnungsgemäßen Benutzung auf Radwegen.

  3. 17.

    Ich weiß und ich unterstütze den Bau. Ich fänd's halt schöner wenn es auch ohne Poller ginge und man für das gleiche Geld ein vielfaches der Infrastruktur bauen könnte.

  4. 16.

    Alle Zahlenangaben (Statistik Polizei Berlin)beziehen sich auf den Straßenverkehr im Land Berlin.
    •Radfahrer haben über 80% ihrer Unfälle mit Kfz.
    •Radunfälle mit Personenschaden werden zu 65% von Kraftfahrern verursacht. Die verletzten und getöteten Personen sind indessen fast ausschließlich Radfahrer.
    •Der Anteil von Radfahrenden an den Verursachern von Radunfällen nimmt seit Jahren kontinuierlich ab.
    •Lkw-Fahrer verursachen 75% der Unfälle, an denen sie beteiligt sind.
    •Die Hauptverursacher von Radunfällen mit Todesfolge sind Berufskraftfahrer in schweren Lkw.
    •8% der Unfälle von Fußgängern werden durch Radfahrer verursacht. Fußgänger haben 76% ihrer Unfälle mit Kfz.

    Auch wenn einige Radfahrer sich nicht an die Verkehrsregeln halten, werden die meisten Radunfälle von anderen Verkehrsteilnehmer verursacht.

    Genau deshalb protestieren Radfahrer für mehr Sicherheit!

  5. 15.

    Das Geld für sichere Radwege ist im Vergleich zum Straßenbau für KFZ eine winzige Summe. Und gesamtwirtschaftlich gesehen zahlt es sich aus: die geringeren Kosten durch Gesundheitsausgaben und Verschleiß der Straßen bringen der öffentlichen Hand pro gefahrenem Fahrradkilometer ein Plus, das Auto ein Minus.

  6. 14.

    Mit Verlaub: Ich sehe in der Mehrheit der bisher "eingespülten" Kommentare bloß vorgeschobene Argumente. Würde es die genannten nassforschen Radfahrer nicht in Teilen geben, sie müssten glatt erfunden werden, um die eigene Fahrweise zu rechtfertigen.
    Selber unterscheide ich nach Naturellen, nicht nach den Verkehrsmitteln, die die unterschiedlichen Naturelle benutzen, als da wären: Zurückhaltende und Umsichtige, Überängstliche, Forsche, Nassforsche. Diese sind mittlerweile nahezu gleichmäßig auf alle Verkehrsmittel verteilt. Ein Staat, der Leib und Leben zu schützen verpflichtet ist, kann und muss 1. auf ein Klima umsichtigen Verhaltens dringen und 2. darauf, dass Menschen mit dem größten Gefährdungspotenzial nicht diejenigen mit dem weniger großen Gefährdungspotenzial einfach übermangeln.

  7. 13.

    Zugegeben eine recht merkwürdige Interpretation des Geschriebenen, dass da, wo von Irrtumswahrscheinlichkeit aller - d. h. unabhängig des benutzten VerkehrsMITTELS - die Rede ist, von Pauschalisierung die Rede sein soll. Offenbar handelt es sich Ihrerseits um eine Neuinterpretation im Orwell´schen Sinne. Pardon.

  8. 12.

    Wenn Radfahrer sich nicht an die STVO halten, sollte wenn vorhanden, der Führerschein auch weg sein.
    , umgekehrt natürlich auch, d.h. ohne Führerschein ist die Benutzung jeglicher Fahrzeuge untersagt.
    Damit auch hier Gerechtigkeit herrscht, braucht der Radfahrer einen Führerschein und natürlich brauchen Fahrräder auch Kennzeichen damit Sie belangt werden können.
    Wenn Zweiräder genauso verfolgt werden wie Autofahrer, sorgt das bestimmt für mehr Rücksicht aller Verkehrsteilnehmer.
    Da aber derzeit besonders von die Grünen die Radfahrer in den Himmel gelobt werden und alles als richtig akzeptiert wird, wird die Situation auch nicht besser werden.

  9. 11.

    Weil zahlreiche der im vergangenen Jahr getöteten Radfahrer sich exakt an Verkehrsregeln gehalten haben!
    Auch ich bin oft fassungslos, wie leichtsinnig Manche auf dem Rad unterwegs sind, da haben viele der Vorkommentatoren leider recht. Ein Grund, diejenigen, welche sich an die Regeln halten, unbedachten oder rücksichtslosen Kraftfahrern preiszugeben, ist das jedoch nicht. Autofahrer, die noch bei schon rot über die Ampel fahren, gibt es ebenfalls genug. Oder stellen Sie sich mal neben ein Stop-Schild Ihrer Wahl und beobachten Sie, wer da alles nicht anhält. Als Radfahrer (oder an Landstraßen auch als Fußgänger!) unter einer Armlänge Abstand passiert zu werden, ist leider keine seltene Erfahrung. "Sicherheitsabstand" fehlt im Wortschatz vieler Verkehrsteilnehmer, bei den motorisierten ist es besonders gefährlich. Im Unterschied zum Radfahrer oder Fußgänger, der ja immer fleißig angehupt oder angebrüllt werden kann, gern auch grundlos, ist der Autofahrer dann aber weg...

  10. 10.

    Wenn Radfahrer die elementarsten Grundregeln des Verkehrs einhalten würden ( mit Licht, nicht bei Rot, Verkehrsunfall in der Einbahnstraße, ohne Kopfhörer, nicht telefonieren, Fahrradwege nutzen, nicht den Bürgersteig u.a.)wäre das Radfahrer unisono sicherer. Warum also der "Protest für mehr Sicherheit"?

  11. 9.

    Sehr guter Kommentar! Wenn man sich das anschaut, was auf Geh- und Radwegen sowie Straßen tagtäglich passiert, sollte man sich eigentlich wundern, dass nicht noch viel mehr passiert. Aber einige Radfahrer scheinen einen guten Schutzengel zu haben, der häufig ein Auge zudrückt. Wie häufig auf dem Gehweg gebrettert (trotz Radweg/Radspur), rote Ampeln missachtet oder einfach quer über Straßen abgekürzt wird, ist einfach nicht mehr normal, sondern gefährlich. Wenn sie nur sich selbst gefährden würden, könnte man ja noch sagen, Schul eigene, wenn was passiert. Aber häufig sind andere in Gefahrensituationen und Unfälle involviert. Solange das radfahrende Klientel es nicht schafft, sich an einfache Verkehrsregeln zu halten, sollen sie nicht lamentieren.

  12. 8.

    Der einzige, der hier pauschalisiert sind offensichtlich Sie. Unbelehrbare Fahrradfahrer wie überall in dieser Stadt. Aber es sind ja immer alle anderen Schuld. @Sabine Kleinschmidt hat völlig recht und den Nagel auf den Kopf getroffen.

  13. 7.

    Ich finde es ja immer schlimm was für Unsummen für den Bau z.B. von abgepollerten Radwegen ausgegeben werden müssen, nur weil sich ein winziger Bruchteil der Autofahrer nicht an die Regeln hält. Wenn einfach alle Autofahrer beim Überholen die Spur wechseln würden und nicht "mal eben kurz" die rechte Spur oder den vorhandenen Schutzstreifen zuparken würden, könnte man sich das Geld auch sparen. Aber es gibt halt immer die Spezies, die meinen die Straße wäre ihre persönliche Rennstrecke und wer zuletzt an der roten Ampel ist verliert.

  14. 6.

    Die Pauschalität (DIE Radfahrer) nicht aber die Differenziertheit, mit der Sie Ihre Auffassung äußern, lässt mich im Rückschluss folgende, dann auch pauschalisierende Meinung äußern "Wer im Glashaus sitzt, sollte nicht Steinen schmeißen."

    Ich glaube, Pauschalisierungen helfen nicht weiter. Nur der Blick darauf, wo ein baulicher Mangel an Sicherheit herrscht und welche Naturelle Verkehrsmittel so oder so gebrauchen. Auf dem Rad sind zuweilen Nassforsche augenscheinlich zu sehen, im Auto verbergen sie sich hinter Kennzeichen.

    Ich, der ich mich nicht als Getriebener ansehe und mit dem Rad zwischen 15 und 20 km/h unterwegs bin, selbstverständlich OHNE Helm bei freiem Kopf und dem Geben von klaren Handzeichen links und rechts bei entsprechenden Blicken zuvor, möchte von Ihnen nicht in einen Topf geschmissen werden.



  15. 5.

    Das Erinnern sollte und könnte vier Aspekte umfassen:
    1. Die Trägheit und die Langatmigkeit eines jz.langen staatlichen und städtischen Handelns, radfahrende Menschen nicht als gleichwertige Verkehrsteilnehmer zu sehen, mit allen nachfolgenden Defiziten den Verkehrsanlagen
    2. Die Behäbigkeit von Menschen, die in jz.lang gehätschtelten Verkehrsmitteln sitzen und diese lenken und vom Vorsatz geprägt sind "Wer das größere Gefährt hat, hat Vorfahrt. Sichtbar genug bin ich ja."
    3. Die persönliche Ungeduld und auch die Irrtumswahrscheinlichkeit, gleich von wem. Jede Sekunde sei kostbar und keiner dürfe zurückstehen. Da gibt es keinen Unterschied. Die einen wie die anderen. (Selbstbesinnung, was die Irrtumswahrscheinlichkeit bei Radfahrenden angeht: Der Mensch, dem die Zeit zu lang war, den LKW an der Königsallee / Hagenstraße vor ihm rechts abbiegen zu lassen. Weil der nach links, wo er folgte, ausscheren musste.)

  16. 4.

    Über Abbiegeunfälle mit unachtsamen Kraftfahrern wird seit Jahren immer und immer wieder in nahezu allen Medien berichtet. Da müssten doch nun alle Verkehrsteilnehmer sensibilisiert sein. Wenn es um Menschenleben geht und um bleibende körperliche Schäden zu vermeiden darf nicht gespart werden und es muss erheblich mehr kontrolliert werden.
    Die Radfahrer selber können sich tagtäglich als gleichberechtige Verkehrsteilnehmer etablieren indem sie sich mit ihrem Fahrzeug Fahrrad auch dementsprechend verhalten. Den berechtigt geforderten Seitenabstand sollen sie auch selbst einhalten. Ampeln gelten auch für Radfahrer. Gehwege sind nicht mit Fahrzeugen zu befahren. Radwege sind nicht in entgegen gerichteter Richtung zu befahren. Die zunehmende Häufigkeit mit der mit dem Fahrzeug Fahrrad Gehwege und Gehwegübergänge wie selbstverständlich missbräuchlich genutzt und rote Ampeln überfahren werden suggeriert mir dass es sich um Kein gleichwertiges Verkehrsmittel handelt.

  17. 3.

    Ich habe gestern in Berlin einen älteren Radfahrer gefragt, ob er der nächste tote Radfahrer sein will. Über den Fußweg und bei rot die Kreuzung abkürzen ohne irgendwelche Kontrollblicke und nur noch unverletzt, weil ich schnell genug gebremst habe. Letzte Woche eine junge Frau aus der Seitenstraße ohne zu bremsen auf die Hauptstraße. Ich musste bremsen, ansonsten gäbe es die Frau nicht mehr. Usw. Usw. Es ist der Reaktion der anderen Verkehrsteilnehmer zu verdanken, dass nicht noch mehr passiert. Wer in Berlin mit dem Rad fährt, ohne Helm, am besten mit Kopfhörern und ohne Bremse, sollte sich täglich von seinen Lieben verabschieden und sich freuen, wenn er gesund nach Hause kommt.

  18. 2.

    rbb24 vom 03.01.19: Insgesamt kamen 45 Menschen 2018 ums Leben:
    19 Fußgänger,
    11 Radfahrer,
    9 Motorrad- oder Rollerfahrer,
    3 Autofahrer sowie
    3 Lkw- oder Busfahrer.

    Jeder Tote ist einer zuviel.
    Verkehrsplanung und Verkehrserziehung
    ist für ALLE wichtig.

  19. 1.

    Man sollte mal die Busspuren frei halten zu den entsprecheneen Zeiten.
    Wenn dort Autos parken ist es sehr gefährlich, in den Verkehr zu wechseln.

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